U21-EM: Geis und Malli treffen Djuricic

Jörg Schneider. Mainz.
Zwei Profis des FSV Mainz 05 starten heute Abend in ihr erstes großes internationales Turnier. Johannes Geis und Yunus Mall bestreiten in Prag das Auftaktspiel zur U21-Europameisterschaft gegen Serbien (20.45 Uhr, live in der ARD). „Wir sind heiß auf den Titel und fahren nach Prag, um ihn zu holen“, sagt Geis, über dessen sportliche Zukunft seit Wochen in den Medien heftigst spekuliert wird. Für die zwei 05er gibt es im Auftaktspiel im Übrigen ein Wiedersehen mit ihrem ehemaligen Team-Kollegen Filip Djuricic.

Johannes Geis startet heute mit der deutschen U21 in die Europameisterschaft. Im Auftaktspiel gegen Serbien gibt es ein Wiedersehen mit Ex-05-Teamkollege Filip Djuricic. Foto: ImagoDie Erwartungen sind groß und auch intern ist die Zielvorgabe klar formuliert. „Wir sind heiß auf den Titel und fahren nach Prag, um ihn zu holen“, sagt Johannes Geis. Der Spielmacher des FSV Mainz 05 ist einer von zwei Profis des Bundesligisten, die ab heute in Tschechien mit der deutschen U21-Nationalmannschaft in das Abenteuer Europameisterschaft starten. DFB-Trainer Horst Hrubesch hat zwar seine endgültige Formation für die Auftaktpartie noch nicht bekannt gegeben. Doch Geis und Yunus Malli gehören zu den Leistungsträgern im Kader des mit viel Bundesliga-Erfahrung ausgestatteten Teams, das sich zum Auftakt in Prag mit der Auswahl Serbiens auseinandersetzen muss (20.45 Uhr, live in der ARD).

Yunus Malli, der kürzlich seinen Vertrag am Bruchweg vorzeitig verlängert hat, konnte sich wie der Großteil dieser Mannschaft in aller Ruhe und unbelastet im Trainingslager im österreichischen Leogang auf das große internationale Turnier vorbereiten. Die Schlagzeilen gehörten seinem 05-Kollegen. Seit dem Saisonende in der Liga ist kaum ein Tag vergangen, an dem Johannes Geis nicht Gegenstand von Medienberichten war. Die Spekulationen und Gerüchte um die sportliche Zukunft des 21-Jährigen nehmen kein Ende und füllen das mediale Sommerloch, falls es das überhaupt noch gibt.

Ein unterschriftsreifer Vertrag bei Borussia Dortmund liege dem Jungstar der 05er vor, Lazio Rom habe acht Millionen Euro für Geis geboten, ist da behauptet worden. Zuletzt bekundete Horst Heldt, der Manager von Schalke 04, öffentlich sein Interesse am 05-Profi und erklärte, er habe ein Angebot am Bruchweg abgegeben. Von zwölf Millionen Euro ist die Rede. Von Mainz 05 gibt es dafür keine Bestätigung. „Ich kann nur eines sagen: Es ist nichts unterschrieben“, sagte der 05-Profi dieser Tage in einem Interview im Trainingslager mit dem Online-Portal „Goal“. „Ich bin mir mit keinem Verein einig. Für Talente gilt es, Reize zu setzen, nach dem Höchsten zu streben, um sich weiterzuentwickeln. Ich will mich weiterentwickeln, sonst wäre ich falsch in dem Sport. Fakt ist: Mein Vertrag läuft noch zwei Jahre. Ich bin in Mainz sehr glücklich und genieße vollstes Vertrauen, daher habe ich keinen Stress. Ich spüre das Interesse, lasse mich davon aber nicht beirren. Mein Berater hält das fern von mir. Meine Konzentration gilt der EM. Etwas Spruchreifes gibt's nicht.“

Die große Frage ist, ob sich ein junger Spieler unter diesen Umständen wirklich komplett darauf konzentrieren kann, seine Bestleistung abzurufen, die in einem solchen internationalen Turnier dringend benötigt wird. 05-Manager Christian Heidel ist sich sicher, dass Geis die Nebengeräusche ausblenden kann. Der Mittelfeldspieler sei trotz seiner Jugend sehr gereift und völlig klar mit sich, lasse sich von dem Mediengebrüll nicht aus der Spur bringen.

