Polter geht, zwei Neue kommen noch

Jörg Schneider. Mainz.
Beim FSV Mainz 05 ist der Startschuss in die Vorbereitung auf die neue Bundesligasaison gefallen. Die Profis absolvierten am Montag ein Ganztagsprogramm in Sachen Leistungsdiagnostik. Trainer und Manager präsentierten sich in der ersten Pressekonferenz. Christian Heidel und Martin Schmidt kündigten dabei an, noch einen Innenverteidiger und einen Mittelstürmer holen zu wollen. „Es wird noch Veränderungen in beide Richtungen geben“, sagt Heidel. Die erste davon ist klar: Sebastian Polter verlässt den Klub. Der Stürmer wechselt offenbar zu den Queens Park Rangers. Das erste Training ist für Dienstag, 15 Uhr im Bruchwegstadion angesetzt.

In ihrer Pressekonferenz zum Auftakt der Saisonvorbereitung äußerten sich Christian Heidel und Martin Schmidt zu den Personalplanungen des Bundesligisten. Foto: Jörg SchneiderTrainer und Manager präsentieren sich gut gelaunt und erholt in der ersten Pressekonferenz der neuen Runde, die Profis absolvieren derweil in der Mainzer Uni-Medizin ein leistungsdiagnostisches Ganztagesprogramm – beim FSV Mainz 05 ist der Startschuss in die Vorbereitung auf die neue Bundesligasaison gefallen. Am Dienstagnachmittag um 15 Uhr stellt sich der Kader dann beim ersten öffentlichen Training im Bruchwegstadion vor.

Mit Ausnahme von Yoshinori Muto, der im Laufe der Woche erwartet wird, sind morgen dann alle Neuzugänge am Start. Dazu der Restkader bis auf die Nationalspieler, die erst am Wochenende aus dem Urlaub kommen und ins Mannschaftstraining einsteigen. Nicht dabei sind zudem die in der vergangen Saison ausgeliehenen Spieler, die noch einen Vertrag am Bruchweg haben. Dani Schahin absolviert eine Reha nach einer Leistenoperation. Auch Niki Zimling ist verletzt. Chinedu Ede trainiert mit dem Mainzer Drittligateam. Und Sebastian Polter wird als erster aus diesem Quartett definitiv den Verein verlassen. „Es gibt Anzeichen, dass unmittelbar ein Vereinswechsel bevorstehen könnte“, druckste Christian Heidel noch etwas herum, da der Wechsel noch nicht offiziell vollzogen ist. Wenn aber die Informationen des „Kicker“ stimmen, wird sich Polter den Queens Park Rangers anschließen. Und wenn das so ist, dürfte die Ablösesumme, die der englische Zweitligist zahlt, um einiges höher sein als das Angebot von Union Berlin. Der Zweitliga-Klub, bei dem Polter in der vergangenen Saison aktiv war, soll etwa 1,5 Millionen Euro geboten haben. Ziemlich klar ist allerdings auch, dass sowohl Schahin als auch Zimling über kurz oder lang den Verein verlassen werden – je nach Angebotslage. Auch Gonzalo Jara, der wegen seiner Provokation bei der Copa America nachträglich gesperrt worden war, dürfte ebenfalls nicht nach Mainz zurückkehren und sich einen neuen Klub suchen.

Sebastian Polter wechselt offenbar nach England. Foto: Jörg SchneiderDie 05er starten im Gegensatz zum vergangenen Jahr in die Vorbereitungsphase mit einem nahezu kompletten Kader. Kaum ein anderer Klub war in der Pause derart aktiv auf dem Markt. Christian Heidel hat sechs Neuzugänge an Land gezogen und kann Martin Schmidt nun trotz der Abgänge von Johannes Geis und Shinji Okazaki einen „recht anständigen Kader“ zur Verfügung stellen, wie der 52-Jährige betont. Abgeschlossen ist die Personalplanung jedoch nicht. „Es wird noch Veränderungen in beide Richtungen geben“, sagt der Manager. „Das Schöne ist, dass dies alles ohne Druck geschehen kann. Wir waren sehr produktiv, was wir umsetzen wollten, haben wir umgesetzt. Wir sind davon überzeugt, dass wir eine gute Mannschaft zusammen kriegen und teilweise schon zusammen haben. Eine Mannschaft, die in der Bundesliga wettbewerbsfähig ist“, sagt Heidel.

