Schwarz verlangt Top-Leistung von Jairo

Jörg Schneider. Mainz.
Jairo Samperios zweimonatige Bemühungen, sich beruflich vorteilhaft zu verändern, sind bekanntlich gescheitert. Der spanische Offensivspieler des FSV Mainz 05 trainiert wieder am Bruchweg. Als vollwertiges Mitglied der Mannschaft, wie Sandro Schwarz bestätigt. „Jairo wird definitiv bei uns bleiben, jetzt gilt es für ihn, in die Leistung reinzukommen, die wir dann bewerten. Das habe ich in einem sehr klaren persönlichen Gespräch mit dem Spieler ausgiebig besprochen.“ José Rodriguez scheint dagegen einen neuen Klub gefunden zu haben: Der Mittelfeldspieler soll zu Maccabi Tel Aviv wechseln.

Ob es am Ende wirklich die erhöhten Forderungen des Beraters waren, die wie von Hannover 96 dargestellt, den bereits zur Zufriedenheit der beiden Klubs ausgehandelten Wechsel vom FSV Mainz 05 zum Aufsteiger auf den letzten Drücker haben platzen lassen. Oder ob da kurzfristig ein sportlich und finanziell noch besser ausgestattetes Angebot dazwischenfunkte und den Spieler auf eine neue Idee brachte, die dann aber letztlich ebenfalls nicht funktionierte, wird der Öffentlichkeit wohl verschlossen bleiben. Fakt ist, dass die Bemühungen von Jairo Samperio sich beruflich vorteilhaft zu verändern, erfolglos geblieben sind. Auch die Freistellung des spanischen Angreifers in der letzten Woche der Transferperiode war nicht zielführend. Die Angebote von spanischen Klubs aus dem unteren Bereich der Liga waren offenbar nicht interessant genug, in Portugal, wo das Transferfenster noch offen ist, hätten sich nur die Top-Klubs den 05-Stürmer leisten können, zeigten aber wohl kein Interesse. Die beiden anderen noch offenen Märkte in Portugal und Israel waren keine Option für den 24-Jährigen.

Rückkehr ins 05-Training: Jairo Samperio im Zweikampf mit Jean-Philippe Gbamin. Foto: Jörg SchneiderNun trainiert Jairo seit Montag wieder mit dem 05-Kader am Bruchweg. Als vollwertiges Mitglied der Gruppe, wie die Verantwortlichen versichern. Wenn das Sommertheater um den Spanier dazu geführt hat, dass der Spieler die ganze Geschichte nun auch gedanklich als erledigt abhakt und sich ab sofort voll und ganz auf das konzentriert, was ihm in der Vorbereitung nicht gelang, nämlich seine Fähigkeiten im Konkurrenzkampf des 05-Kaders entsprechend zur Geltung zu bringen, dann wäre erst einmal allen Beteiligten geholfen. Denn die Qualitäten eines Jairo in Bestform kann der fehlgestartete Bundesligist in dieser Vorrunde absolut gebrauchen. Was danach kommt, muss sich ohnehin dann zeigen. Jairos Vertrag in Mainz läuft noch bis zum Ende der Saison. Die Möglichkeit eine Ablösesumme zu generieren, bietet sich noch einmal im Winter.

Rouven Schröder jedenfalls geht davon aus, dass diese Sommeraktion eine wichtige Erfahrung für den Spieler gewesen sei. Jairo habe hoffentlich daraus gelernt, dass die Welt nicht so einfach sei, wie sich der Spieler das ausgemalt habe, sagt der 05-Sportvorstand. „Er kann sich nun voll reinhauen, Vollgas geben, Leistung zeigen und sich anbieten.“ Jairo ist im Moment einer von zwölf Feldspielern, mit denen Sandro Schwarz in diesen Tagen vor der Rückkehr der Nationalspieler im Training arbeiten kann. Dazu zählen auch wieder Niko Bungert und Karim Onisiwo, die ihre Verletzungen überwunde haben, derweil Gaetan Bussmann und Alexander Hack noch ihr Lauf- und Aufbautraining absolvieren.

„Jairo ist jetzt wieder komplett bei uns integriert und vollwertiges Mitglied des Kaders“, sagt der 05-Trainer. „Es ist jetzt eine neue Situation entstanden. Jairo wird definitiv bei uns bleiben, jetzt gilt es für ihn, in die Leistung reinzukommen. Das habe ich in einem sehr klaren persönlichen Gespräch mit dem Spieler ausgiebig besprochen. Er freut sich jetzt darauf. Er hat die komplette Vorbereitung mitgemacht und nur die letzten zwei Wochen nicht mit dem Ball trainiert. Er ist fester Bestandteil der Mannschaft, wurde auch von den Jungs sehr gut aufgenommen. Wir freuen uns darauf, mit dieser Situation umzugehen. Er soll jetzt Leistung bringen und wir bewerten diese dann.“

Dass Jairos Landsmann José Rodriguez dagegen noch einmal ins 05-Training zurückkehrt, ist nicht wahrscheinlich. Der Klub hat dem Mittelfeldspieler bis Mittwoch freigegeben, damit der 22-Jährige, der im Sommer von einer Ausleihe aus Malaga zurückgekehrt war, noch einmal auf Klubsuche gehen kann. Möglicherweise ist dies bereits gelungen. Medien berichten davon, dass der Spanier vor einem Wechsel zu Maccabi Tel Aviv in Israel steht und dort am Dienstag den Medizincheck absolvieren soll. Schröder bestätigt, dass es Gespräche mit Interessenten gebe. Sollte auch dieser Wechsel nicht klappen und die Transferfenster sind endgültig geschlossen, „dann bewerten wir die Situation neu“, sagt der Sportvorstand.   

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