Viel Arbeit im Defensivbereich

Jörg Schneider. Mainz.
Das sind doch wenigstens ein paar Lichtblicke in der Verletzungssituation beim FSV Mainz 05: Leon Baloguns Schienbeinprellung hindert den Verteidiger nicht an der Teilnahme am Mannschaftstraining. Julian Baumgartlinger steigt diese Woche wieder ins Training und am Samstag in den Spielbetrieb in der Heim-Partie gegen den VfL Wolfsburg ein. Jhon Cordoba und Maximilian Beister sind bereit für Kurzeinsätze. Fabian Frei hat mit dem Lauf- und Aufbau-Training begonnen.

Nur ein reduzierter Kader präsentierte sich zum Auftakt der Trainingswoche des FSV Mainz 05 am Bruchweg. Beim Start der Vorbereitungen auf das Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen den VfL Wolfsburg zeigte sich eine ganze Reihe von Profis nicht oder nur kurz als Jogger auf dem Platz. Daniel Brosinski, Pierre Bengtsson, Stefan Bell und Julian Baumgartlinger legten eine Reha- und Kraft-Einheit in der Halle ein, der 05-Kapitän drehte danach ein paar Laufrunden ums Gelände. „Es hat sich keiner neu verletzt. Morgen sind alle wieder im Training“, sagte Martin Schmidt.

Leon Balogun, der beim 3:3 in Augsburg vorzeitig wegen einer Schienbein-Prellung ausgewechselt werden musste, hat dagegen eine komplette Einheit absolvieren können. Baumgartlinger soll am Mittwoch wieder einsteigen können und wird am Samstag gegen den Tabellendritten wieder mit von der Partie sein. Auch Fabian Frei joggte am Dienstag. Für den Schweizer, der seit dem dritten Spieltag wegen eines Sehnen-Teilabrisses verletzt fehlt, beginnt das Aufbautraining jetzt mit Ausdauerarbeit. „Das wird nun allmählich gesteigert. Das dauert sicher zwei, drei Wochen, dann gibt es noch mal einen Test in der Klinik. Und dann kriegt er Ende November grünes Licht fürs Mannschaftstraining. Das ist der Plan“, erklärte der 05-Trainer. Gut möglich also, dass der Mittelfeldspieler in dieser Vorrunde noch sein Comeback schafft.

Taktikschulung

Jhon Cordoba ist nach überstandener Verletzung und absolviertem Aufbautraining auf dem Weg in den Kader. „Er macht einen guten Eindruck, er bewegt sich frei. Natürlich fehlt die Wettkampfhärte, aber er ist schon voll drin“, sagt Schmidt. Im Moment liegt der Schwerpunkt für den Kolumbianer auf der Taktikschulung. „Solche Einheiten wie die heute im 4-4-2 im taktischen System, sind wichtig vor allem für die Stürmer. Das Trainings-Spiel am Schluss ging auch in diese Richtung, weil es unter dem Anlaufaspekt auf engem Raum ging.“

Auch die Fortschritte bei Maximilian Beister sind unübersehbar. Der Flügelstürmer saß in Augsburg schon auf der Bank. „Der Kader dort war stark von Ausfällen geprägt. Ich will nicht sagen, dass Maxi jetzt ganz nah am Kader ist und dann beim nächsten Mal aus taktischen Überlegungen vielleicht doch wieder nicht. Ich wollte ihm zeigen, dass die Möglichkeit da ist“, so der Coach. „Ich denke, dass er jetzt in der Länderspielpause noch ein Testspiel braucht. Danach werden wir ihn hundertprozentig im Boot drin haben. Für einen Kurzeinsatz reicht es jetzt schon, aber ein Kurzeinsatz ist nicht sein Anspruch.“ Nicht im Training sind weiterhin Elkin Soto, Christian Clemens und Torhüter Gianluca Curci, der schon in Augsburg wegen einer Zerrung fehlte.

Unterdessen liegt das Hauptaugenmerk der Arbeit in dieser Woche auf dem Defensivverhalten. Natürlich im Hinblick auf das bevorstehende Duell mit den äußerst spiel- und angriffsstarken Wolfsburgern. Die 05er haben jedoch in den zurückliegenden Spielen grundsätzlich zu viele Gegentore gefangen, zu viele Tore nach individuellen Fehlern. Die Anhäufung ist auffällig, das weiß auch der 05-Trainer. „Was aber oft vergessen wird ist, gegen welche Gegner wir vorher auch gespielt haben. Da war Leverkusen, Bayern, Schalke und Dortmund dabei“, betonte Schmidt. Gegner wie auch nun die Wolfsburger, die eine Abwehr aufgrund ihrer Stürmerqualität zu Fehlern zwingen. „Es werden auch wieder Spiele kommen,  in denen wir weniger schnappen. Das zu drehen, ist unser Anspruch. Mal wieder zu Null spielen.“ Die Anfälligkeit sei seiner Defensive nicht abzusprechen, sagt Schmidt. „Daran trainieren und arbeiten wir sehr intensiv. Das haben wir auch heute wieder getan. Es sind immer dieselben Prinzipien: Anlaufverhalten in unserer 4-4-2-Grundordnung gegen den Ball. Räume eng machen. Pressing. Druck auf den  Ball. Ich bin überzeugt, dass wir das wieder in den Griff kriegen. Wir bleiben in den Inhalten und trainieren Abwehr- und Ketten-Verhalten. Das Verteidigen in der Kette. Das Zusammenspiel der Ketten. Am Freitag dann noch einmal im Spiel zehn gegen zehn. Außerdem führen wir Gespräche mit den zuletzt anfälligen Spielern unter vier Augen, machen individuelle Videoanalysen mit den einzelnen Blöcken. Wir tun alles für die Teamstruktur.“

Defensivarbeit war angesagt im nebligen Dienstagtraining am Bruchweg: In dieser Szene gelang es aber Florian Niederlechner, sich zwischen Gaetan Bussmann (links) und Leon Balogun durchzumogeln. Foto: Jörg Schneider

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