Auf zwei Positionen soll noch nachgelegt werden. „Ganz vorne und ganz hinten“, sagt der Trainer. Weil Nikolce Noveski seine 05-Karriere beendet hat, fehlt ein Innenverteidiger. „Und nach dem Verkauf von Okazaki halten wir die Augen auf, um auch auf dieser Position noch reagieren zu können“, so Schmidt. Am liebsten hätte der Trainer vorne einen weiteren, eher groß gewachsenen Spieler, um mehr Varianten im Spiel zu haben. Einer der auch lange Bälle vorne festmachen kann. Sowohl der gesuchte Innenverteidiger als auch der zusätzliche Stürmer müssen jedoch eine Voraussetzung unbedingt mitbringen. „Wir haben bis jetzt lauter Spieler geholt, die in die Kabine kommen und sagen, das hier ist mein nächster Schritt, darauf freue ich mich. Darauf habe ich gewartet.“ Diesen Eindruck müssten auch potenzielle Neuzugänge in den Gesprächen vermitteln.

Perspektivspieler sollen Perspektive haben

Unterdessen ist geplant, so Heidel, dass Okazaki in der neuen Saison noch einmal in der Coface Arena erscheint, um sich offiziell von den Fans zu verabschieden. Der 05-Kader in der Vorbereitung wird zunächst mit drei Nachwuchsspielern ergänzt. Suat Serdar, Patrick Pflücke und Aaron Seydel trainieren mit den Profis. Schmidt sieht die Youngster allerdings nicht als Füllmaterial, sondern die Spieler sollen sich anbieten. „Wir werden hier keinen verstecken. Wer auf dem Platz steht, soll bitteschön auch Druck machen, um seine Position kämpfen“, sagt der 48-Jährige.

18 Feldspieler hat der Coach im Kader, mit denen Schmidt plant. „Wir wollen die Anzahl auf 20 begrenzen. Dahinter kommen insgesamt vier Perspektivspieler, die den Druck innerhalb des Kaders erhöhen sollen. Die Perspektivspieler sollen auch Perspektive haben.“ Trotz der zahlreichen Zugänge will Schmidt jedoch nicht von einem personellen Umbruch im Team reden. „Ich würde das eher als Verjüngungs- und Anpassungsprozess bezeichnen“, sagt er. Das wirke sich auf die Spielweise aus. „Wir haben auf den Flügeln deutlich an Tempo zugelegt. Und es war uns auch wichtig, dass im Team wieder etwas mehr deutsch gesprochen wird.“ Dazu wird sich Muto auch aus eigenem Interesse heraus einem deutschen Sprach-Crash-Kurs unterziehen. Der Japaner soll relativ schnell in der Lage sein, sich einigermaßen fließend zu unterhalten.

Martin Schmidt wirkt extrem motiviert und engagiert vor seiner ersten Saisonvorbereitung als Bundesligatrainer. „Ich glaube, dass wir gut aufgestellt sind. Wir haben die Außenbahnen optimiert, den Kader ausbalanciert in Sachen Größe, Schnelligkeit und Ballsicherheit. Ich bin überzeugt davon, dass die Mannschaft bundesligatauglich ist und in der Liga bestehen kann“, sagt der Schweizer.

Einen neuen Haupt- und Trikot-Sponsor haben die 05er am Montag allerdings noch immer nicht präsentiert. „Es muss sich keiner Gedanken machen. Wir werden nicht brustfrei in die Saison gehen“, sagt Heidel. „Einfach noch ein paar Tage abwarten.“

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