„In unserer Kurve ist noch Platz“

nullfünfMixedZone. Mainz.
Das soziale Jugendprojekt des FSV Mainz 05, die „05er Youngsters“, haben im Rahmen des Flüchtlingshilfebündnisses „Willkommen im Fußball“ den Kooperationsverein FC Ente Bagdad sowie 15 junge Geflohene zu ihrem großen Sommerfest geladen. Auch Vertreter des Kooperationspartners Stiftung Juvente sowie des Mainzer Fanprojekts waren zu Gast an dem Abend, der zur Integration junger Flüchtlinge in Mainz beitragen sollte. Neben dem gemeinsamen Grillen standen auch Fußball, Basketball, Tischtennis und Tischkickern auf dem Programm. Als Überraschungsgäste waren auch etliche 05-Profis gekommen.

Gruppenbild mit 05-Profis: Auch Christoph Moritz und Christian Clemens waren zum Integrations-Sommerfest gekommen. Als Überraschungsgäste waren sieben Spieler aus dem  Profikader des FSV Mainz 05 gekommen, die beim Sommerfest vorbeischauten und gemeinsam mit den jungen Flüchtlingen, den 05er Youngsters und den einheimischen Mitspielern des FC Ente Bagdads Fußball oder Tischtennis spielten oder sich beim Tischkickern übten. Während die 05er Youngsters schnell erkannten, wer da auf einmal mit um den Ball kämpfte, hatten die Gäste aus der Zwerchallee zunächst keinen blassen Schimmer, dass sie gerade mit Bundesligaspielern kickten. Erst nach einer guten Viertelstunde wurden Niko Bungert, Danny Latza, Christoph Moritz, Christian Clemens, Stefan Bell, Florian Niederlechner und Fabian Frei in den ausgelegten Stadionheften wiedererkannt. Danach war die Freude unter den fußballbegeisterten Teenagern, die zumeist aus Syrien, aber auch aus Ägypten, Afghanistan und Albanien nach Deutschland geflohen sind, groß.

Und auf dem provisorischen Fußballplatz hinter den Stehrängen des Bruchwegstadions entpuppten sich manche der Spieler des FC Ente Bagdad als echte Ballkünstler: Der junge Saleh, der mit seiner Familie dem Bürgerkrieg in Syrien entflohen ist, lieferte sich unter den staunenden Blicken der Zuschauer einen spannenden Battle mit Christoph Moritz um die besten Tricks am runden Leder.

Doch neben Spiel und Spaß standen auch Gespräche auf dem Programm. Die Spieler hatten eine Menge Fragen zum Thema Flüchtlinge in Mainz. Wo und wie werden die Menschen untergebracht? Woher und wie sind die Kinder und Jugendlichen nach Deutschland gekommen? Wie funktioniert das mit der Schulpflicht und den Aufenthaltsgenehmigungen? Wie kann man dazu beitragen, dass sich die Lebensbedingungen für Geflohene bessern und was sind die Perspektiven von Asylsuchenden?  Nur einige der Fragen, die Mohamed Jabry von der Stiftung Juvente, die von der Stadt beauftragt ist, sich um Flüchtlingsbelange in Mainz zu kümmern, beantwortete.

„Aktuell wird man überall in den Medien mit den schrecklichen Bildern aus Syrien und dem Elend der Flüchtlinge überall in Europa konfrontiert, natürlich macht man sich da eine Menge Gedanken“, sagt Stefan Bell, „es war daher für uns sehr interessant mal einen Eindruck aus erster Hand zu bekommen.“ Niko Bungert ergänzt: „Schön, dass wir dazu beitragen konnten, den Jungs und Mädchen hier auf dem Sommerfest ein paar schöne Stunden zu bereiten, in denen sie das erlebte Grauen der Flucht vielleicht für ein paar Momente vergessen konnten.“

Mustapha Smail, Trainer der Integrationsmannschaft des FC Ente Bagdad: „Das war ein toller Abend für unser Team, immerhin bekommt man nicht immer die Gelegenheit, mit echten Fußballprofis zu spielen. Das war ein echtes Highlight für die Spieler in unserer Mannschaft.“ Mohamed Jabry von der Stiftung Juvente ergänzt: „Dazu ist es schön, dass die Flüchtlinge bei solchen Veranstaltungen Kontakt knüpfen können zu einheimischen Jugendlichen und hier Freundschaften schließen, das ist wichtig für eine gelungene Integration auf beiden Seiten.“

Dies ist ein wichtiger Anknüpfungspunkt auch für das Engagement von Mainz 05 beim Bündnis „Willkommen im Fußball“. „Es ist uns wichtig, dass wir als Mainz 05 nicht nur Material wie Trikots oder Bälle stellen, sondern den jungen Geflohenen auch Zugang zu unseren sozialen Projekten ermöglichen. Darüber können sie Gleichaltrige mit ähnlichen Interessen kennenlernen und etwas Abwechslung und Ablenkung vom Alltag in den Flüchtlingsunterkünften erfahren“, sagt Kathrin Barth von den sozialen Jugendprojekten der 05er.

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