Nur schwer zu schlagen

„Als Mensch bin ich sehr entspannt und für jeden offen. Meine Familie, meine Freundin und die Freunde stehen hinter mir. Sie haben mit dem Profifußball nichts am Hut und sorgen dafür, dass mir das nicht zu Kopf steigt. Wenn viel über dich geschrieben wird, viel erzählt wird, ist es häufig schwer, den Forderungen gerecht zu werden“, erzählte der 05er im Interview in Leogang. „Bist du nicht abgezockt und klar im Kopf, hebst du ab. Dann geht es schnell ins andere Extrem. Viele junge Spieler wissen zudem mit schlechten Leistungen nicht umzugehen, können sich da nicht herausziehen. Ich kann das zum Glück und besitze diese Coolness, um Schlagzeilen nicht zu nah an mich heranzulassen. Läuft es nicht, besinne ich mich auf die einfachen Dinge.“

Diese einfachen Dinge im Spiel sind es, die Geis so stark machen. Der defensive Mittelfeldspieler ist auch in Hrubeschs Team ein wichtiger Faktor auf der Sechs als Defensivorganisator, Abräumer, als Löcher-Stopfer, Ballverteiler und Aufbauspieler. Gleiches gilt auch für Malli auf der Zehn. „Die Vorfreude ist riesig“, sagt Geis. „Wir spielen nun seit rund zwei Jahren zusammen und sind ein eingeschworenes Team. Jeder weiß, was der Nebenmann kann und was er selbst zu tun hat. Bei der EM muss jeder für jeden kämpfen, jeder jedem den Erfolg gönnen. Wenn wir das abrufen, was wir drauf haben, sind wir schwer zu schlagen.“

Die deutsche Auswahl geht als einer der großen Favoriten in diese Europameisterschaft und könnte das Zeug dazu haben, den Titel zu holen. So, wie 2009 der Jahrgang um die heutigen Top-Stars Manuel Neuer, Jerome Boateng, Mats Hummels, Benedikt Höwedes, Sami Khedira oder Mesut Özil. Doch zunächst geht es um einen vernünftigen Start in den Wettbewerb.

Auftaktgegner Serbien spielt die Außenseiterrolle, hat aber immerhin Spanien in der Relegation rausgeworfen und wird ein unbequem zu bespielender Gegner sein. „Es wird ein harter Brocken. Sie kommen nicht über Einzelspieler, sondern über die Kompaktheit", sagt Hrubesch. „Sie sind schwer zu bespielen, aber wir sind in der Lage die Aufgabe zu lösen." Ein Sieg gegen die Serben auf dem Weg ins Finale ist das Ziel der U21. „Die Qualität dazu hat die Mannschaft. Im Laufe der Monate haben wir erkannt, dass wir dieses Ziel auch erreichen können, dass das nicht utopisch ist. Mit dieser Überzeugung treten wir an. Aber: Es wird kein leichtes Turnier. Zunächst gilt es, sehr starke Serben zu schlagen“, sagt der Trainer.

Für Johannes Geis und Yunus Malli gibt es im Übrigen heute Abend ein Wiedersehen mit einem ehemaligen Mannschaftskollegen. Filip Djuricic spielt in der Offensive der Serben. Der offensive Mittelfeldspieler kam Anfang der vergangenen Saison als Leihspieler von Benfica Lissabon nach Mainz, schaffte es jedoch nicht, sich bei den 05ern durchzusetzen, zog im Winter weiter in die englische Premier League zum FC Southampton und kehrt nach dem Turnier zurück zu Benfica.   

► Alle Artikel zum internationalen Fußball

► Zur Startseite