Prüfung auf Startelf-Tauglichkeit

Jörg Schneider. Mainz.
Testspiele gegen Zweitligisten sind zur guten Gewohnheit geworden beim FSV Mainz 05 in den Länderspielpausen. Heute Nachmittag empfängt das Team von Martin Schmidt im Bruchwegstadion (15 Uhr) den Tabellenfünften SV Sandhausen. Im Blickpunkt dabei steht unter anderem Jhon Cordoba. Der kolumbianische Mittelstürmer soll nach längerer Anlaufzeit nun zeigen, dass er ein Kandidat ist für die Mainzer Startelf in der Bundesliga.

Im Testspiel gegen den SV Sandhausen muss Jhon Cordoba zeigen, ob der Mittelstürmer schon ein Kandidat für die Startelf sein kann. Das Testspiel heute Nachmittag um 15 Uhr im Bruchwegstadion gegen den Tabellenfünften der Zweiten Liga ist zwar vordergründig die inzwischen zur Gewohnheit gewordene gute Gelegenheit für Reservisten und Aufbauspieler Wettkampfpraxis gegen einen starken Gegner zu sammeln. Für Jhon Cordoba aber ist die Partie des FSV Mainz 05 gegen den SV Sandhausen dazu eine echte Prüfung im Hinblick auf die kommenden Bundesliga-Begegnungen. Der Mittelstürmer hat sein Aufbauprogramm erfolgreich absolviert, überzeugt mit guten und energischen Trainingsleistungen, hat beim 2:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg seine kurze Heimpremiere gefeiert. Und muss nun zeigen, ob er am Samstag in acht Tagen ein Kandidat für das Auswärtsspiel in Köln ist.

„Das Testspiel ist jetzt sehr wertvoll für ihn“, sagt Martin Schmidt. „Da wollen wir sehen, dass er 45 Minuten gut hinkriegt. Wenn wir wissen, dass er eine Halbzeit drin hat, wird er eine Variante für die Startelf sein.“ Mit dem kolumbianischen Kraftpaket im Angriffszentrum erhöhen sich die Offensiv-Optionen für den 05-Trainer. Mit Cordoba auf der neun und Yunus Malli hinten dran als Zehner, könnte  Yoshinori Muto auf eine der Außenbahnen wechseln. Auf die Angriffsposition also, für die der Japaner verpflichtet wurde. „Wenn Jhon soweit ist, können wir Mutos Entwicklung auf der Bahn vorantreiben“, erklärt der 05-Trainer. „Für uns ist Cordoba wichtig als Zielspieler vorne drin. Der zieht dann auch mal die Innenverteidiger auf sich, dann haben rundherum die Anderen mehr Freiheiten.“

Obwohl Muto die Rolle im Zentrum schon überraschend gut ausfüllte. Der Japaner stellt allerdings die Innenverteidiger rein körperlich nicht vor die Herausforderungen wie ein großgewachsener, wuchtiger, körperlich stabilerer Mittelstürmer. „Dann muss sich der Gegner zusätzlich auch auf lange und hohe Bälle einstellen. Wir sehen im Training,  wie Jhon da vorne die Bälle festmachen kann.“  Die zweite Variante, die sich Schmidt bietet, ist eine System-Umstellung. Bisher spielen die Mainzer gegen den Ball im 4-4-2 und offensiv im 4-2-3-1. Künftig könnten Muto und Cordoba je nach Gegner-Profil als Doppelspitze im offensiven 4-4-2 auflaufen. „Yoshi wäre dann derjenige, der um Jhon herum spielt.“

Latza wächst in der Aufgabe

Danny Latza, der im Moment die feste Größe im zentralen Mittelfeld ist, kriegt heute gegen den SV Sandhausen einen neuen Partner auf der Doppelsechs zu Seite gestellt, weil alle übrigen Profis auf dieser Position abwesend oder wie Fabian Frei noch verletzt sind. Julian Baumgartlinger ist ins Trainingslager der Österreicher gefahren, Suat Serdar mit der U19 des DFB unterwegs und Gonzalo Jara spielt für Chile. Das aus der Not geborene Duo Latza/Jara kann sich also nicht weiter einspielen nach der guten Vorstellung, die das Gespann im Heimspiel gegen die Wolfsburger zeigte.

„Die beiden haben erstmals in Augsburg zusammen gespielt. Da hat noch die Abstimmung in einigen Situationen gefehlt“, sagt der 05-Trainer. Deswegen hat Schmidt mit den beiden Profis und mit Serdar vor dem Heimspiel eine eingehende Analyse vorgenommen, um die Arbeit auf der Doppelsechs noch zu verfeinern. „Das hat dann gut gefruchtet im Spiel. Besser als in Augsburg, auch mit Ball. Da waren wir sehr zufrieden“, sagt Schmidt. Die Entwicklung Latzas sei ohnehin erstaunlich. „Er hat erst zwölf Bundesligaspiele gemacht. Dass er so ein guter, ruhiger Pol geworden ist, so viel Organisatorisches und so viel Verantwortung übernimmt, ist sehr positiv. Danny wächst in die Aufgabe richtig rein.“

Und Jaras Wandlung vom Bruder Leichtfuß mit Einstellungsproblemen, vom Streichkandidaten zum Stammspieler ist sowieso eines der Phänomene dieser Vorrunde. Inzwischen lobt der 05-Trainer den Chilenen in den höchsten Tönen. „Jaras Stärke ist der Zweikampf. Seine Aggressivität. Er hat immer hohen Druck auf den Ball, ist kaum abzuschütteln und immer präsent. Er hat ein strategisches Auge, kann Spiele lesen“, betont der 48-Jährige. „Manchmal könnte er noch mehr Raumdruck herstellen, wie wir das nennen. Man hat viel über David Alaba von den Bayern gelesen, was der alles kann. Gonzo ist ein ähnlicher Spieler, der überall auf den defensiven Positionen ein Bundesliganiveau erreichen kann.“

► Alle Artikel zur Saisonarbeit

► Zur Startseite