Schwarz: Trauen uns besondere Leistung zu

Jörg Schneider. Mainz.
Die Partie am Freitagabend beim FC Schalke 04 bildet den Auftakt zur Englischen Woche mit dem Pokalspiel gegen Holstein Kiel und dem Derby gegen Eintracht Frankfurt. Sandro Schwarz hat angekündigt, kein Rotationsprinzip ansetzen zu wollen. Der Kader für das Auswärtsspiel in Gelsenkirchen dürfte in etlichen Bereichen identisch sein mit dem des 3:2-Sieges gegen den HSV. Der Trainer des FSV Mainz 05 sieht sein Team in der Außenseiterrolle. „Schalke 04 ist der haushohe Favorit. Aber wir fahren nicht mit dem Gefühl dahin, dass wir deshalb nichts zu verlieren haben. Wir wissen schon, dass wir eine Menge erreichen können. Wir haben den Anspruch, dort alles zu tun für ein positiveres Ergebnis.“

05-Trainer Sandro Schwarz traut seiner Mannschaft zu, als Außenseiter auf Schalke eine besondere Leistung in besonderer Atmosphäre abzurufen. Foto: Jörg SchneiderMit seinen 13 Zählern auf dem Konto stet der FC Schalke 04 drei Punkte besser da als der FSV Mainz 05 auf Platz zehn mit seinen zehn Punkten. Dennoch sieht Sandro Schwarz die Rollen im Auswärtsspiel am Freitagabend um 20.30 Uhr in der Veltins Arena zunächst mal klar verteilt. „Wir haben die Außenseiterrolle“, sagte der Trainer am Mittwoch in der Spieltags-Pressekonferenz einen Tag nach seinem 39. Geburtstag. „Schalke 04 ist der haushohe Favorit. Aber wir fahren nicht mit dem Gefühl dahin, dass wir deshalb nichts zu verlieren haben. Wir wissen schon, dass wir eine Menge erreichen können. Wenn’s schlecht läuft, können wir verlieren. Wir haben aber den Anspruch, dort alles zu tun für ein positiveres Ergebnis.“ Unabhängig von aller Schalker Qualität. Und unabhängig von der 05-Bilanz in diesem Stadion, die nicht berauschend ist. „Unsere Statistiken auf Schalke waren in den vergangenen Jahren nicht die allerbesten. Trotzdem orientieren wir uns eher an den vier Spielen dort, die gut waren. An den zwei Siegen, den zwei Unentschieden. Wir wissen, dass es gehen kann mit unserer Art von Fußball bei Mainz 05. Das ist unser Anspruch. Wir wissen, dass wir eine sehr gute Tagesform brauchen, einen guten Spielverlauf, Matchglück. Aber wir trauen uns schon zu, in einer besonderen Atmosphäre eine besondere Leistung auf den Platz zu bringen.“

Die Bankplätze und die Startaufstellung dürften in etlichen Bereichen identisch sein mit denen im Heimspiel zuletzt gegen den Hamburger SV, das die 05er mit 3:2 für sich entschieden haben. Yoshinori Muto dürfte wieder in die Startformation rücken anstelle von Robin Quaison. Alles andere hängt vom Matchplan des Trainers ab, ob Schwarz im Auswärtsspiel wieder zum 3-4-3 zurückkehrt, einen zusätzlichen Innenverteidiger mit reinnimmt oder einen weiteren Sechser. Das könnte auch die Besetzung der Außenbahnen verändern. Nicht dabei sind weiterhin die verletzten Gaetan Bussmann, Niko Bungert, Alexander Hack, Karim Onisiwo sowie Gerrit Holtmann, der sich im Spiel der U23 eine Wadenzerrung zugezogen hat und pausieren muss.

