Selbstkritische Chilenen weiter ohne Punktverlust

Christian Karn. Mainz.
Wirklich zufrieden ist die chilenische Nationalmannschaft nicht mit ihrer Leistung gegen Peru. Die Mannschaft mit dem Innenverteidiger Gonzalo Jara vom FSV Mainz 05 gewann zwar trotz schwarzer Magie seitens des Gegners den Pazifik-Klassiker in Lima durch jeweils zwei Tore von Alexis Sánchez und Eduardo Vargas 4:3 und bleibt so in der Spitzengruppe der südamerikanischen WM-Qualifikationstabelle, will sich aber in den nächsten beiden Spielen im November wesentlich steigern.

 

Nicht mal der Fluch, mit dem die peruanischen Fans Alexis Sánchez zu belegen versucht hatten, half: Im pazifischen Klassiker setzte sich am zweiten Spieltag der südamerikanischen WM-Qualifikation Chile mit 4:3 in Peru durch. Gonzalo Jara vom FSV Mainz 05 spielte 90 Minuten in der Innenverteidigung; die Gegentore verschuldeten andere.

Weiterhin drei Punkte vor Brasilien: Gonzalo Jara ist mit der chilenischen Nationalmannschaft gut in die WM-Qualifikation gestartet.Alexis Sánchez demonstrierte schon nach sieben Minuten, wie wirkungslos die schwarze Magie war: Mauricio Isla von Olympique Marseille, sicherlich einer der offensivstärksten Rechtsverteidiger, die es zur Zeit gibt, spielte eine perfekte Flanke aus dem Rückraum zwischen Abwehr und Tor auf den kurzen Pfosten, Sánchez schoss das Führungstor der Chilenen.

Seine Kollegen in der Abwehr sahen drei Minuten später nicht so gut aus. Wollten sie Jefferson Farfán abseits stellen? Jedenfalls schafften sie es nicht. Abwehrchef Gary Medel (Inter Mailand) löste sich vom Ex-Schalker, Isla machte weit rechts die Vorwärtsbewegung nicht mit - und Farfáns Schuss aufs kurze Eck sah nicht unhaltbar aus.

In Unterzahl - Christian Cueva (Deportivo Toluca/Mexiko) hatte Jorge Valdivia den Ball ins Gesicht geworfen und in der 23. Minute Rot gesehen - ging Peru sogar in Führung: Farfán verwandelte nach Foul von Mark González (Universidad Católica) am Frankfurter Carlos Zambrano einen Elfmeter (36.).

Aber noch vor der Halbzeit drehten die Chilenen das Spiel zurück. Sánchez brachte mit einem Steilpass durch die Lücke zwischen den Innenverteidigern zwei Mann in den Rücken der Abwehr. Der Hoffenheimer Eduardo Vargas schob den Ball nach Valdivias Querpass im Fünfer ins Tor (41.). Und mit einem weiteren Quer-Spielzug über Vargas und den Hamburger Marcelo Díaz schoss Sánchez in der 44. Minute sein zweites Führungstor.

"Wir haben in der ersten Hälfte nicht gut gespielt", gestand Jara ein. "Wir haben gewonnen, das ist die Hauptsache." Die Kollegen des Mainzers waren ähnlich unzufrieden mit ihrer Leistung. "Auf die Weise werden wir nicht viel gewinnen", sagte Torwart Claudio Bravo vom FC Barcelona.

Vargas erhöhte nach der Pause schnell auf 4:2, wieder nach dem bekannten Muster. Peru verteidigte schlecht, schaffte es nicht, die Räume zu schließen. Sánchez lief von links in Richtung Tor, spielte einfach nur hinüber auf die rechte Seite. Und Vargas täuschte einen Schuss aufs kurze Eck an, wartete ab, bis der Torwart auf dem Boden lag und schoss das Tor (49.). Beim 4:2 blieb es bis in die Nachspielzeit; ohne große Gegenwehr der rechten Abwehrseite verkürzte der ehemalige Hamburger Paulo Guerrero noch auf 4:3 - zu spät, um noch einen Punkt zu retten.

Chile bleibt so nach zwei Spieltagen der WM-Qualifikation in der Spitzengruppe Südamerikas, wie Uruguay (3:0 gegen Kolumbien) und Ecuador (2:0 gegen Bolivien) ohne Punktverlust. Brasilien hat sich mit einem 3:1 gegen Venezuela für das 0:2 gegen Chile rehabilitiert, Argentinien (0:0 gegen Paraguay) hat immer noch kein Tor geschossen. Und Gary Medel stellte abschließend fest: "Ihr stoppt uns nicht. Nicht mal mit Hexerei!"

► Alle Artikel zum internationalen Fußball

► Zur Startseite