Winter-Transfers: Das war’s dann

Jörg Schneider. Mainz.
Das angebliche Interesse des FC Southampton an Filip Djuricic hat sich als Ente erwiesen. Christian Heidel, der Manager des FSV Mainz 05, hat vor dem Rückrundenauftakt gegen den SC Paderborn und wenige Tage vor dem Ablauf der Transferperiode die Kaderplanungen des Bundesligisten für diesen Winter als beendet erklärt. „Ich sage niemals nie“, so der 51-Jährige, „aber auf dem Plan steht definitiv nichts mehr.“

Filip Djuricic muss sich in der Rückrunde in Mainz beweisen. Ein Wechsel steht wohl nicht mehr an. Foto: Jörg SchneiderDas Gerücht, Filip Djuricic sei auf dem Absprung nach England, war anscheinend völlig aus der Luft gegriffen. Christian Heidel, der Manager des FSV Mainz 05, erklärte jedenfalls, es gebe keinen Kontakt zum FC Southampton und es habe auch keinen gegeben. Dass ausgerechnet der Tabellendritte der englischen Premier League seine Fühler nach dem Spieler ausgestreckt haben sollte, der eine eher unglückliche Rolle im 05-Team gespielt hat, würde auch verwundern. Elf Einsätze hatte der Serbe, der im Sommer von Benfica Lissabon an den Bruchweg verliehen wurde, bisher in der Mannschaft von Kasper Hjulmand. Überzeugen konnte der 23-Jährige dabei bisher nicht. Die Verantwortlichen am Bruchweg erhoffen sich jedoch eine deutliche Steigerung vom Mittelfeldspieler, der technisch so viel mitbringt, in der Rückrunde.

Christian Heidel erklärte am Donnerstag in der Spieltags-Pressekonferenz vor der Partie gegen den SC Paderborn, dass die Transfer-Aktivitäten des Bundesligisten für diesen Winter abgeschlossen seien. Sowohl, was Neuzugänge betrifft, als auch in Sachen abzugebender Profis. „Ich sage niemals nie, “, so der 51-Jährige, „aber auf dem Plan steht definitiv nichts mehr.“ Wenn allerdings der FC Southampton kommen und neun Millionen Euro anbieten würde, um Djuricic für ein halbes Jahr auszuleihen, „dann müssten wir sicher noch einmal nachdenken.“ Unter normalen Umständen dürften also Philipp Wollscheid, der im Sommer aus Leverkusen gekommen und jetzt im Winter zu Stoke City weitergezogen war, und Julian Koch, den die 05er bis Saisonende an den FC St. Pauli ausgeliehen haben, die einzigen Abgänge bleiben.

Der 05-Kader für die am Samstag beginnende Rückrunde steht damit. Drei Neuzugänge hat Heidel verpflichtet: Pierre Bengtsson, Linksverteidiger vom FC Kopenhagen, Christian Clemens, Außenstürmer vom FC Schalke 04 und in dieser Woche noch den 21-jährigen Mittelstürmer Nicolás Castillo vom FC Brügge. „Darüber hinaus ist nichts mehr geplant“, sagte Heidel.

Der 05-Manager erklärte noch einmal, warum der Bundesligist den jungen Chilenen unter Vertrag genommen habe. „Wir sind davon ausgegangen, dass uns Shinji Okazaki mehrere Spiele fehlen würde. Uns war klar, wenn wir etwas machen würden, dann musste es genau für diese Position passen“, sagte Heidel. Vor allen Dingen Stürmer an Land zu ziehen, sei jedoch in der Winter-Transferperiode extrem schwierig. „Vor allem dann, wenn man wie wir, einen Profi ausleihen möchte.“

Die Selektion sei aber sehr schnell abgeschlossen und Castillo sei auch nicht der einzige Kandidat gewesen, „aber wenn man alle Möglichkeiten sportlich wie wirtschaftlich genau prüft, hat Nicolás am besten gepasst für uns.“ Geholfen hat bei der schnellen Ausleihe mit Kaufoption offenbar die Tatsache, dass Heidel mit dem belgischen Spitzenklub bereits mehrere Geschäfte gemacht hat. Man kennt und schätzt sich. Der in der Vorrunde zu Ajax Amsterdam gewechselte Niki Zimling kam seinerzeit aus Brügge, ebenso Junior Diaz.

„Das hat dann alles gut gepasst und geklappt und ging auch sehr schnell. Genauso, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Heidel. Einen Profi (Bengtsson) ablösefrei vom dänischen Spitzenklub aus Kopenhagen geholt, zwei weitere ausgeliehen mit Kaufoption von namhaften Vereinen, einen davon gleich für eineinhalb Jahre – von den Rahmenbedingungen her sicherlich eine gute Ausbeute. Nun muss das neue Profi-Trio nur noch sportlich zeigen, dass der Klub die richtige Wahl getroffen hat.

► Alle Artikel zur Kaderplanung

► Zur Startseite