Soto hilft beim Cordoba-Einstieg

Jörg Schneider. Mainz.
Jhon Cordoba hat seine erste Trainingseinheit in seinem neuen Klub absolviert. Der kolumbianische Neuzugang, der vom FC Granada kam, verfolgt ambitionierte Ziele beim FSV Mainz 05. „Ich weiß, dass ich in eine große, bedeutende Liga komme und zu einem Verein, der dort anerkannt ist. Es liegt nun an mir zu zeigen, dass ich dem gewachsen bin“, sagt der 22-Jährige im ersten Pressegespräch am Bruchweg. Er wolle sich den Herausforderungen stellen und die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen.

Die neue Nummer 15 stellt sich am Bruchweg vor: Jhon Cordoba hat seinen ersten Tag bei Mainz 05 hinter sich. Foto: Jörg Schneider

Jhon Andrés Córdoba Copete

* 11. Mai 1993 in Istmina/Kolumbien
187 cm, 85 kg.

Laufbahn: Envigado FC/COL (2004-12), Jaguares de Chiapas (MEX, 2012/13), Espanyol Barcelona (ESP, 2013/14), Granada CF (ESP, 2014/15), FSV Mainz 05 (2015/16), Granada CF (2016-).

Spiele und Tore: 37/11 für Envigado, 17/1 für Chiapas, 28/4 für Barcelona, 23/4 für Granada. 17/6 für Kolumbien U20.

Wie sich Jhon Cordoba auf dem Platz bewegt, haben bisher nur die Kollegen und die Trainercrew des FSV Mainz 05 beobachten können. Die erste Trainingseinheit, die der Neuzugang des Bundesligisten am Donnerstag am Bruchweg absolvierte, war eine nichtöffentliche. Am Abend hatte der kolumbianische Mittelstürmer dann gleich den ersten Pressetermin. Martin Heininger, der die spanisch sprechenden 05-Profis gewöhnlich betreut, übersetzte für den 22-Jährigen.

„Schön hier zu sein“, sagt Jhon Cordoba, der sich nach dem Foto-Shooting im neuen Trikot mit der Nummer 15 schnell wieder die Jacke überzieht. Es ist kühl am Bruchweg am frühen Abend im Frühherbst. Der Mann aus Kolumbien sagt nach seiner ersten Arbeitseinheit zunächst das, was alle neuen Spieler zu sagen pflegen. Das Training sei so wie erwartet, die Mannschaft stark und physisch gut. Ein guter erster Eindruck. Dann aber wird Cordoba etwas spezieller. Er glaube, dass er sich in den zwei Jahren, die er in Spanien gespielt habe, ein bisschen einen Namen gemacht habe. Deshalb habe Mainz 05 ja auch Interessen an einer Verpflichtung gehabt. „Für mich ist Mainz 05 eine große Herausforderung. Es ist super, ein neues Land kennenzulernen, neue und andere Erfahrungen zu machen“, sagt er. „Diesen Herausforderungen möchte ich mich stellen. In der Karriere muss man  Schritt für Schritt nach vorne gehen. Für mich ist das der nächste Schritt.“

Der Wechsel dokumentiere nun seine Entwicklung und zeige, dass seine bisher gezeigten Leistungen respektvoll gesehen worden seien. „Ich weiß, dass ich in eine große, bedeutende Liga komme und zu einem Verein, der dort anerkannt ist. Es liegt nun an mir zu zeigen, dass ich dem gewachsen bin.“

Cordoba ist ein kräftiger Spieler, der athletisch wirkt und den Eindruck vermittelt, dass er seinen stabilen, 187 Zentimeter langen Körper einzusetzen weiß. „Ich bin ein sehr schneller Spieler, gerne mit direktem Zug zum Tor“, beschreibt er seine Art Fußball zu spielen. „Ich bin kopfballstark, eine meiner Qualitäten ist, dass ich vorne den Ball halten und umschalten kann.“ Er habe in seinen bisherigen Vereinen und im U23-Nationalteam Kolumbiens immer den klassischen Neuner gegeben. Deshalb glaube er schon, dass er in das von Mainz 05 gesuchte Profil passe.

Konzentriert im Pressegespräch: Jhon Cordoba. Foto: Jörg SchneiderMartin Schmidt wollte einen so genannten Wandspieler im Angriffszentrum als Alternative, um die Optionen in der Offensive zu vergrößern. Einen, der anspielbar ist, der vorne auch physisch präsent ist, der arbeitet, mit dem Rücken zum Tor anspielbar ist, die Bälle festmachen und verwerten kann. „Mir liegt diese Spielweise, deshalb ist der Verein ja auch wohl auf mich aufmerksam geworden. Ich möchte diese Erwartungen erfüllen.“ Von der Fitness her habe er keine Probleme, sofort einzusteigen. Die Reisestrapazen stecken ihm noch ein wenig in den Knochen. Cordoba kam aus Granada nach Mainz, um seinen Vertrag zu unterschreiben, flog danach sofort weiter in die Heimat, absolvierte zwei 45-Minuten-Einsätze mit der nationalen U23 in Freundschaftsspielen und düste gleich wieder nach Deutschland.

„Ich habe die komplette Vorbereitung in Granada absolviert. Dazu drei Spiele. Ich bin im Fluss“, sagt der 22-Jährige. „Ich stelle mich dem Wettbewerb.“ Die Bundesliga übe einen großen Reiz auf die Spieler aus. „Für mich liegt ein großer Reiz darin, dass ich hier zeigen möchte, was ich kann und was ich der Mannschaft geben kann.“ Gut möglich, dass Jhon Cordoba bereits am Sonntag, im Auswärtsspiel beim FC Schalke 04, auf der 05-Bank sitzt und einen ersten Kurzeinsatz erhält.

Die wichtigste Bezugsperson für den Kolumbianer neben Dolmetscher Martin Heininger ist Elkin Soto. Der verletzte Mittelfeldspieler, der in der Reha an seinem Comeback arbeitet, ist nicht nur bei den 05-Fans eine Legende. Auch in Kolumbien genießt Soto enormes Ansehen. „Dafür, dass ich ihn bis jetzt nicht persönlich kannte, war es für mich schon spektakulär, wie sich Elkin in den zurückliegenden Tagen um mich gekümmert“, sagt der Profi, den Sotos Persönlichkeit beeindruckt hat. Soto sei an den Gesprächen im Vorfeld beteiligt gewesen und helfe ihm nun bei den ersten Schritten in der neuen Umgebung. „Es sind viele Kleinigkeiten und sprachliche Hürden. Er hat mir auch gezeigt, wie es hier abläuft, wie es in der Kabine so ist“, erklärt der Neuzugang.

Was auf dem Platz mit Jhon Cordoba abgeht und ob der junge Mittelstürmer die erhoffte Verstärkung sein kann, wird sich schnell zeigen. Der Öffentlichkeit präsentiert sich der Kolumbianer erstmals heute im Training am Bruchweg um 15 Uhr.

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