Kein Rotationsprinzip

Die Partie in Gelsenkirchen  bildet den Auftakt zur nächsten Englischen Woche mit dem Zweitrunden-Spiel im DFB-Pokal am nächsten Dienstag und dem Derby am kommenden Freitag in der Opel Arena gegen Eintracht Frankfurt. Besondere Rücksicht hinsichtlich der Aufstellung für die anstehende erste Partie nimmt der 05-Trainer allerdings nicht. „Wir wenden jetzt kein Rotationsprinzip an“, sagt Schwarz. „Wir sind jetzt erstmal auf Schalke. Darauf konzentrieren wir uns.“

Im Pokal könnte dann stärker die Stunde der bisherigen Ersatzspieler schlagen, die aufgrund ihrer Trainingsleistungen auf einen Einsatz brennen. Leon Balogun, Viktor Fischer, Kenan Kodro oder Jairo und Philipp Klement. „Wir gehen immer mit dem Anspruch rein, die Spieler zu nominieren, bei denen wir das Gefühl haben, mit dieser Mannschaft können wir ein Spiel gewinnen. Kodro und  Fischer haben eine sehr gute Reaktion gezeigt im Training auf ihre Kurzeinsätze“, betont der 39-Jährige. „Wir haben fünf neue Spieler geholt, da ist es normal, dass der eine oder andere einfach bisschen mehr Entwicklungszeit braucht. Die bekommen sie auch. Sie werden auf diesem Weg begleitet mit interner Kommunikation. Wir zeigen Verbesserungsmöglichkeiten auf. Die Zeit wird kommen, in der sie länger auf dem Platz stehen.“

Gute Leistungen im Training und in den Testspielen: Philipp Klement ist nah dran am Team, muss aber geduldig sein. Eine besondere Rolle nimmt dabei Klement ein. Der kleine Techniker überzeugt im Training, hinterlässt in den Testspielen meist einen guten Eindruck, muss aber meist noch hinten anstehen. „Bei Philipp Klement ist es oft echt brutal. Wenn du den Kader benennst und siehst, was der für eine Trainingsleistung abruft über mehrere Wochen, dann ist das immer eine sehr schwierige und harte Entscheidung, ihn nicht zu berücksichtigen. Trotz allem ist er sehr nah dran und hält das Trainingsniveau sehr hoch. Diese Rolle hat er im Moment“, sagt Schwarz. „Wir haben es am Sonntag ganz kurz thematisiert und es ist kein dämlicher Spruch, dass wir wirklich alle brauchen. Philipp ist sehr nahe dran, da muss er drin bleiben. Es sind Kleinigkeiten, die am Ende zählen. Das Bauchgefühl, manchmal der Matchplan. Da fehlt immer nicht viel“, gesteht der Trainer ein. „Aber es ist der Auftrag an die Spieler, in der Leistung drin zu bleiben. Das macht der Philipp. Wir wissen auch, dass er aus der U23 kommt. Das darf man nicht vergessen. Das gilt es jetzt weiterzuentwickeln. Wir führen viele Gespräche, damit er merkt, er hat die Wertschätzung des Trainers, der manchmal auch nicht alles begründen kann. Du triffst Entscheidungen, die dir selbst schwerfallen. Aber der Auftrag im Leistungssport heißt für alle, am nächsten Tag im Training wieder die hundertprozentige Bereitschaft zu zeigen. Das macht Philipp.  Dafür wird er irgendwann belohnt.“

Der 24-järhige Zehner ist jedenfalls näher an der Startelf oder an einer Jokerrolle als Jairo Samperio, der nach wie vor nicht in der Form früherer Tage ist. „Wenn man rückblickend die ersten drei Monate nimmt mit der Vorbereitungszeit, in der keiner so richtig wusste, was passiert da eigentlich, dann war das alles nicht optimal. Der Wechsel zu Hannover 96, der nicht geklappt hat, spielt auch eine mentale Rolle. Im Training hat Jairo immer wieder gute Phasen. Da geht es bei ihm darum, das konstant über längere Zeit abzurufen.“

 

 

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