„Wir müssen diese Partie natürlich gewinnen“

Jörg Schneider. Mainz.
Viel Zeit, ihre Wunden zu pflegen und über die Gründe für das klägliche Ausscheiden im DFB-Pokal unter der Woche in Fürth nachzudenken, bleibt den Profis des FSV Mainz 05 nicht. Am Samstag (15.30 Uhr) steht das nächste schwere Spiel auf dem Programm: in der Opel Arena gegen den FC Ingolstadt. Martin Schmidt hat bereits eine Rotation angekündigt mit vier bis fünf frischen Spielern. Erstmals in der Bundesliga-Startelf dürfte dann José Rodriguez stehen, der seine Sperre von fünf Spielen abgesessen hat.

José Rodriguez hat seine Sperre von fünf Bundesligaspielen nach der Roten Karte in Augsburg abgesessen und dürfte am Samstag gegen den FC Ingolstadt erstmals in der Liga als Startelf-Sechser auflaufen. Foto: Imago Die Pokal-Pleite bei der SpVgg Greuther Fürth ist im kurzweiligen Programm in diesem Herbst schon wieder Geschichte, das Ausscheiden aus dem DFB-Pokal nicht mehr zu ändern. Auch wenn sich über das Warum trefflich lange und ausführlich diskutieren ließe. Belastbare Gründe dafür, wie es passieren kann, dass ein Bundesligist gegen einen Zweitligisten nach kompletter Spielkontrolle und eigener Führung die Partie in der Schlussphase noch abschenkt, mag’s geben, vielleicht aber auch nicht. Fakt ist, der FSV Mainz 05 ist mal wieder vorzeitig raus aus diesem ungeliebten Wettbewerb und muss nun sehen, die negativen Emotionen und Gedanken nicht länger mit sich herumzuschleppen. Denn bereits am morgigen Samstag geht’s in der Bundesliga weiter. Der FC Ingolstadt kommt um 15.30 Uhr in die Opel Arena. Und da wäre es angesagt, „dieses andere Gesicht, das man ab und zu von uns zu sehen kriegt“, wie Martin Schmidt sagt, nicht noch einmal zu zeigen.

Die Schmach für die 05-Profis dieser Tage war groß genug, der Ärger und die Selbstheilungskräfte innerhalb des Teams sollten garantieren, dass die Mannschaft gegen diesen kommenden Gegner, der den 05eren bisher so gar nicht gelegen hat, anders auftritt, insgesamt konzentrierter und fokussierter wirkt als dies in Fürth am Ende der Fall war. Das muss dann trotzdem noch nicht heißen, dass es deshalb einfacher wird, den Tabellen-Vorletzten zu schlagen. Obwohl dies das erklärte Ziel ist zu Hause. „Wir werden das angehen wie alle Heimspiele“, sagt der 05-Trainer. „Und wir müssen diese Partie natürlich gewinnen. Und zwar, ohne fahrlässig zu sein und zu träumen.“

Zweimal hatten es die Mainzer mit dem FC Ingolstadt in der Bundesliga zu tun. In der vergangenen Saison gab es jeweils eine 0:1-Niederlage. Die Neuauflage gegen die Bayern dürfte in ähnliche Bahnen laufen, wie auch im Jahr zuvor. Die Aufgabe heißt, einen extrem defensiven Gegner im eigenen Ballbesitz zu bespielen, Chancen herauszuarbeiten, in Führung zu gehen und diesmal nicht durch Nachlässigkeiten in Konter zu laufen und vermeidbare Gegentore zu kassieren.

Schmidt hat bereits angekündigt, dass im Heimspiel vier bis fünf Spieler dabei sein werden, die in Fürth eine Belastungspause hatten. Darunter wird weder Fabian Frei sein, der ebenso weiterhin verletzt ausfällt wie Christian Clemens. Und auch nicht Gerrit Holtmann, der eigentlich an der Reihe gewesen wäre auf dem Flügel. Der Linksaußen musste aber schon im Pokalspiel wegen eines grippalen Infektes passen und wird auch am Samstag fehlen. Giulio Donati, der im Pokal gesperrt war, kehrt zurück ins Team. Und auch José Rodriguez darf sich erstmals berechtigte Hoffnungen machen auf einen Startplatz in der Liga. Der Spanier, der in Fürth eine ordentliche Leistung zeigte, hat seine Sperre von fünf Bundesliga-Spielen abgesessen.

„José ist voll und ganz drin im Kaderstamm“, sagt Schmidt. „Seine Chancen zu spielen sind relativ groß.“ Rodriguez jedenfalls habe aus der Sperre einiges mitgenommen. „Er ist jetzt gut im Team und ist demütig geworden. José ist in der Mannschaft inzwischen akzeptiert. Er weiß jetzt, wo er gelandet ist und hat die deutsche Mentalität besser verinnerlicht. Es ist gut, dass wir ihn jetzt zur Verfügung haben.“ Denn der 05-Trainer hat im Moment nur drei Sechser zur Auswahl. Jean-Philippe Gbamin, der unter der Woche im vierten Spiel innerhalb von elf Tagen gewisse Verschleißerscheinungen zeigte. Neben dem 20-Jährigen ist Suat Serdar in der Auswahl und eben Rodriguez. „Wir müssen gut haushalten und keinen davon in eine Verletzung schicken“, betont der Coach.

Das Verletzungs-Risiko spielt immer mit im derzeitigen Intensivprogramm. Das gilt im Augenblick vor allem für Yunus Malli, der bislang den größten Spielanteil aller 05-Profis hatte.  „Elf Spiele in 44 Tagen“, hat Schmidt gezählt. Das alleine sei schon eine hohe Belastung. Malli laufe jedoch dazu mit am meisten. In Fürth waren es laut Schmidt erneut 12,5 Kilometer. „Außerdem hat Yunus in allen unseren gefährlichen Aktionen der Offensive den Fuß dran. Wir können nur hoffen, dass er unverletzt bleibt.“ Durch den Ausfall von Yoshinori Muto hat der Trainer keine Möglichkeit, eins zu eins auf dieser Position zu rotieren.

 

► Alle Artikel zum Spiel gegen den FC Ingolstadt

► Zur Startseite