Schmidt: Zwei, drei 05-Profis sind umworben

Jörg Schneider. Mainz.
Beim FSV Mainz 05 herrscht zum Auftakt der zweiten Phase in der Saisonvorbereitung allgemeine Zufriedenheit über die aktuelle Zusammenstellung des Profi-Kaders. Ob der Bundesligist jedoch mit diesem Kader in die neue Runde startet, ist noch offen. Der mögliche Abgang von Yunus Malli bleibt ein Thema am Bruchweg. Martin Schmidt räumt zudem ein, dass auch noch weitere 05-Profis umworben sind, nennt allerdings keine Namen. Der Flirt von Giulio Donati mit dem SSC Neapel ist dagegen definitiv zu Ende. Der Italiener sei nicht verkäuflich, erklärt der Coach.

Der Trainer des FSV Mainz 05 hat schon mehrfach betont, dass er mit der Zusammenstellung des Kaders, wie sie sich aktuell darstellt, sehr zufrieden ist. Martin Schmidt glaubt, eine gute Mischung gefunden und die Abgänge von Leistungsträgern wie Julian Baumgartlinger und Loris Karius breit aufgefangen zu haben. Er arbeite nun mit einem Kader, so der 05-Trainer, der tauglich sei und qualitativ in der Lage, die Herausforderungen der bevorstehenden Saison mit der Doppelbelastung Bundesliga und Europapokal zu bewältigen. Doch der Coach weiß auch, dass sich bis zum Start Ende August und dem Schließen des Transferfensters noch einiges tun kann.

Das Thema Yunus Malli ist nach wie vor akut. Der türkische Nationalspieler hat Angebote, das wissen die 05er. Ob der 05-Zehner, der bereits im Winter heftig von Borussia Dortmund umworben war, aber am Bruchweg keine Freigabe erhalten hatte, letztlich bleibt, ist offen. Schmidt und Sportdirektor Rouven Schröder betonen zwar ständig, es sei nichts konkret, augenblicklich tue sich in dieser Personalie nichts, doch das kann sich schnell ändern. Malli scheint allerdings nicht der einzige 05-Profi zu sei, der im Fokus der Konkurrenz steht. „Es gibt auch zwei, drei andere Spieler von uns, die umworben sind“, bekannte Schmidt in der jüngsten Medienrunde. „Das ist ja auch klar. Wenn ein Team wie wir Sechster wird in der Liga, da muss da was drin sein.“ Namen nannte der Coach nicht, doch offenbar sind die Verantwortlichen darauf vorbereitet, dass im Endspurt der Transferperiode auch in Sachen Abgängen noch etwas passieren könnte. Genervt sei er davon nicht.

„Das ist das übliche Geschäft“, sagt Schmidt. Auf die Vorbereitung habe das keinen Einfluss. „Wir können es beeinflussen, in dem wir sagen, wir geben den betreffenden Spieler nicht her, weil er für uns wichtig ist. Wenn einer aber eine Klausel hat, können wir nichts beeinflussen“, betont der 49-Jährige. Bei Malli gibt es diese Klausel, dass der Mittelfeldspieler für knapp zehn Millionen Euro Ablöse den Verein verlassen kann. Andererseits verlief die Rückrunde für den 24-Jährigen sicherlich leistungstechnisch nicht so, dass die Bewerber Schlange stehen. Doch gerade vom englischen Markt mit seinen finanziellen Möglichkeiten kann jederzeit eine Anfrage kommen. Für Malli, aber auch für andere 05-Profis. „Wenn plötzlich ein unmoralisches Angebot für einen Spieler da ist, müssen wir einfach marktwirtschaftlich denken und genau hinhören“, erklärt Schmidt. „Weil du dadurch ja auch die Chance kriegen kannst, selbst noch einmal in den Kader oder in Steine zu investieren.“

Was also wäre, wenn’s passiert, wenn Angebote kommen? „Auf den Positionen, auf denen wir für die Zukunft planen und schauen, auf denen wir uns vielleicht sowieso verstärken wollen, da haben wir immer Spieler im Kopf, bei denen wir schnell zuschlagen können und werden.“ Anders wäre es, wenn es um die aktuellen Außenbahn-Spieler gehen würde.  „Da haben wir jetzt eine Top-Konstellation. Wenn wir uns da weiter verstärken wollen, sind wir direkt bei Spielern, die nur sehr schwierig zu kriegen sind“, sagt der Schweizer. Schwierig, weil finanziell im Top-Bereich. „Der Markt wird sowieso nochmal aufgewirbelt“, vermutet der Coach. „England und Frankreich starten früher. Da gibt es sicher Vereine, die noch mal reagieren nach zwei Spielen. Da wird sich das Rad nochmal drehen, und dann tauchen auch immer Spieler auf, von denen man jetzt noch gar nicht denkt, dass man sie überhaupt kriegen könnte.“ Die Entwicklung bleibt spannend.

Das Thema Giulio Donati ist unterdessen abgehakt. Der 05-Trainer hat den italienischen Rechtsverteidiger, der vom SSC Neapel umworben war, als unverkäuflich eingestuft. Der Sportdirektor hat dies Donatis Berater mitgeteilt. „Wir haben Giulio im Januar als Leistungsträger und Führungsspieler geholt. Man hat gesehen, was der für uns bewirkt hat von Anfang an - im Training und im Spiel. Nach Baumgartlingers  Abgang ist er für uns elementar. IGuilio Donati, dessen Flirt mit dem SSC Neapel die 05er beendet haben, ist nicht der einzige umworbene Profi im aktuellen Kader, wie der 05-Trainer nun einräumte. Foto: Jörg Schneidern der Art und Weise, wie er Fußball spielt, wie er trainiert, wie er Zweikämpfe fühlt.“ Der 26-Jährige sei zudem einer der wichtigsten Faktoren des Kaders neben dem Platz. „Er spricht neben italienisch, spanisch, englisch und deutsch. Er ist das Drehkreuz bei uns.“ Donati sei eine wichtige Integrationsfigur, weil er mit allen Spielern und allen Gruppierungen sehr gut könne. Martin Schmidt hat zudem den Eindruck gewonnen, dass der Italiener die Situation problemlos akzeptiert habe. Er sehe nicht, dass er nun einen unzufriedenen Profi im Training habe. „Giulio will nicht weg, er ist zufrieden hier und weiß, was er hier hat“, behauptet Schmidt. Natürlich seien in Italien im Moment Juventus und Neapel die zwei Top-Adressen. Das Interesse der Neapolitaner habe der Spieler als Kompliment empfunden. „Es war für ihn eine kleine Schwärmerei“, sagt der Trainer. „Doch was will er als Spieler mehr? Er hat hier einen guten Verein, hat einen Top-Status, spielt Europaliga, der Trainer steht auf ihn. Besser geht`s doch kaum.“

 

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