Schröder und Doetz haben nun das Sagen

Jörg Schneider. Mainz.
Der Vorstand des FSV Mainz 05 hat auf seiner Sitzung am Mittwochabend beschlossen, dass ab sofort ausschließlich Rouven Schröder und Jürgen Doetz als Sprecher der 05-Führung auftreten. Der Sportdirektor für alle den Fußball betreffenden Fragen. Der 05-Vize für alle vereinspolitischen Themen. Präsident Harald Strutz, der nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidiert, rückt in die zweite Reihe. Auf eigenen Wunsch, wie Doetz betonte. „Das war absolut kein Putsch oder so etwas“, sagte der Vizepräsident. Unterdessen verkündete Schröder, dass im Bruchwegstadion am 20. März ein neuer Rollrasen verlegt und der Trainingsplatz hinter der Nordtribüne im Sommer neu aufbereitet werde.

Sportdirektor Rouven Schröder ist ab sofort Vorstands-Sprecher der 05er für den sportlichen Bereich. Vize-Präsident Jürgen Doetz hat das Sagen in vereinspolitischen Dingen. Foto: Jörg SchneiderDer Vorstand des FSV Mainz 05 hat am Mittwochabend in seiner turnusmäßig durchgeführten Sitzung festgelegt, wie die Führung des Bundesligisten in den nächsten Wochen und Monaten bis zur nächsten Mitgliederversammlung weiter arbeiten und vor allen Dingen nach außen hin auftreten wird. Harald Strutz, der amtierende 05-Präsident, hatte bekanntlich in der vergangenen Woche erklärt, dass er nicht für das Amt des künftigen Vereins-Vorsitzenden kandidieren werde. „Im sportlichen Bereich habe ich die Leitung und spreche über die Themen, die den Sport betreffen. Was die vereinspolitischen Themen betrifft, wird Jürgen Doetz ab sofort der Sprecher des Vorstands sein“, erklärte Rouven Schröder am Donnerstagmittag im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel der 05er bei Darmstadt 98. 

Der Sportdirektor betonte, es habe sich um eine sehr konstruktive Sitzung gehandelt, in der die 05-Führung eine klare Linie für die nähere Zukunft festgelegt habe. „Wer aber von einem Sturz von Harald Strutz spricht und annimmt, dass wir vom Vorstand einen Menschen jetzt kurzfristig zum Sturz bringen möchten, liegt total falsch. Ich weiß nicht wo, solche Annahmen herkommen. Das war überhaupt keine Intension“, sagte Schröder. „Trotzdem ist es so, dass wir uns nach vorne bewegen, nicht reagieren sondern agieren wollen.“

Auch Jürgen Doetz, der amtierende Vizepräsident und neue Vorstandssprecher, wies nachher im Gespräch mit der nullfünfMixedZone jegliche Umsturzvermutungen weit von sich. „Rouven spricht künftig für die sportlichen Belange, ich für den Rest, weil sich Harald Strutz offensichtlich eine mediale Auszeit nehmen will. Das war absolut kein Putsch oder so etwas, sondern Haralds eigener Vorschlag.“ Es habe kein Scherbengericht gegeben. Man habe unaufgeregt und klar über das gesprochen, was nun komme und nicht über Fehler der Vergangenheit. Insgesamt habe sich die Sitzung am Mittwochabend ausschließlich mit Themen beschäftigt, die in naher Zukunft anstünden: Um die Unterlagen, die für das Lizenzierungsverfahren eingereicht werden müssen. Um die Vorbereitung zu Gründung einer Fanabteilung. Um das Thema Trainingsplätze. „In Bezug auf die Satzung und die Umstrukturierung müssen wir allerdings zunächst auf die Entscheidung des Registergerichts warten. Vorher wäre alles andere reine Spekulation“, sagte Doetz, der jedoch klarstellte, dass der Vorstand zu einem Thema nun eine klare Entscheidung getroffen habe.

Testspiel gegen KSC auf neuem Rollrasen

„Es ist ja die Diskussion aufgekommen, ob wir nach der Ankündigung des Präsidenten, nicht zur Wahl des Vorsitzenden antreten zu wollen, überhaupt noch eine Satzung brauchen, in der der künftige ehrenamtliche Vorsitzende des Vereins von den Mitgliedern gewählt wird“, so der 05-Vize. „Wir haben die klare Aussage getroffen: Es bleibt bei der Entscheidung der Mitgliederversammlung.“ Er sei immer der einzige Kämpfer gegen Vorwurf gewesen, dieses Strukturmodell in der neuen Satzung sei eine Lex-Strutz gewesen, sagte Doetz. „Es geht vielmehr darum, die Mitglieder in den Struktur-Prozess einzubinden und dass der Übergang in Person eines Vorsitzenden, der die Mitglieder des Vereins repräsentiert, ein wichtiger Schritt in die Zukunft ist. Dabei bleiben wir. Es gibt keine Änderungsabsichten in diesem Punkt.“

Schröder nahm in der Pressekonferenz unterdessen noch einmal Stellung zu der aktuell schlechten Trainingsplatz-Situation und der Tatsache, dass der Neubau zweier Trainingsplätze hinter der Nordtribüne für dieses Jahr auf Eis liegt. Die Anträge für die notwendigen Baumfäll-Arbeiten waren offenbar zu spät gestellt, die entsprechende Genehmigung nicht erteilt worden. „Ein Trainer ist nie begeistert, wenn der Rasen nicht so ist, dass er seine Inhalte vernünftig umsetzen kann. Wir müssen die Infrastruktur verbessern. Das ist klar, weil wir einen Rückstand haben gegenüber anderen Vereinen. Das ist ein Fakt. Das ist nicht dramatisiert. Es ist nun aber auch Fakt, dass wir nun im Sommer nicht neu bauen können. Das sind Dinge, die wir intern klar und deutlich ansprechen und bewerten. Es geht aber nicht darum, jetzt irgendwelche Schuldzuweisungen vorzunehmen“, sagte der Sportdirektor, der erste Entschlüsse verkündete: „Wir werden am Montagmorgen nach dem Spiel der U23 gegen Kiel (18.März) damit beginnen, im Bruchwegstadion einen neuen Rollrasen zu verlegen. Damit wir da eine Top-Qualität haben werden.“ Das für die Länderspielpause vereinbarte Testspiel der 05-Profis gegen den Karlsruher SC am Freitag 24. März (15 Uhr) soll das erste Spiel auf dem neuen Untergrund sein. „Außerdem werden wir im Sommer den Trainingsplatz der Profis neu aufbereiten. Das sind die ersten Schritte“, sagte Schröder.

 

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