Satzungsänderung braucht Zweidrittel-Mehrheit

Jörg Schneider. Mainz.
Nach zwei Informations-Veranstaltungen im Juni und September nimmt die Strukturreform des FSV Mainz 05 nun langsam konkrete Formen an. Der Bundesligist lädt seine Mitglieder am Sonntag um 11 Uhr (Einlass 10 Uhr) zur außerordentlichen Mitgliederversammlung in den VIP-Bereich der Opel Arena ein. Auf der Tagesordnung stehen die vorgeschlagene Satzungsänderung sowie die Wahl einer fünfköpfigen Wahlkommission. Um den Zweitaufwand zu verkürzen, planen die 05er erstmals den Einsatz von digitalen Abstimmungsgeräten.

In der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Sonntag stimmen die 05er über die Satzungsändedrung ab. Foto: Ekkie VeyhelmannZwei Informations-Veranstaltungen, im Juni und September dieses Jahres, hat es im Zuge der Strukturreform beim FSV Mainz 05 bisher gegeben. Ein Ergebnis dieser Tagungen war, dass die Reform ohne die Option der Ausgliederung der Profiabteilung auf den Weg gebracht werden soll. Nun sind die Mitglieder des Bundesligisten an der Reihe, über die Weiterentwicklung des Vereinsmodells abzustimmen. Der Klub lädt seine Mitglieder am Sonntag um 11 Uhr (Einlass 10 Uhr) zur außerordentlichen Mitgliederversammlung in den VIP-Bereich der Opel Arena ein, wo die von der Strukturkommission gemeinsam mit dem Vereins-Vorstand erarbeiteten Vorschläge zu den Satzungsänderungen nun zur Abstimmung kommen. Sämtliche Satzungsänderungen bedürfen einer Zweidrittel-Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder.

Um was geht’s im Einzelnen? Die bisherigen Gremien des Vereins sollen künftig um das Kontrollorgan eines Aufsichtsrates ergänzt werden. Der Aufsichtsrat besteht aus bis zu neun gewählten Mitgliedern, die Erfahrung in wirtschaftlichen Angelegenheiten haben sollen. Die Anzahl der Aufsichtsräte, die für drei Jahre gewählt werden, bestimmt die Mitglieder-Versammlung mit einfacher Mehrheit. Der Aufsichtsrat kann aufgrund besonderer Vereinsinteressen bis zu zwei weitere Mitglieder zusätzlich berufen. Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten eine Aufwandsentschädigung, die durch Beschluss der Mitgliederversammlung festgelegt wird. Im Aufsichtsrat soll zukünftig einem Vertreter der Fangruppierung ein Sitz vorbehalten sein. Zu diesem Zweck soll eine Fanabteilung gegründet werden, aus deren Reihen dann ein Fanvertreter benannt wird. Dieser ist durch die Mitgliederversammlung zu bestätigen oder zu wählen. Der Aufsichtsrat kontrolliert den Vorstand und berät ihn bei allen entscheidenden und wichtigen Fragen, insbesondere in solchen von wirtschaftlicher, rechtlicher oder vereinsstrategischer Bedeutung.

Alle Kandidaten werden von der Wahlkommission, die am Sonntag neu gewählt wird, vorgeschlagen. Diese Kommission setzt sich zukünftig aus fünf Personen zusammen und nimmt eine bedeutende Rolle ein. Die Aufgabe der Wahlkommission ist es, im Vorfeld zu den Wahlen jeweils des Vereinsvorsitzenden und des Aufsichtsrates die in der Satzung festgelegten Kriterien zu prüfen und dann der Mitgliederversammlung die Wahlvorschläge zu unterbreiten. Fristgerecht haben sich Klaus Hammer, Harald Jeschke, Gerd Krämmer, Werner Koch, Hans-Günter Mann, Karl-Hubert Oehl, Jochen Schürmann, Udo Seyfarth und Horst Trautzer beworben und sind zur Wahl zugelassen worden.

Ein wesentlicher Punkt der Satzungsänderung betrifft den Vorstand. Zukünftig soll ein Vorstand, der aus dem Vereinsvorsitzenden als Vorsitzenden und weiteren bis zu drei vom Aufsichtsrat zu bestellenden Mitgliedern besteht, den Verein gesetzlich vertreten. Die Satzungskommission der 05er schlägt der Versammlung das Modell vor, in dem der Vereinsvorsitzende von den Mitgliedern für die Dauer von drei Jahren gewählt wird, grundsätzlich ehrenamtlich tätig ist und dafür eine angemessene Aufwandsentschädigung erhalten kann. Die weiteren Mitglieder des Vorstandes werden vom Aufsichtsrat für die Dauer von maximal drei Jahren bestellt. Sie sind grundsätzlich hauptamtlich tätig.

Mainz 05 plant am Sonntag erstmals den Einsatz von digitalen Abstimmungsgeräten, um den Zeitaufwand im Vergleich zur Abstimmung mit Stimmzetteln deutlich zu verkürzen. Die Mitgliederversammlung muss dieser in der aktuellen Satzung nicht vorgesehenen Maßnahme allerdings zunächst zustimmen. Für die Option der digitalen Abstimmung erhält jedes Mitglied beim Zutritt zur Veranstaltung eine Chip-Karte und ein Abstimmungsgerät.

Die von der Strukturkommission gemeinsam mit dem 05-Vorstand erarbeiteten Vorschläge zu den Satzungsänderungen sind im Internet auf der offiziellen Vereinswebsite unter www.mainz05.de einsehbar.

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