Zentner: Vertrauen von Trainer und Team

Jörg Schneider. Mainz.
René Adler fällt wegen seiner Oberschenkelverletzung aus dem Pokalspiel bekanntlich länger aus. Inzwischen ist nun auch die Entscheidung gefallen, wer den ehemaligen National-Torhüter im Tor des FSV Mainz 05 vertritt: Robin Zentner steht nach seiner starken Leistung gegen Holstein Kiel auch am Freitagabend im Derby in der Opel Arena gegen Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr) zwischen den Pfosten. „So, wie Robin aufgetreten ist, hat er komplett das Vertrauen von Trainer und Mannschaft für diese Partie, und wir gehen davon aus, auch in den nächsten Wochen“, erklärte Sandro Schwarz in der Spieltags-Pressekonferenz.

Die Entscheidung ist gefallen: Robin Zentner steht auch am Freitagabend im Rhein-Main-Derby gegen Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr in der Opel Arena) im Tor des FSV Mainz 05. Der 23-Jährige war bekanntlich am Dienstagabend, beim 3:2-Erfolg der 05er im Pokalspiel gegen Holstein Kiel, nach 41 Minuten für den verletzten René Adler ins Spiel gekommen und hat seine Chance eindrucksvoll genutzt. „Robin Zentner hat jetzt über viele Wochen sehr gute Trainingsleistungen abgeliefert und war jetzt auch sehr gut im Pokalspiel. Da ist es ganz klar, dass er das Vertrauen von unserer Seite sowie von der Mannschaft erhält und am Freitag im Tor steht“, sagte Sandro Schwarz am Donnerstag im Rahmen der Spieltags-Pressekonferenz.

Robin Zentner geht beim FSV Mainz 05 als Nummer eins und Adler-Vertreter in die nächsten Wochen. Foto: Ekkie Veyhelmann Dass der 194 Zentimeter lange Schlussmann auch in den kommenden Wochen die Nummer eins beim Bundesligisten bleibt, vorausgesetzt er bleibt verletzungsfrei, liegt da nahe. „So, wie Robin aufgetreten ist, hat er komplett das Vertrauen verdient und es wird nicht so sein, dass er ins Spiel gehen und einen Fehler machen sollte, dass wir ihm dann das Vertrauen direkt wieder entziehen. Robin steht morgen auf dem Platz, und wir gehen davon aus, auch in den nächsten Wochen“, erklärte der 05-Trainer. Wie lange Adler, der sich bei einer Abwehraktion gegen den Kieler Torjäger Marvin Duksch eine schwere Muskelverletzung mit Sehnenbeteiligung im hinteren Oberschenkel des rechten Beines zugezogen hat, ausfällt, ist derzeit offenbar schwer prognostizierbar. „Er fällt länger aus und in den nächsten Tagen wird genau entschieden, wie es mit der Behandlung und der Reha weitergeht“, sagte Schwarz, der inzwischen mehrfach mit dem ehemaligen National-Torhüter gesprochen hat. „Es ist sehr schlecht gelaufen mit René im Pokalspiel. Er ist aber am Dienstagabend schon gut mit der Situation umgegangen. Wir hatten ein kurzes Gespräch, am Mittwoch noch einmal ein längeres. Klar ist, es ist ganz bitter für uns alle, aber wie René damit umgeht, ist sehr professionell. Jetzt hoffen wir alle, dass es schnell geht, bis er wieder auf dem Platz stehen kann.“

Dass Zentner nun das Vertrauen erhält, hat einerseits mit der Leistung des Torhüters zu tun, der bislang in allen Pflichtspielen der 05er als Nummer zwei auf der Bank saß.  Aber auch damit, dass die beiden übrigen 05-Keeper im Moment noch Nachholbedarf haben in Sachen Form. „Wir haben drei sehr gute junge Torhüter“, sagt Schwarz. „Jannik Huth hat es letzte Saison in einer schwierigen Lage sehr gut gemacht. Jannik war aber leider länger verletzt und ist erst seit kurzem wieder im Training. Er zeigt dort aufsteigende Trainingsform. Florian Müller war zwischenzeitlich immer wieder mal verletzt und länger raus, hat jetzt ein paar U23-Spiele absolviert und ist so halbwegs in der Wettkampfpraxis drin. Wer von den Jungs gegen die Eintracht auf die Bank geht, das gucken wir uns noch einmal genauer an.“

Genau hinschauen wird der 05-Coach auch bis Freitagabend bei Abdou Diallo und Leon Balogun. Der junge Franzose hatte wegen starker Rückenbeschwerden auf das Pokalspiel verzichten müssen, Balogun war bekanntlich wegen seines auf Schalke erlittenen Jochbeinbruchs noch nicht wieder im Kader. „Ob Diallo einsatzbereit ist, wird sich heute oder spätestens nach dem Anschwitz-Training am Freitagvormittag entscheiden. Da müssen wir schauen. Er hat leichtes Lauftraining absolviert. Mal sehen, wie er das verkraftet“, so Schwarz. Für den Innenverteidiger-Kollegen gelte dasselbe. Schwarz will nach dem Training und zwei Mannschaftssitzungen seinen Kader erst kurz vor dem Spiel gegen die Eintracht benennen. Nicht dabei sind definitiv die verletzten Niko Bungert, Gerrit Holtmann, Alexander Hack, Robin Quaison und Karim Onisiwo.

120 Pokal-Minuten nicht groß thematisieren

Dass die 05er unter der Woche im Gegensatz zum Derby-Gegner 120 Minuten powern mussten, um in die dritte Runde einzuziehen, will der 05-Coach thematisch nicht groß aufhängen. „Ich finde, dass es die Mannschaft sehr stark gemacht hat in dieser Verlängerung. Das zeigt, dass wir genügend Körner haben, um zumindest am Spieltag 120 Minuten gehen zu können. Wir haben gestern regeneriert, werden heute kein allwöchentliches Abschlusstraining absolvieren, sondern wieder aktiv regenerieren. Wir wollen uns gar nicht so groß damit beschäftigen, wie viele Körner wir gelassen haben. Wenn du müde bist, ist es am besten, noch mehr zu laufen, die Müdigkeit rauszulaufen. Das wird auch am Freitag der Faktor für uns sein. Es ist ein Flutlichtspiel, das immer motivierend ist, ein höchst emotionales Spiel, ein Nachbarschafts-Derby, da wollen  wir uns nicht damit beschäftigen, was uns groß daran hindern könnte, fit auf dem Platz zu sein“, sagt der 05-Trainer. „Wir haben das Pokalspiel erfolgreich bestritten, das ist auch ein gutes Gefühl. So wollen wir das angehen.“

Natürlich sei die Bundesliga ein völlig anderer Wettbewerb, doch aus dem hart erkämpften Erfolg im Pokal lasse sich viel rausziehen. „Wir nehmen mit, wie wichtig es ist,  immer dranzubleiben, Widerstände überwunden zu haben in diesem schweren Siel gegen Holstein Kiel, gegen einen sehr guten Gegner und am Ende gewonnen zu haben. Darum geht es. Ich finde, wir haben das gut gemacht. Auch wenn wir Phasen hatten, die sehr schwierig für uns waren. Trotzdem waren wir immer am Ergebnis dran und haben hinten heraus den Sieg gezogen. In diesem Wettbewerb geht’s ums Gewinnen. Das haben wir geschafft. Jetzt kommt der nächste Wettbewerb, da wollen wir in einer Heimspiel-Atmosphäre unsere Leistung abrufen und erneut erfolgreich sein.

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