Zwei Torschützen, zwei Vorbereiter, zwei Verletzte

Christian Karn. Mainz.
Es gab schon erfreulichere Länderspielpausen für die Nationalspieler des FSV Mainz 05. Zwölf Mann waren unterwegs, von denen drei ohne Einsatz zurückkommen, zwei von ihnen mit Verletzungen. Klare Stammspieler sind aktuell nur Shinji Okazaki und Junior Diaz, die für Japan und Costa Rica trafen, sowie Gonzalo Jara und Joo-Ho Park. Julian Baumgartlinger wäre der fünfte, verpasste aber beide Spiele Österreichs. Die nullfünfMixedZone fasst die Situation der 05-Nationalspieler zusammen.

Die arabischen Nationalmannschaften sind noch mit ihrem Golf Cup beschäftigt. Ansonsten war's das jetzt im Jahr 2014 mit Länderspielen. Die nullfünfMixedZone fasst die Situation der Nationalspieler des FSV Mainz 05 zusammen.

In Deutschland hat sich wieder die neurotische Beziehung zwischen der Nationalmannschaft und der Öffentlichkeit entwickelt, die man aus den langen Phasen zwischen Turnieren kennt. "Weltmeister samma", auf manchen Positionen ist das Team aktuell nicht perfekt besetzt und ein ungefährdetes 4:0 in der EM-Qualifikation gegen Gibraltar und ein 1:0 im Testspiel gegen Spanien reicht vielen Beobachtern nicht. Die U21 entwickelt sich derweil zu einer Südwestauswahl: Fünf Spieler des 1. FC Kaiserslautern und drei vom FSV Mainz 05 standen bei den beiden Testspielen gegen die Niederlande und Tschechien im Nachwuchsteam des DFB. 05-Torwart Loris Karius, der schon in jüngeren Jahrgängen Länderspielerfahrungen sammelte, debütierte nun auch in dieser Altersklasse.

Die beiden Mainzer Torschützen der letzten Tage auf einem Bild: Shinji Okazaki (rechts) traf gegen Australien, Junior Diaz (im Hintergrund) im Elfmeterschießen gegen Uruguay.Große Euphorie herrscht gerade in Japan. Der Mexikaner Javier Aguirre, der nach der misslungenen Weltmeisterschaft den Italiener Alberto Zaccheroni als Coach der "Samurai Blue" abgelöst hat, setzte mit der mutmaßlich überragenden Offensive Asiens in den letzten beiden Testspielen vor der Kontinentalmeisterschaft im Januar zwei dicke Ausrufezeichen. Zunächst überrollten die Ostasiaten Honduras. Die Lateinamerikaner bekamen Mittelstürmer Shinji Okazaki vom FSV Mainz 05, Rechtsaußen Keisuke Honda vom AC Mailand, den Dortmunder Shinji Kagawa im offensiven Mittelfeld, den jungen Yoshinori Muto vom FC Tokio auf dem linken Flügel sowie die zwei gefährlichen Joker, Takashi Inui von Eintracht Frankfurt und den 29-Spätstarter Yohei Toyoda von Sagan Tosu, nie in den Griff und verloren 0:6. Anschließend schlugen die "Samurai Blue" den Asienmeisterschafts-Gastgeber Australien 2:1 - ein Ergebnis, das der deutlichen Überlegenheit der Japaner nur unzureichend entspricht.

Kein Favorit in diesem Zustand sind die Südkoreaner, die in Jordanien und Iran spielerisch nicht viel auf den Platz bekamen, 1:0 gewannen und 0:1 verloren. Joo-Ho Park ist im Team von Uli Stielike gesetzt, Ja-Cheol Koo scheint ein Wackelkandidat für die erste Elf zu sein. Man darf gespannt sein, ob der südkoreanische Verband den Schleudersitz noch vor dem Turnier auslöst oder seinen 70. Trainer seit 1948 erst nachher feuert. 

Costa Ricas Fußballern geht es derweil ausgezeichnet. Seit zwölf Spielen sind die Lateinamerikaner ungeschlagen, woran auch der Mainzer Junior Diaz als Stammspieler auf der linken Defensivseite Anteil hat. Höhepunkt des besten Länderspieljahrs in der Historie des costaricanischen Fußballs: Im WM-Viertelfinale schafften die "Ticos" es bis ins Elfmeterschießen. Bei ihrem einzigen Auftritt in dieser Nationalmannschaftsphase verweigerte Costa Rica Uruguay die Revanche für die 1:3-Niederlage im WM-Gruppenspiel: In der Nachspielzeit glichen die Mittelamerikaner in Montevideo zum 3:3 aus, anschließend gewannen sie das Elfmeterschießen.

Auch in Österreich ist die Nationalmannschaft gerade in großer Form. Obwohl mit David Alaba und dem Mainzer Julian Baumgartlinger die beiden wichtigsten Spieler fehlten, verteidigte das Team von Marcel Koller im Spitzenspiel gegen Russland die Tabellenführung in der EM-Qualifikation. Gegen Brasilien nur 1:2 zu verlieren, ist unter diesen Bedingungen auch nicht ohne.

Dagegen müssen sich Serbien und Griechenland neue Trainer suchen. Die Griechen, bei denen der junge Mainzer Torhüter Stefanos Kapino weiterhin nur Ersatzspieler ist, trennten sich nach nur vier Spielen von Claudio Ranieri, der in Finnland seinen einzigen Punkt holte und die Heimspiele in der EM-Qualifikation gegen Rumänien, Nordirland und die Färöer zu Null verlor. Als Kandidat für Ranieris Nachfolge wird sein Landsmann Giovanni Trapattoni genannt. Derweil setzten die Griechen im Testspiel gegen Serbien die Serie der Heimniederlagen fort. Im ersten Spiel nach Dick Advocaat, der ebenfalls nach nur vier Partien zurückgetreten ist, gewann die Mannschaft um den Mainzer Filip Djuricic 2:0.

Diese ganze Aufregung ist Chile fremd. Der Argentinier Jorge Sampaoli ist seit zwei Jahren Trainer und wird es noch eine Weile bleiben. Südamerika ist klein genug, um für die Kontinentalmeisterschaft, die im kommenden Juni in Chile stattfindet, keine Qualifikation zu brauchen, sondern sogar zwei externe Mannschaften einladen zu können - diesmal Mexiko und Jamaika. Weil außerdem die Weltmeisterschaft gerade erst gespielt wurde und die nächste Qualifikation noch lange nicht beginnt, spielen die Chilenen seit Monaten nur Testspiele gegen andere süd- und mittelamerikanische Teams und gewinnen meistens. Das 1:2 in der vergangenen Nacht gegen Uruguay war nach dem 0:1 in Deutschland und dem 0:2 bei der WM gegen die Niederlande die dritte Niederlage in diesem Jahr. Der 05er Gonzalo Jara ist in der Innenverteidigung der Chilenen grundsätzlich gesetzt; beim 5:0 gegen Venezuela in der vergangenen Woche blieb Jara ausnahmsweise draußen, um dem 20-jährigen Igor Lichnovsky das Debüt zu ermöglichen.