Schmidt: „Einer wie Baumgartlinger“

Jörg Schneider. Mainz.
Die Transferperiode ist zu Ende. Der FSV Mainz 05 hat wenige Stunden vor der Deadline bekanntlich noch André Ramalho von Bayer Leverkusen als neuen Sechser verpflichtet. Das war‘s dann. Weder in Sachen Abgänge, noch im Zugangsbereich ist danach noch etwas passiert. Ramalho, von dem Martin Schmidt sagt: „Das ist einer wie Baumgartlinger“, hat am Mittwochnachmittag erstmals mit der Mannschaft trainiert und wird am Donnerstag im Testspiel am Bruchweg gegen den SV Sandhausen (16.30 Uhr) seinen Einstand im 05-Trikot geben.

André Ramalho hat am Mittwoch bereist seine ersten Tore im 05-Training geschossen. Für 05-Trainer Martin Schmidt ist der brasilianische Neuzugang "einer wie Baumgartlinger". Foto: Jörg Schneider Da haben wir Martin Schmidt am Dienstag in der kleinen Medienrunde aber wirklich gründlich missverstanden. Der Trainer des FSV Mainz 05 hatte gesagt, es müsse noch eine Option geprüft werden. Falls diese passe, werde es noch eine Neuverpflichtung geben. Da der 49-Jährige zuvor die Situation auf der linken Abwehrseite des Bundesligisten beschrieben hatte, kam es zu der Meldung in der nullfünfMixedZone, die 05er holten noch einen Linksverteidiger, die sich als falsch erwiesen hat..

Die Option, die geprüft worden war, galt einer anderen Kaderposition, wie wir inzwischen wissen. Rouven Schröder hat stattdessen wenige Stunden vor dem Ende der Transferperiode einen neuen, zusätzlichen zentralen Mittelfeldspieler präsentiert. Der Sportdirektor hat André Ramalho vom Liga-Konkurrenten Bayer 04 Leverkusen für ein Jahr mit Kaufoption ausgeliehen. Der 24-jährige Brasilianer ist bei der Werkself in der vergangenen Saison aufgrund von Verletzungsproblemen in der Bayer-Abwehr häufig als Innenverteidiger aufgelaufen. „Aber das ist ein klassischer Sechser“, sagte Schmidt am Mittwoch im Anschluss an das Nachmittagstraining. „So einen haben wir noch dringend gebraucht. Einen großen, sehr robusten, zweikampfstarken Mann auf dieser Position, der ähnlich stabil ist wie Jean-Philippe Gbamin.“

Dieser Transfer war anscheinend auch deshalb notwendig geworden, weil der Trainer nicht davon ausgeht, dass Danny Latza in absehbarer Zeit für die dreifache Wettkampfbelastung zur Verfügung steht. Latza ist wegen seiner Adduktorenverletzung immer noch im Aufbau, hat die komplette Vorbereitung verpasst und ist in den nächsten zwei Monaten so schnell keine Option. Doch nach dem Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am Sonntag in acht Tagen geht’s schon los im Europapokal. „Dann hätte es eng werden können“, so Schmidt, der offenbar die übrigen Mittelfeldleute wie Fabian Frei und Suat Serdar oder José Rodriguez inzwischen eher auf der neuen, etwas vorgezogeneren Position der Doppelacht für gewisse Spiele sieht.

Ramalho hat sich im ersten Training gleich so präsentiert wie erwartet. Eng am Mann, zweikampfstark, konzentriert im Spiel gegen den Ball. Der 24-Jährige ist nicht der brasilianische Edeltechniker, aber ein Läufer und Kämpfer mit gutem Auge, ruhig am Ball  und ordentlichem Passspiel in die Tiefe. „Das ist einer wie Baumgartlinger“, sagt der 05-Coach.

Ramalho wird am Donnerstag im Testspiel am Bruchweg (16.30 Uhr) gegen den SC Sandhausen erstmals einen Einsatz im 05-Trikot kriegen. „Wir werden ein Team stellen, in dem jetzt Rodriguez, Gerrit Holtmann und Gaetan Bussmann über 90 Minuten gehen müssen. Diejenigen, die mehr gespielt haben, werden durchgewechselt, dazu werden wir einige U23-Spieler in die Mannschaft nehmen. Das ist ein wichtiges Spiel gerade für alle, die jetzt hier sind und in den ersten beiden Pflichtspielen nicht im Kader waren oder wenig gespielt haben. Für die sind das jetzt wichtige Einsatzzeiten. Die wollen wir näher ran bringen. Unter dieser Prämisse steht das Spiel.“ Der andere Aspekt sei der, dass der Bundesligist zu Hause gegen den Zweitligisten zeigen müsse, dass die Mannschaft auch ohne die Nationalspieler dominant sein und das Spiel gestalten könne. „Und dass wir die Partie natürlich für uns entscheiden wollen."

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