Zehn Landesmeister in der Playoff-Runde

Christian Karn. Mainz.
Die dritte Qualifikationsrunde der Europapokalwettbewerbe ist vorbei und brachte ein paar Überraschungen, die vierte und letzte K.o.-Runde vor der Gruppenphase wurde soeben ausgelost. Höhepunkte der Playoffs, an der zehn aus der Champions-League-Qualifikation hinübergewechselte Landesmeister teilnehmen: Austria Wien gegen Rosenborg Trondheim, Bröndby IF (das Hertha BSC geschlagen hat) gegen Panathinaikos, Fenerbahce gegen Grasshoppers, Slavia Prag gegen Anderlecht. Nach einer Ruhepause in der kommenden Woche werden die Spiele am 18. und am 25. August ausgetragen. Und tags drauf, heute in drei Wochen, wird der FSV Mainz 05 endlich seine Gegner in der Gruppenphase erfahren.

Sechzehn europäische Nicht-ganz-aber-vielleicht-beinahe-Spitzenklubs sitzen seit Monaten da und warten. Athletic Bilbao und Celta de Vigo, Manchester United und der Southampton FC, Schalke 04 und Mainz 05, Inter Mailand und die Fiorentina, der SC Braga, der OGC Nizza, Zenit St. Petersburg, Zorja Luhansk, Feyenoord Rotterdam, Standard Lüttich, der FC Zürich und Konyaspor sind gespannt darauf, gegen wen sie in der Gruppenphase der Europa League spielen werden, müssen aber noch drei Wochen warten, bis sie ihre Gegner zugelost bekommen.

Immerhin wird der Kreis der Kandidaten immer kleiner. Nur noch eine letzte Playoffrunde, die vierte, fehlt in der Champions League und Europa League. Und in der dritten Runde sind interessante Dinge passiert.

So haben es einige namhafte Klubs nicht geschafft, in der Qualifikation zur Champions League zu bleiben: Olympiakos Piräus schied mit 0:0/0:1 gegen Hapoel Be'er Sheva aus, der einstige Landesmeister-Pokalsieger Roter Stern Belgrad mit 2:2/2:4 n.V. gegen Ludogorez Rasgrad. Der türkische Vizemeister Fenerbahce Istanbul scheiterte mit 2:1/1:3 an Monaco. Alle drei (außerdem der regelmäßige Champions-League-Teilnehmer aus Weißrussland, BATE Baryssau, nach 1:0/0:3 gegen den Dundalk FC aus Irland) kommen hinüber in die Europa League, in der jetzt zehn Landesmeister mitspielen: Wie die Teams aus Piräus, Baryssau und Belgrad sind das weitgehend Osteuropäer: Astra Giurgiu aus Rumänien, Qarabaq Agdam aus Aserbaidschan, der FK Trencin aus der Slowakei, Dinamo Tiflis aus Georgien und Partizani Tirana aus Albanien, der FK Astana aus Kasachstan, der die Europa-League-Landkarte wieder weit nach Osten ausdehnt, in etwa auf einen Meridian mit Mumbai und Islamabad; Bate Baryssau muss in den Playoffs dort hin. Der Zehnte ist der norwegische Meister Rosenborg Trondheim.

Im Endspielstadion in Stockholm wurde vorerst zum letzten Mal Europapokal gespielt: Die Heimmannschaft AIK Solna schied mit 0:1 und 0:2 gegen Panathianikos aus. Foto: imagoIn der Europa League zeigte sich, dass die Neueinsteiger in der dritten Runde auch dann nicht automatisch weiterkommen, wenn sie nicht Mainz 05 heißen. Ähnlich wie die 05er bei den letzten beiden Versuchen sind 14 der 25 Teams, die in den ersten beiden Runden noch zusehen durften, schon wieder ausgeschieden. Fünfmal wurden zwei Neueinsteiger gegeneinander gelost - das Aus von Hertha BSC gegen den dänischen Meisterschafts-Vierten Bröndby IF (1:0/1:3 - dreimal traf der ehemalige Bundesligastürmer Teemu Pukki), des portugiesischen Sechsten Rio Ave FC gegen den tschechischen Fünften Slavia Prag (0:0/1:1), des französischen Fünften OSC Lille gegen den Qäbäbä FC aus Aserbaidschan (1:1/0:1) sind schon eher Überraschungen. Eine Nebenwirkung der Ergebnisse: Die 05er sind trotz ihres eher bescheidenen Klub-Koeffizienten von 18.035 Punkten (Schachtjor Donezk hat als Höchstwert der Playoff-Teilnehmer 81.976 Punkte, die 05er stehen zwischen Austria Wien und dem FC Zürich) mindestens vorübergehend in den dritten Lostopf gerutscht und haben sehr gute Chancen, nicht in den vierten zurückzufallen.

Gut für die Reiseplanungen der 05er: einige Teams aus leicht erreichbaren Städten haben es geschafft: Der Grasshopper Club aus Zürich hat Apollon Limassol herausgeworfen, K.A.A. Gent aus Belgien die Rumänen von Viitorul Constanta, West Ham United aus London trotz der Hinspiel-Niederlage den NK Domzale aus Slowenien, Rapid Wien die Weißrussen von Torpedo Schodsina, ihr Stadtrivale FK Austria den slowakischen Klub Spartak Trnava - das nimmt den 05ern die Chance auf ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Spartak-Coach Miroslav Karhan hatte in Wien gewonnen, verlor das Rückspiel im Elfmeterschießen.

Immer noch im Wettbewerb sind immerhin zehn Klubs, die seit der ersten Qualifikationsrunde dabei sind, als größter Außenseiter unter ihnen der KF Shkëndija, der Klub der mazedonischen Albaner, der schon den KS Cracovia (Polen), Neftci Baku (Aserbaidschan) und den FK Mladá Boleslav (Tschechien) geschlagen hat. In der vierten K.o.-Runde trifft der mazedonische Vizemeister und Pokalsieger nun auf K.A.A. Gent. Partizani Tirana, der einzige noch (deutlich) schlechter platzierte Klub, tritt gegen den russischen Vierten FK Krasnodar an. Viele auch für die neutralen Fußballfans wirklich reizvolle Duelle gibt es in dieser Runde nicht; Austria Wien gegen Rosenborg, Bröndby gegen Panathinaikos, Slavia Prag gegen RSC Anderlecht und Fenerbahce gegen die Grasshoppers sind wohl die Höhepunkte.

Und zwar nicht schon in der nächsten, sondern erst in der übernächsten Woche, am 18. August. Die Rückspiele finden am 25. August statt, die Auslosung der Gruppenphase tags drauf: Heute in drei Wochen erfahren die 05er, gegen wen sie bei ihrer vierten Europapokalteilnahme spielen werden.

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