Spielpraxis für Nedelew in Liga zwei

Jörg Schneider. Mainz.
Todor Nedelew soll in einem anderen Klub Spielpraxis sammeln und nach Möglichkeit in die Zweite Liga ausgeliehen werden. Bei Niki Zimling und Henrique Sereno zeichnet sich eine Trennung im Winter ab. Ansonsten stehen beim FSV Mainz 05 in der kommenden Transferperiode keine Abgänge auf der Agenda. Manager Christian Heidel räumt zudem ein, es könne durchaus passieren, dass der Bundesligist auch ohne Neuzugang Ende Januar in die Rückrunde starte.

Im Flieger, der Mannschaft und Delegation des FSV Mainz 05 von Berlin nach Frankfurt brachte, saßen am Sonntagabend auch mehrere Spielerberater. „Reiner Zufall“, sagt Christian Heidel, er habe mit keinem der Herren gesprochen. Der 05-Manager beteuerte am Tag danach, er habe aber keine Angst davor, dass Berater mit Angeboten für Mainzer Profis in dieser nun beginnenden Winterpause zu ihm kommen könnten. „Nicht so lange wir selbst entscheiden können, ob wir was tun wollen. Und das können wir.“

Todor Nedelew soll nach Möglichkeit in die Zweite Liga ausgeliehen werden. Der 52-Jährige betont, dass es nicht auf der Agenda des Klubs stehe, in dieser Transferperiode Kaderspieler abzugeben. Zumal es gerade im Winter erheblich schwieriger sei als im Sommer, adäquaten Ersatz zu finden. „Da müsste schon sehr vieles passen, sonst ist das kein Thema.“ Sollten sich andere Vereine für Mainzer Profis interessieren, dann sei das ein Beleg dafür, dass sich die Spieler weiterentwickelt und mit ihren Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hätten. Doch die Vertragssituation beim Bundesligist sei nahezu optimal. „Außer bei Gonzalo Jara läuft kein Vertrag zum Saisonende aus. Und bei Gonzo mit seinen 30 Jahren kriegen wir auch keine Schnappatmung, wenn da jemand anruft und was anbietet“, sagt Heidel. In chilenischen Medien war über eine Rückkehr des Profis nach Südamerika spekuliert worden. „Er selbst hat nichts gesagt. Er kommt zurück, spielt die Rückrunde bei uns, dann sehen wir weiter.“

Trotzdem stehen wahrscheinlich Abgänge an am Bruchweg. Die Situation von Niki Zimling ist bekannt. Der Däne hat in der Vorrunde nicht einmal gespielt. „Bei ihm ist die Sachlage ganz klar“, sagt der Manager. „Wir sind auf der Position sehr gut besetzt, Niki kommt da nicht vorbei, und das wird sich sicherlich auch nicht ändern. Das weiß der Spieler. Das weiß der Berater. Mal sehen, was sich daraus entwickelt.“ Ähnlich dürfte die Lage für Henrique Sereno aussehen. Der Innenverteidiger ist ebenfalls bisher ohne Einsatz, war allerdings auch sehr oft verletzt, konnte sich in der Hierarchie nicht nach vorne arbeiten und musste zuletzt den U23-Verteidiger Alexander Hack an sich vorbeiziehen lassen. „Man muss dazu sagen, Sereno ist auch nicht geholt worden, um bei den Innenverteidigern weiter vorne zu stehen“, so Heidel. Der Portugiese kam als Backup und kannte seine Situation im Kader.

Unterdessen zeichnet sich ab, dass Todor Nedelew im Winter ausgeliehen wird. Der Bulgare müsse nun wirklich den nächsten Schritt machen. „Todor hängt zwischen Dritter Liga und Bundesliga. Nach oben reicht’s nicht für ihn momentan, unten zu spielen bringt ihn nicht weiter“, sagt Heidel. „Er braucht irgendwo Spielpraxis. Das weiß der Spieler. Mal sehen, ob es funktioniert.“ Der 05Manager denkt allerdings nicht daran, den 22-Jährigen, der seit 2014 meist vergeblich um einen Platz im Bundesliga-Kader kämpft, zu verkaufen. Die übrigen Talente, die in dieser Halbserie ihre ersten Bundesliga-Einsätze im 05-Team bestritten, kriegen dagegen weiterhin ihre Chance. Alexander Hack, Suat Serdar, Philipp Klement, Julian Derstroff und Devante Parker sollen sich wie bisher im Drittligateam entwickeln und sich über Bundesligaeinsätze etablieren. „Die sind alle bei uns am besten aufgehoben“, sagt der Trainer.

Wie sieht’s mit potenziellen Verstärkungen aus? „Wenn man das Berlin-Spiel als Grundlage nimmt, müssten wir sehr viel tun im Winter“, sagt Heidel scherzhaft. „Aber zum Glück denken wir in längeren Zeiträumen. Es ist jetzt nicht so, dass wir an unser Netzwerk die Information rausgeben, wir suchen für diese oder jene Position Spieler“, erklärt der 05-Manager. „Es gibt mehrere Modelle. Da ist jemand, von dem wir sagen, wenn wir den holen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er uns sofort besser macht und das Ganze ist wirtschaftlich stemmbar. Dann denken wir über so etwas nach. Oder man denkt darüber nach, da ist ein Spieler, den holen wir jetzt im Winter und versuchen ihn so zu entwickeln, dass er uns im Sommer hilft oder jetzt reinschnuppert. Das sind Dinge, die wir momentan prüfen. Und sollte es wirklich Veränderungen im eigenen Kader geben, müssten wir natürlich reagieren.“

Man sei sehr nahe am Markt dran, betont der 05-Manager, „ohne zu sagen, dass wir bald einen Spieler verpflichten. Es könnte auch durchaus sein, dass es mal eine Transferperiode gibt, in der wir niemanden dazu nehmen.“ Der Verein habe zudem die Erfahrungen gemacht, dass es mit Wintereinkäufen immer schwierig sei. Wunderdinge  könne man selten erwarten. „Abgesehen davon, dass Transfers im Winter immer teurer sind als im Sommer. Außerdem ist unser Kader ja auch nicht so klein, seit die ganzen Perspektivspieler hochgekommen sind und so sich so entwickelt haben.“

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