Schmidt: "Super Test, gutes Spiel von uns"

Christian Karn/Jörg Schneider. Albertville.
Beim ersten Testspiel gegen einen hochkarätigen Gegner zeigte der FSV Mainz 05 zu Beginn beider Hälften noch ein paar Schwierigkeiten, dennoch scheinen die 05er schon früh recht weit zu sein. Beim 1:1 gegen die AS Saint-Etienne, immerhin den Vorjahresfünften der französischen Liga, hätten die Mainzer durchaus gewinnen können. Christian Clemens traf zur Führung. Der Ausgleich fiel erst, als von der hochkarätig besetzten 05-Startelf kein einziger Spieler mehr auf dem Platz war.

AS Saint-Etienne - FSV Mainz 05 1:1 (0:1)

Sonntag, 18. Juli 2015, 18 Uhr, in Albertville.

FSV Mainz 05, 1. Hälfte: Karius - Brosinski, Bell, Bungert, Park - Latza, Frei - Clemens, Malli, Jairo - Niederlechner.

FSV Mainz 05, 2. Hälfte: Zentner - Brosinski (63. Kalig), Bell (63. Moritz), Hack, Jara - Latza (63. Zimling), Frei (63. Serdar) - Muto, Nedelew, Beister - Niederlechner (63. Höler).

Tore: 0:1 Clemens (27., Jairo), 1:1 Saint-Louis (74.).

Die Rede war vom ersten Härtetest gegen eine Mannschaft von hohem Niveau, die in der Vorbereitung schon ein ganzes Stück weiter ist. Unter diesen Voraussetzungen hat der FSV Mainz 05 im ersten Testspiel des Trainingslagers gegen die AS Saint-Etienne ein bemerkenswertes Spiel gemacht. 1:1 endete die Partie, die die 05er von den vorhandenen Chancen her durchaus auch deutlich hätten gewinnen können.

"Zum Beginn der Wettkampfphase war das ein super Test und ein gutes Spiel von uns", sagte Martin Schmidt. Der 05-Trainer hatte die Partie zunächst wie ein Meisterschaftsspiel begonnen: Die Stammelf-Kandidaten Pierre Bengtsson, Ja-Cheol Koo und Julian Baumgartlinger fehlen bekanntlich wegen Verletzungen; die elf Mann, die erstmals in den neuen roten Trikots aufliefen, waren unter diesen Umständen alles andere als eine B- oder Mischaufstellung. Mit der bewährten Viererkette der vergangenen Saison, den Neuzugängen Danny Latza und Fabian Frei als Doppelsechs, Christian Clemens mit Jairo und Yunus Malli in der Offensive und Florian Niederlechner als Mittelstürmer hatte Schmidt ein Team auf dem Platz, das man sich so in der Bundesliga vorstellen könnte.

Wenn Loris Karius - der erst nach der Rückkehr aus dem Trainingslager die Rückennummer 1 übernimmt - etwas zu tun hatte, dann hing es mit Romain Hamouma (rechts, mit Florentin Pogba) zu tun. Der Mainzer Keeper hatte nicht nur in dieser Szene die Lage unter Kontrolle. Foto: imagoDass es das erste Trainingslagerspiel war, merkte man in den ersten Minuten trotzdem. Der Vorjahres-Fünfte der französischen Liga begann auffällig, wirkte tatsächlich weiter in der Vorbereitung, frischer. Die 05er brauchten Zeit, um ins Spiel zu kommen. Schon in der dritten Minute hatte Romain Hamouma die erste große Chance der ASSE, schnickte aber den Ball vorbei. Von dieser Güteklasse hatte der seit Jahren torgefährliche Linksaußen noch weitere Chancen - aber nur nach Fehlern der Mainzer, nach Fehlpässen oder in Szenen, in denen die Defensive nicht richtig zugriff.

Nach zehn Minuten hatten die 05er sich eingependelt. Nach elf hatten sie ihre erste große Chance. Frei steckte den Ball aus dem Zentrum durch auf Jairo. Über Niederlechner ging die Kugel auf den linken Flügel, von wo Malli den rechten Pfosten traf.

Daniel Brosinski war in der Folge sehr auffällig, spielte feine Steilpässe kurz durch die Schnittstellen der Abwehr, die sich freilich in einigen Szenen etwas seltsam verhielt, nicht richtig nachrückte, Lücken aufriss, in denen die 05er sich austoben konnten. Einer dieser Bälle ging auf Jairo, dessen Querpass der im Rücken des Spaniers in Position gelaufene Christian Clemens zum 1:0 verwertete (27.). Niederlechner hatte gerade erst einen ähnlichen Pass des Rechtsverteidigers knapp am Tor vorbei geschnickt. Das vermeintliche 2:0 des Mittelstürmers wurde nicht gewertet, weil der Schiedsrichter bei der Ballannahme ein Handspiel gesehen hatte. Und als Frei mit einem Kopfball nur Niko Bungert traf und dessen Schuss geblockt wurde, schimpfte draußen der Trainer: "Macht die Dinger rein, Jungs!" Mit 0:1 rettete sich die ASSE in die Halbzeit; der Spielstand hätte deutlicher sein können.

Mit sechs Neuen auf dem Platz brauchten die 05er wiederum ein paar Minuten, um sich zurechtzufinden. Dann hatte der eingewechselte Todor Nedelew nach Vorarbeit von Frei und Niederlechner seine erste gute Chance. Der Bulgare, der einen sehr guten Eindruck hinterließ, schoss aber den Torwart an (54.). Nach einer Stunde hatte Yoshinori Muto kurz nacheinander zwei schöne Szenen. Maximilian Beister schoss nach der Flanke des Japaners aus spitzem Winkel über das Tor (59.) und kam nach Mutos Querpass eine Winzigkeit zu spät (60.).

In der 74. Minute fiel der Ausgleich. Nach einem Ballverlust der 05er, die inzwischen auch den Rest der Startelf durch neue Spieler ersetzt hatten, schalteten die Franzosen gut um, kamen über ihren linken Flügel an den Strafraum. Dylan Saint-Louis drängelte sich am Fünfereck vor Christoph Moritz und tunnelte Robin Zentner zum 1:1. Nach dem Treffer gab es auf beiden Seiten keine Chancen mehr, um das Spiel zu gewinnen.

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