Suche nach Namensgeber läuft

Jörg Schneider. Mainz.
Vor dem Auswärtsspiel des FSV Mainz 05 am Samstag beim Hamburger SV hat Christian Heidel bestätigt, dass die Suche nach einem Namensgeber für das Stadion, das bis nächsten Sommer noch Coface Arena heißt, mit der Unterstützung von Vermarkter „Infront“ am Laufen ist. Unterdessen gibt es Gerüchte, dass Dirk Dufner, der im Rhein-Main-Gebiet wohnt und dessen Sohn in einem 05-Jugendteam spielt, ein Kandidat als Heidel-Nachfolger sein könnte. Eine Bestätigung vom Verein gibt’s nicht.

Auch vor diesem drittletzten Vorrunden-Spieltag in der Bundesliga gibt es vom FSV Mainz 05 keine konkreten oder neuen Hinweise auf die ungeklärten Dinge, die von der Vereinsführung derzeit dringlich abgearbeitet werden müssen. Zumindest nach außen hin wirkt der Klub in einem Schwebzustand. Die Frage, ob Christian Heidel nach dieser Saison zum FC Schalke 04 wechselt, ist nach wie vor unbeantwortet. Der Manager selbst verweist gebetsmühlenartig auf seinen bis 2017 laufenden Vertrag und betont, solange sich an dieser Vertragssituation nichts ändere, gebe es nichts zu sagen.

Harald Strutz hat erklärt, dass er um den Manager kämpfe. Das oberste Ziel sei es, Heidel dazu zu bringen, dass dieser in Mainz bleibe. Angaben über diesen Entwicklungsprozess oder über eine Nachfolge-Regelung macht auch der 05-Präsident im Moment nicht. Einem Bericht der „Allgemeinen Zeitung“ zufolge soll nun Dirk Dufner ein Top-Kandidat sein für die Heidel-Nachfolge. Der vor geraumer Zeit bei Hannover 96 ausgeschiedene Manager sDie Suche nach dem künftigen Namensgeber für die Mainzer Arena läuft. Foto: Jörg Schneideroll demnach bereits Gespräche mit Heidel geführt haben. In der Tat haben die beiden Manager in einem Lokal im King-Park zusammen gesessen. Dufner war zudem bei den zurückliegenden Heimspielen mehrfach Tribünengast in der Coface Arena. Was allerdings nicht verwunderlich ist, denn Duffner wohnt in der Nähe. Ob die Gespräche ein mögliches Engagement am Bruchweg zum Inhalt hatten oder ob die Treffen damit zusammenhängen, dass Dirk Duffners Sohn in einer der Jugendmannschaften von Mainz 05 spielt, darüber kann nur spekuliert werden. Klar ist jedoch, sollte Heidel tatsächlich seinen Abgang im kommenden Sommer vorbereiten, muss der Verein bald mit Lösungsansätzen kommen. Das Thema bleibt spannend und diffus.

Spannend ist auch die Frage, welchen Namen das Stadion künftig erhält, nachdem der Kreditversicherer Coface diese Woche angekündigt hat, seinen Vertrag über die Namensrechte der Arena nicht über die Saison hinaus verlängern zu wollen. Es gehöre heute zum Bundesliga-Geschäft dazu, dass ein Stadion häufiger einen neuen Namen kriege, sagte Heidel in der Pressekonferenz vor dem HSV-Spiel. Die Spielstätte der Hamburger hat in den vergangenen Jahren mehrfach unter neuem Namen firmiert. „Ich sehe das nicht negativ“, betont der 52-Jährige. „Dass ein Stadion-Sponsor keinen Vertrag über 100 Jahre unterschreibt ist klar. Unsere Aufgabe ist es nun, einen neuen Partner zu finden. Nicht für ein Jahr, aber einen, der sich mit dem Verein identifiziert und sich mittel- oder langfristig bindet. Das auf den Weg zu bringen, da sind wir dabei.“ Wie weit die Bemühungen fortgeschritten sind, ließ der Manager offen. Die Suche falle in erster Linie in den Bereich der Vermarktungsgesellschaft „Infront“. „Das heißt aber nicht, dass wir die Füße hochlegen. Infront unterstützt uns bei der Suche.“

Beim kommenden Gegner hat Unternehmer Klaus-Michael Kühne die Namensrechte erworben und verfügt, dass die Spielstätte des Hamburger SV wieder Volksparkstadion heißt. Trotz des Verkaufs dieser Rechte hat der HSV jedoch in dieser Woche ein Rekord-Minus von 16,9 Millionen Euro bekannt geben müssen. Im Vergleich dazu: Die 05er haben in den vergangenen vier Jahren einen Gewinn von rund 20 Millionen Euro erwirtschaftet. Für das Duell der beiden Klubs am Samstag habe dies keine Bedeutung, sagt Heidel. „Es geht weiter dort. Ich kann mich nicht erinnern, wann der HSV in den letzten Jahren ein positives Ergebnis hatte. Aber ich will das nicht bewerten. Es zeigt eher die Stärke und die Kraft eines solchen Klubs. Woher auch immer das Geld kommt. Sie stehlen es ja nicht“, so der Manager. „Wenn Mainz 05 eine solche Bilanz aufweisen würde, weiß ich nicht, ob wir nächsten Donnerstag hier noch eine Pressekonferenz hätten.“

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