Reine Formsache, aber der FC Basel kriegt Nachschlag

Jörg Schneider. Mainz.
Joo-Ho Park hatte im Interview mit der nullfünfMixedZone betont, dass er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim FSV Mainz 05 gerne verlängern würde. Christian Heidel hat die Steilvorlage aufgenommen und am Donnerstag die Verlängerung mehr oder weniger als Formsache bezeichnet. Der 05-Manager muss nur die Option ziehen, dann bleibt der Koreaner für zwei weitere Jahre beim Bundesligisten. Allerdings wird diese Option erst Ende April nächsten Jahres fällig.

Joo-Ho Park (mit Dolmetscherin Jung-Kyoon Lenzen) erklärte im Interview seine Bereitschaft in Mainz zu verlängern. Kein Problem aus Sicht des Klubs, der nur die Option ziehen muss. Foto: Jörg Schneider Über schwebende Vertragsgespräche mag Christian Heidel normalerweise nicht sprechen. „Wenn‘s was zu verkünden gibt, tun wir das“, lautet die stereotype Antwort des Managers gewöhnlich auf solche Fragen. In Sachen Joo-Ho Park macht Heidel eine Ausnahme. Der Koreaner hatte im Interview mit der nullfünfMixedZone bekannt, dass er sich in Mainz sehr wohl fühle und seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim FSV Mainz 05 ebenso gerne verlängern möchte.

Das dürfte unter normalen Umständen kein großes Problem darstellen. Der 05-Manager hat seinerzeit eine Optionsklausel ins Papier eingearbeitet, für den Fall, dass eine Konstellation entstehen könnte, die dazu führen würde, dass der Spieler nach Ablauf der zwei Jahre am Bruchweg nicht seinen zweijährigen Militärdienst antreten muss. Das ist bekanntlich geschehen. Als Belohnung für den Gewinn der Goldmedaille im Fußballturnier der Asiens-Spiele hat die Regierung Südkoreas dem Profi die Militärzeit erlassen. Der 27-Järhige muss nur vier Wochen zur Grundausbildung einrücken.

„Wir haben sowohl eine Option mit Park, als auch mit dem FC Basel“, sagte Heidel am Donnerstag. Zum Zeitpunkt der Verpflichtung sei die Sache mit dem Militär nicht absehbar gewesen. Weil der Klub den Spieler jedoch mit der Intension auf eine längerfristige Zusammenarbeit geholt habe, sei die Klausel eingebaut worden für den Fall der Fälle. Die 05er müssen also nur diese Option ziehen, dann verlängert sich Parks Arbeitspapier automatisch um zwei weitere Jahre. Die Optionsklausel wird allerdings erst recht spät in der Saison, Ende April nächsten Jahres, fällig.

Die Besonderheit daran: „Wenn Joo-Ho über den 30. Juni 2015 hinaus bei uns bleibt, müssen wir noch einen kleinen Obolus an den FC Basel entrichten.“ Der Schweizer Spitzenklub, von dem Park nach Mainz gewechselt war, verdient also noch einmal mit.  

Für Heidel ist diese Vertragsverlängerung im Prinzip Formsache. Auch die 05er wollen den vielseitigen Linksfuß halten. „Man kann davon ausgehen, dass es schwer danach aussieht, dass Park bei uns bleibt“, sagte Heidel.

Nikolce Noveski (Mitte): Vertragsgespräche mit dem Manager. Foto: Jörg Schneider Der 05-Manager hat zudem demnächst weitere Personalfragen zu erledigen. „Alles in Arbeit“, sagt er zu den Vertragsgesprächen mit Julian Baumgartlinger, Loris Karius, Nikolce Noveski und Yunus Malli, deren Verträge ebenfalls im Sommer auslaufen. Der Österreicher, der schon zu erkennen gegeben hat, dass er sich den Verbleib am Bruchweg durchaus vorstellen kann, hat kürzlich in einem Interview verraten, dass es bisher noch keine Gespräche mit Heidel gegeben habe. Er fühle sich wohl in Manz, lasse die Sache aber in Ruhe auf sich zukommen.

Karius, die Nummer eins im Tor des Bundesligisten, ist per Option bis Saisonende an die 05er gebunden. Die guten Leistungen des Torhüters sollen dem Vernehmen nach jedoch Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz geweckt haben. Hertha BSC soll unbestätigten Gerüchten zufolge an dem 21-Jährigen interessiert sein. Aus dem Management des Keepers heißt es, Mainz 05 sei jedoch erster Ansprechpartner. "Wir sind auf einem guten Weg", sagte Karius im Facebook-Chat seines Vereins am Donnerstag.

Die große Frage in der anstehenden Vertragsrunde ist, ob Nikolce Noveski ein weiteres Jahr dranhängt. Der Kapitän, so hieß es bisher am Bruchweg stets hinter vorgehaltener Hand, habe eine derart perfekte professionelle Einstellung, fühle sich körperlich so fit und den 05ern verbunden, dass er trotz seines Alters durchaus noch längere Zeit eine Zukunft habe im Klub. Doch Noveski wird 36 Jahre alt sein, wenn sein Kontrakt ausläuft, und der Innenverteidiger musste nach Verletzung sein Stammplatz-Abonnement Anfang der Saison an jüngere Kontrahenten im Kader abgeben. Seit 2004 ist der Altmeister bei den 05ern die Zuverlässigkeit in Person, absolvierte seitdem 247 Bundesligaspiele für den Verein und ist einer der Publikumslieblinge.

► Alle Artikel zur Kaderplanung

► Zur Startseite