Spielpraxis für die Daheimgebliebenen

Jörg Schneider. Mainz.
Die Länderspielpause nutzen viele Klubs gerne, um Spielern, die in der Bundesliga kaum oder wenige Einsatzzeiten haben, Spielpraxis in Test-Begegnungen zu geben. Der FSV Mainz 05 reist zu diesem Zweck in die Nachbarschaft und bestreitet am Donnerstagabend (19 Uhr) ein Freundschaftsspiel beim Zweitligisten SV Darmstadt 98 im Stadion am Böllenfalltor. Kasper Hjulmand bietet einen 18-köpfigen Kader auf, der sich aus Profis und Akteuren aus dem U23-Team der 05er zusammensetzt.

Elkin Soto (links) soll beim Testspiel in Darmstadt möglichst 90 Minuten lang im zentralen Mittelfeld spielen. Petar Sliskovic übernimmt die Mittelstürmerrolle. Foto: Jörg SchneiderDie Hälfte des Mainzer Profikaders ist ausgeflogen, unterwegs mit den jeweiligen Nationalmannschaften zu Länderspiel-Terminen. Kasper Hjulmand hat trotzdem am Bruchweg mit einer veritablen Trainingsgruppe arbeiten können. Der Trainer des FSV Mainz 05 nahm kurzerhand eine Großteil der U23-Spieler aus der eigenen Drittliga-Mannschaft dazu und bildet aus dieser vermischten Gruppe einen 18-köpfigen Kader, der am Donnerstagabend (19 Uhr) ein Testspiel beim SV Darmstadt 98 im Stadion am Böllenfalltor bestreitet.

Nicht alle der daheimgebliebenen Profis werden jedoch die Partie beim Zweitligisten aus der Nachbarschaft absolvieren. Hjulmand verzichtet auf ein paar angeschlagene Spieler sowie auf einige Akteure, die zuletzt viel spielten, in der Bundesliga Schwerstarbeit verrichten mussten und nun etwas Regeneration benötigen. Christoph Moritz klagt seit dem 1:1 bei Borussia Mönchengladbach über Rückenprobleme und kriegt eine Spielpause. Loris Karius hat einen Weisheitszahn gezogen bekommen und bleibt ebenfalls zu Hause. Nikolce Noveski absolviert nach seiner Verletzung zwar schon wieder Teile des Mannschaftstrainings, „er ist jedoch noch nicht so weit, dass er spielen könnte“ sagt der 05-Coach, der noch nicht weiß, wann der Kapitän wieder komplett einsetzbar ist. „Wir beobachten ihn Tag für Tag.“ Auch Sami Allagui soll in Darmstadt nicht auflaufen. Zudem wird Stefan Bell geschont.

Nikolce Noveski (am Ball) trainiert zwar wieder, ist aber noch nicht fit genug für einen Testspieleinsatz. Foto: Jörg SchneiderEinige 05-Profis dagegen werden am Böllenfalltor möglichst lange auf dem Platz stehen, weil sie dringend Spielpraxis benötigen. Philipp Wollscheid, der seine Verletzung auskuriert hat, Ja-Cheol Koo und Pablo De Blasis, der nach Hjulmands Ansicht tägliche Fortschritte macht, der sehr aufmerksam arbeite. Der Stürmer mit der „Straßenfußballer-Einstellung“ (Hjulmand) brauche einfach ein wenig Zeit, um sich in der Bundesliga zurechtzufinden. Und natürlich Elkin Soto. Die aktuelle Rolle des kolumbianischen Publikumslieblings beschrieb der 05-Trainer nach dem Mittwochstraining in einem kleinen Vortrag. Soto werde in Darmstadt lange in der zentralen Mittelfeldposition spielen. „Wir brauchen Spieler wie Elkin“, sagt Hjulmand, „auch wenn er noch keine Einsatzzeiten in der Bundesliga bekommen hat und darüber sicherlich enttäuscht ist.“

Der 34-Jährige sei ein sehr wichtiges Mitglied dieser Mannschaft. „Mit seinem Verhalten und seiner Leistung in der Kabine und während des Spiels auf der Bank zeigt er, dass er ein absoluter Top-Profi ist“, sagt der Däne. Soto gehöre zu den Spielern, die er als „hidden heroes“ bezeichne, versteckte Helden, die enorm wichtig seien für das Ganze. Der Kolumbianer lasse sich seinen möglichen Frust über Nicht-Nominierungen nicht anmerken, gebe immer Vollgas im Training, kümmere sich um die Spanisch sprechenden Kollegen, fiebere immer von der Bank aus mit der Mannschaft und unterstütze sie von außen. Und er rede und diskutiere oft mit den Kollegen, die im Mainzer Mittelfeld spielten, gebe seine Erfahrung weiter. „Ich finde nicht, dass Elkin schon am Ende seiner Karriere ist“, sagt Hjulmand über den Spieler, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft.  „Er hat viele Möglichkeiten. Wir brauchen ihn und wir werden noch sehen, was passiert.“

Hauptthema des Testspiels in Darmstadt ist das eigene Spiel. Der 05-Trainer möchte möglichst viele Dinge, die im täglichen Training Gegenstand der Arbeit sind, in diesen 90 Minuten auf dem Platz sehen. Defensivorganisation. Spielaufbau. Umschaltaktionen. Sauberes Passspiel bis ins letzte Drittel. Abschlüsse.

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