Schröder: Schmidt bleibt 05-Trainer

Jörg Schneider. Mainz.
Der FSV Mainz 05 hat eine Entscheidung in der Trainerfrage getroffen. Einen Tag nach der 0:1-Niederlage beim SC Freiburg verkündete der Sportdirektor, dass Martin Schmidt definitiv bis zum Saisonende der Trainer der 05-Profis bleibe. „Martin ist und bleibt der verantwortliche Mann. Wir werden das Ding durchziehen. Wir werden diese sechs Spiele Vollgas geben, alle zusammen in einem Team. Wir haben hundertprozentiges Vertrauen in Martin. Wir sind aber alle gefordert. Martin und das Trainerteam, die Mannschaft und auch ich. Alle Verantwortlichen, damit wir Mainz 05 in der Bundesliga, wo es hingehört, drin behalten“, sagte Rouven Schröder am Sonntagmittag.

Gemeinsam in die heiße Phase des Abstiegskampfes: Rouven Schröder erklärte am Sonntag, dass Martin Schmidt definitiv bis zum Saisonende Trainer von Mainz 05 sein wird. Foto: Jörg SchneiderEinen Tag nach der 0:1-Niederlage beim Sportclub Freiburg haben die Verantwortlichen des FSV Mainz 05 nun die Entscheidung getroffen, trotz der prekären Situation der Mannschaft nach fünf Niederlagen in Folge nicht die branchenüblichen Mechanismen auszulösen und mit einem neuen Trainer in die Endphase dieser Bundesliga-Saison zu gehen. Nach dem Vormittagstraining am Bruchweg stellte sich Rouven Schröder am Sonntag der Öffentlichkeit und verkündete das, was nach den Kommentaren vom Vortag halbwegs zu erwarten war: Martin Schmidt bleibt bis zum Saisonende Trainer des Teams. Die 05er sind davon überzeugt, dass der 49-jähige Schweizer weiterhin der richtige Mann ist, der die Mission Klassenverbleib zu einem positiven Ende führen kann.

Der Sportdirektor hatte nach der Freiburg-Niederlage angekündigt, eine Nacht drüber schlafen zu wollen und am Sonntagmorgen in einer konkreten Analyse die Situation bewerten, mit allen Beteiligten sprechen zu wollen, um dann zu einer Entscheidung zu kommen. „Natürlich war es so, dass wir gestern nach fünf Niederlagen alle sehr enttäuscht waren und es auch weiterhin sind. Natürlich auch, weil wir uns diese Englische Woche ganz anders vorgestellt haben. Trotzdem sagen wir, dass Martin Schmidt definitiv unser Trainer bleiben wird. Martin ist und bleibt der verantwortliche Mann. Wir werden das Ding durchziehen. Wir werden diese sechs Spiele Vollgas geben, alle zusammen in einem Team. Wir haben hundertprozentiges Vertrauen in Martin. Wir sind aber alle gefordert. Martin und das Trainerteam, die Mannschaft und auch ich. Alle Verantwortlichen, damit wir Mainz 05 in der Bundesliga, wo es hingehört, drin behalten“, sagte der 41-Jährige vor laufenden Kameras.

„Wir sind kämpferisch. Es gibt definitiv einen Aufbruch. Es wird noch einmal positiver werden. Man hat gesehen letzte Woche, was da los war. Man hat gesehen, was die Fans auf sich genommen haben, dass sich der Kloppo gemeldet hat. Das sind alles so Kleinigkeiten. Die Stadt ist aufgewacht, die Zuschauer stehen hinter uns. Unsere Fans in Freiburg, man hat‘s gesehen: 100 Prozent für das Ziel. Ich glaube, das ist das, was zählt. Martin bleibt Trainer. Wir sind davon 100 Prozent überzeugt und müssen die Mechanismen dieses Geschäfts nicht bemühen. Wir gehen alle in eine Richtung. Das ist nicht gespielt, sondern authentisch.“

Er wisse, sagte Schröder, wie Schmidt arbeite, wie der Trainer akribisch sei mit seinem Trainerteam. „Die Spieler haben ganz klar eine Reaktion gezeigt. Nach Ingolstadt waren wir sehr, sehr enttäuscht, da gab es eine ganz klare Ansage. Die Reaktion kam gegen Leipzig. Auch gestern das Spiel, das zwar nicht auf einem hohen Niveau war, aber wer es gesehen hat, weiß, dass du dieses Spiel auch durchaus positiv bestreiten kannst, wenn du siehst, wie viele Torchancen du hast. Es ist nun mal ein Ergebnissport. Das ist das Perverse im Fußball, dass das Ergebnis alles andere übertüncht. Wir geben nicht auf, wir werden kämpfen und für Mainz 05 alles geben.“

Wenn es einen Fußballgott gebe, sagte Schröder und fügte gleich hinzu, dass er nun ins Phrasenschwein greife, „dann soll der mal langsam Richtung Mainz abbiegen. Das hätten wir mal verdient. Auch gestern, wenn man sieht, den Kopfball von Cordoba, den abgefälschten Ball von Frei, den nicht viel Torhüter in der Situation halten, die Chance von De Blasis, das Gegentor, das du bekommst. Mehr Slapstick gibt’s ja in dem Moment überhaupt nicht. Es sind viele Dinge, die jetzt im Moment gegen uns laufen. Wenn wir dran glauben und weiterhin hart daran arbeiten, werden wir aber auch belohnt. Wir freuen uns nun alle auf Hertha. Das wird eine tolle Herausforderung. Mit den Fans, mit dem Umfeld zusammen werden wir dieses Spiel gewinnen. Wir sind kämpferisch. Es gibt kein Zurück, sondern nur den Weg nach vorne. Das ist unsere vollste Überzeugung.“

Ob der Klub im Falle eines Abstieges mit Martin Schmidt auch in die zweite Liga gehe, darüber wollte sich der 05-Manager nicht auslassen. „Ich möchte den Gedankengang in diese Richtung gar nicht hegen. Ich will das gar nicht erst thematisieren. Für uns zählt nur die Bundesliga. Da sind wir drin, da möchten wir auch nicht raus.“ Auf die Frage, warum sich Schröder nicht früher so klar zum Trainer bekannt habe, sagte der 41-Järhige. „Ich habe nie von einem Endspiel oder von einem Schicksalsspiel für Martin gesprochen. Natürlich ist es ganz normal, wenn du Spiele verlierst, das die Medien automatisch in eine gewisse Richtung gehen. Das ist das Business. Jetzt hat sich die Sache noch einmal zugespitzt. Fünf Spiele in Folge zu verlieren, ist keine Normalität. Aber spätestens jetzt ist der Deckel drauf.“

Der Sportdirektor sieht sich allerdings auch selbst mehr gefordert. „Ich war eh schon nah dran. Jetzt ist es so, dass man sich selber noch mehr hinterfragt. Was kann ich selber tun? Kannst ich noch mehr ran rücken und helfen? Ich muss positiv denken und das Positive vorleben. Es wird Momente geben, wo der eine oder andere zweifelt. Diesen Zweifel darf ich nicht zulassen. Das ist auch meine Rolle als sportlich Verantwortlicher, da vorwegzugehen und für den Verein so repräsentativ nach außen zu tragen, welchen Weg wir vorhaben. Das ist meine Aufgabe und ich werde alles dafür tun, um dazu beizutragen, die Klasse zu halten. Spielen kann ich leider nicht mehr, weil meine Knie kaputt sind. Wenn ich’s könnte, würde ich da auch noch helfen.“    

► Alle Artikel zum Spiel beim SC Freiburg

► Zur Startseite