Schmidt plant mit Muto schon in Wolfsburg

Jörg Schneider. Mainz.
Yoshinori Muto soll bereits in dieser ersten Woche der Länderspielpause wieder ins Training einsteigen. Martin Schmidt plant mit dem japanischen Stürmer erstmals im Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg. In diesen Tagen geht es beim FSV Mainz 05 in einigen Kaderplanungs-Sitzungen auch darum, ob der Klub die Optionen bei Jhon Cordoba und Christian Clemens ziehen wird. Der 05-Trainer machte jedoch am Dienstag deutlich, dass die Entscheidungen nicht vor dem Ablauf der Fristen bekanntgegeben werden.

Intensive Arbeit auf der einen Seite, Präventiv-Regeneration andererseits. Das sind die Themen beim FSV Mainz 05 in dieser ersten Trainings-Woche der Länderspielpause. Martin Schmidt, der auf Julian Baumgartlinger, Yunus Malli, Suat Serdar und Torhüter Jannik Huth verzichten muss, die international unterwegs sind, hat seine Trainingsgruppe um einige Akteure aus der U23 ergänzt. Und mit Jayson Breitenbach ist ein A-Jugendlicher dabei im Profi-Kader. „Er ist einer der Perspektivspieler, die wir verstärkt auf der Uhr haben“, sagt der 05-Trainer. Breitenbach, aber auch Tevin Ihrig oder Aaron Seydel sind junge Spieler, die ihre Chance wahrnehmen, sich in der Arbeit mit den etablierten 05ern sowie im Testspiel am Donnerstag (13 Uhr) im Bruchwegstadion gegen den Karlsruher SC zeigen und Erfahrungen sammeln sollen.

Von den 05-Profis waren am Dienstagmorgen zum Wochenauftakt einige nicht am Start. Loris Karius hat Probleme mit der Patellasehne, ist muskulär etwas angeschlagen. Pablo De Blasis hat beim 1:1 im Bremen einen Schlag auf den Knöchel gefangen. Das Sprunggelenk war nach der Partie stark angeschwollen und es hat sich Flüssigkeit gebildet. Da steht erst einmal eine Trainingspause an. Auch Niko Bungert trainiert derzeit wieder nur individuell. „Er hatte etliche Rückschläge. Wir wolle ich  nicht schon wieder in zu große Umfänge reinbringen“, sagt Schmidt. Bungert soll jedoch im Laufe der Woche wieder das komplette Programm absolvieren.

Yoshinori Muto absolvierte am Dienstag mit Leon Balogun noch ein individuelles Spezialtraining. Der Innenverteidiger soll am Mittwoch ins Mannschaftstraining zurückkehhren, der japanische Stürmer spätestens Ende der Woche. Foto: Jörg SchneiderLeon Balogun, der in Bremen noch wegen einer Oberschenkelverhärtung fehlte, hat zusammen mit Yoshinori Muto ein Spezialtraining auf dem Nebenplatz abgespult. Der Innenverteidiger steigt am Mittwoch wieder in die Mannschaftsarbeit ein. Auch der Japaner soll spätestens Ende der Woche wieder richtig mitmischen. „Bei ihm geht das jetzt zackig. Yoshi war schon das ganze Wochenende über auf dem Platz.“ Der Trainer plant, wenn alles normal läuft, schon im nächsten Auswärtsspiel in drei Wochen beim VfL Wolfsburg  wieder mit dem Stürmer.

Muto hatte wegen seiner Verletzung keine Einladung zur Nationalmannschaft erhalten. Ebenso wie Balogun, Fabian Frei, Pierre Bengtsson und Karim Onisiwo. „Sie haben das sportlich professionell aufgenommen“, sagt der Coach. „Sie haben alle nicht das Gefühl hintergangen worden zu sein, sondern sie waren alle längere Zeit verletzt und haben kaum Spielpraxis.“ Fabian Frei beispielsweise habe ein halbes Jahr gefehlt. „Er ist noch nicht an seiner Leistungsgrenze dran“, sagt Schmidt. „Fabi ist nach seiner Rückkehr richtig reingeschossen. Jetzt merkt man, dass er von den Umfängen etwas platt ist.“ Emil Berggreen soll auch bald soweit sein, der Däne ist derzeit aber noch nicht auf dem Platz, sondern absolviert Stabilitäts- und Krafteinheiten.

Dass so viele der 05-Profis keine Nominierung von ihren Landesverbänden erhielten, sieht der 05-Trainer durchaus als einen  Vorteil für sein Team gegenüber den Klubs, die zahlreiche Nationalspieler abstellen. „Das Training hier ist eine andere Belastung als zweimal zu spielen“, sagt der 48-Jährige. Schmidt freut sich, dass er Muto in Ruhe ans Team heranführen kann. Denn wenn der Torjäger fit ist, eröffnet er der 05-Offensive neue und weitere Optionen. „Wir können mit Yoshi wieder einen neuen Reiz setzen.“ Gut vorstellbar sei, dass der Japaner künftig zusammen mit Jhon Cordoba eine Doppelspitze bilde. Muto sei zudem eine gute Alternative für die Außenbahn. Außerdem möchte Schmidt irgendwann einmal gerne im 4-3-3 spielen lassen. „Mit zwei richtigen Stürmern außen und Cordoba vorne drin in der Mitte.“

In den nächsten Tagen fällt außerdem zudem intern die Entscheidung, ob der Bundesligist die fälligen Optionen bei Cordoba und Christian Clemens ziehen wird, deren Ausleihverträge am Ende der Saison auslaufen. „Wir haben diese Woche etliche Sitzungen mit Christian Heidel, in der es um die Kaderplanung, aber auch um die U23 und das Nachwuchs-Leistungszentrum geht“, sagt der Schweizer. „Da werden diese Themen ganz klar angesprochen.“ Schmidt schränkt allerdings ein: „Falls wir uns dafür entscheiden, die Optionen zum 30. April zu ziehen, werden wir das jedoch nicht schon am 1. April bekanntgeben.“ Dass der Trainer Cordoba unbedingt halten will, ist klar. Einen Spielertypen wie den Kolumbianer gibt es vom Profil her nicht oft in der Liga. „Ich würde ja Quatsch erzählen, wenn es bei Jhon keine Tendenz zum Bleiben gebe“, sagt Schmidt. „Aber es muss alles passen. Es geht nicht nur darum, was der Trainer gerne hätte, sondern es muss auch wirtschaftlich möglich sein.“

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