„Wir bleiben im Wettkampf-Betrieb“

Jörg Schneider. Mainz.
Insgesamt sechs Spieler der U23 komplettieren in dieser Länderspielpause den Profi-Kader des FSV Mainz 05. Die Drittliga-Akteure sollen auf hohem Niveau trainieren, sich näher ans Team heranarbeiten und sich auch am Freitag, im Testspiel gegen den FSV Frankfurt, zeigen. Der Trainings-Schwerpunkt liegt in den nächsten Tagen in der Abwehrarbeit. Die Gegentore beim 3:2-Sieg in Darmstadt dienen dabei als Anschauungsunterricht. „Da weiß jetzt jeder, warum wir was trainieren“, sagt Martin Schmidt.

Tobias Schilk (am Ball) ist einer von sechs U23-Spielern, die sich in der Länderspielpause näher an den Profi-Kader heranarbeiten sollen. Foto: Jörg SchneiderDie Länderspielpause in der Bundesliga ist beim FSV Mainz 05 nicht gleichbedeutend mit weniger Arbeit. Im Gegenteil. Am Bruchweg ist auch mit reduziertem Kader intensives Training  angesagt. „Wir haben ein erfolgreiches Spiel hinter uns. Ein wichtiges Spiel für uns fürs Gefühl. Das wollen wir in den zwei Wochen Pause bewahren“, sagt Martin Schmidt. „Wir können im Training auch nicht langsamer machen, weil wir sechs U23 Spieler dabei haben. Die möchte ich auf einem höheren Niveau trainieren lassen. Da können die anderen nicht nachlassen. Außerdem haben wir am Freitag ein Spiel, das ich ganz klar aufrufe als ernstzunehmende Partie, in dem ich ein paar Dinge ausprobieren will, das wir erfolgreich gestalten wollen. Das soll kein Freundschaftsspiel sein, sondern ein  richtiges Testspiel in der Vorbereitung für Dortmund.“

Die 05er testen am Freitag um 15 Uhr am Bruchweg gegen den Zweitligisten FSV Frankfurt. Eine gute Gelegenheit für alle sich dem 05-Trainer aufzudrängen. „Wir haben ja auch nicht mehr so viele Nationalspieler wie in der vergangenen Saison“, sagt der 05-Coach. „Da können wir zwölf oder 13 vom Stammkader optimal vorbereiten. Ich will den Druck schon hoch halten.“ In dieser ersten Woche gestaltet Schmidt die Trainingsumfänge etwas größer. Da soll in den Einheiten mehr gespielt werden. Dazu gibt es Krafttraining und oben drauf noch längere Läufe im Ausdauerbereich. „Wir bleiben im Wettkampf-Betrieb und wollen nicht zu viel rausnehmen.“  Die 05-Nationalspieler laufen sowieso auf vollen Touren, haben eine Englische Woche. Entsprechend soll auch der zu Hause gebliebene Restkader arbeiten.

Ein Schwerpunkt des täglichen Trainings betrifft das Verteidigungsverhalten. Die Anzahl der Gegentore, die das 05-Team zuletzt über Außen kassierte, ist entschieden zu hoch. Beim 3:2-Sieg in Darmstadt kamen individuelle Fehler dazu, die der Mainzer Abwehr so einfach nicht passieren dürften, betont Schmidt. „Das beinhaltet das ABC des Defensivverhaltens. Eins gegen eins. Zwei gegen zwei. Drei gegen drei oder zwei gegen eins.“ Wenn man sich die Tore ansehe, wie das von Marcel Heller zum 1:2, dann könne man eindeutig ein Fehlverhalten in einer Zwei-gegen-eins Situation erkennen. „Da verlässt sich der eine plötzlich auf den, der dazukommt. Da muss aber einer Druck machen auf den Gegner und der andere muss absichern. Hier hat aber keiner Druck gemacht und auch nicht abgesichert“, sagt der 05-Trainer. Beim  zweiten Tor der 98er waren die 05er außen mit vier gegen zwei in der Überzahl und wurden mit einem simplen Doppelpass ausgehebelt. „Da hat jeder gedacht, nimm du ihn, ich habe ihn sicher. Unsere Abwehrseite war überladen, und wir haben das Zentrum vergessen. Wenn der Sechser weg bleibt, passiert nix. Das werden wir verstärkt trainieren, das Bewusstsein dafür wieder stärken.“

Mit Borussia Dortmund kommt am Freitag in acht Tagen noch einmal ein Gegner, der seine Angriffe aus der Mitte verstärkt nach außen verlagert. Deshalb stehen in den kommenden Tagen etliche Spielformen auf dem Programm, mit dem dafür notwendigen Verteidigungsverhalten. Die Partie beim Aufsteiger habe genügend Ansätze geliefert. „Da weiß jetzt jeder, warum wir was trainieren.“ Die spezielle Vorbereitung auf das Heimspiel gegen die Dortmunder steht dabei allerdings noch nicht im Vordergrund. „Damit beschäftige ich mich ab nächster Woche“, sagt Schmidt. „Jetzt gucke ich mir zunächst mein Team an. Ich will mit meinem Team intensiv arbeiten und bestimmte Sachen ausprobieren.“ Das Problem beider Mannschaften sei ohnehin der Spieltermin am Freitagabend. „Auf beiden Seiten gibt es etliche Spieler, die erst spät ankommen. Bei uns kommen die letzten erst nach dem Abschlusstraining. Das gibt der Partie eine besondere Brisanz“, betont der 05-Trainer. „Und das macht es schwierig, auf das Spiel hin etwas einzuüben. Da ist viel Psychologie gefragt vorher. Und es ist wichtig, genau hinzuschauen bei denen, die unterwegs waren, darauf zu achten, wer die nötige Frische hat und wer müde anreist. Das sind die größeren Herausforderungen vor diesem Spiel.“

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