Park-Wechsel zum BVB eher unwahrscheinlich

Jörg Schneider. Mainz.
Borussia Dortmund und dessen Ex-05-Trainer Thomas Tuchel zeigen Medienberichten zufolge großes Interesse an einer Verpflichtung von Joo-Ho Park. Martin Schmidt, der Trainer des FSV Mainz 05, baut auf den Linksverteidiger und will den Leistungsträger natürlich behalten. Ein Wechsel des Koreaners kurz vor dem Ende der Transferperiode erscheint eher unwahrscheinlich. Denn auch wenn den 05ern damit ein weiterer Millionen-Deal winken würde, das Problem für Manager Christian Heidel wäre jedoch groß, auf die Schnelle einen gleichwertigen Ersatz aus dem Hut zu zaubern.

Joo-Ho Park hat sich als Leistungsträger im 05-Team etabliert. Ein Wechsel zum BVB wäre zwar für den Klub lukrativ, doch ein gleichwertiger Ersatz für den Verteidiger dürfte auf die Schnelle kaum zu finden sein. Foto: ImagoKurz vor dem Ende der Transferperiode steigt die Betriebsamkeit bei den Profi-Klubs rapide an. Das ist in jedem Jahr so, wenn die Vereine auf der Suche nach Schnäppchen oder Verstärkungen auf den letzten Drücker am Markt aktiv werden. Der FSV Mainz 05 will bekanntlich bis zum Transfer-Schluss am Montag noch einen Stürmer verpflichten, ist aber plötzlich auch auf der Abgeber-Seite in den Fokus gerückt. Borussia Dortmund ist offenbar stark interessiert an der Verpflichtung von Joo-Ho Park. Thomas Tuchel, der den Linksverteidiger 2013 vom FC Basel an den Bruchweg geholt hatte, soll nach Medien-Informationen vorgefühlt haben, um den Südkoreaner nun zum BVB zu holen.

Martin Schmidt, der aktuelle 05-Cheftrainer, wollte die Personalie am Dienstagnachmittag nach dem Mannschaftstraining als Gerücht herunterspielen. „Das ist eines der Gerüchte, die von irgendwo gesteuert werden“, sagte der Schweizer. „Park ist hier und hat erst seinen Vertrag bis 2017 verlängert. Er hat gerade die Familie hierher geholt. Seine Frau mit dem Kind ist hier seit zwei oder drei Wochen. Er steht jeden Tag auf dem Platz. Dass er wichtig ist, dass wir auf ihn bauen, ist doch klar. Und das haben wir ja auch in Mönchengladbach an seiner Leistung gesehen.“

Doch hinter der Geschichte steckt wohl doch mehr als nur ein Gerücht. In Medien, die sich mit dem BVB befassen, wird unterdessen kolportiert, dass die 05er mindestens fünf Millionen Euro verlangten, um den Leistungsträger ziehen zu lassen. Eine Zahl, die am Bruchweg nicht kommentiert wird, die aber halbwegs hinkommen dürfte. Denn der Klub kann den Preis bestimmen und hat den Koreaner im vergangenen Jahr monatelang freigestellt für die Nationalmannschaft, damit Park für seine Befreiung vom Wehrdienst spielen konnte, um seine Profi-Karriere in Mainz fortzusetzen. Monate, in den der Klub den Spieler bezahlte, aber nicht zur Verfügung hatte.

Doch um die Ablösesumme dürfte es in diesem Fall sowieso nur in zweiter Linie gehen. Die Mainzer haben nach den millionenschweren Transfer-Erlösen dieses Sommers keine finanzielle Not, einen weiteren Leistungsträger zu verkaufen. Und selbst bei fünf Millionen oder mehr auf der Einnahmenseite, stünde Manager Christian Heidel vor dem Problem, wie und wo er bis Montag, wenn das Transfer-Fenster schließt, einen gleichwertigen Ersatz an Land ziehen soll. Einen, der von jetzt auf gleich die Lücke, die Park hinterlassen würde, voll und ganz ausfüllen kann. Von daher ist es eher unwahrscheinlich, dass Heidel den Verteidiger, der seinen Wert fürs Team mit einer Klasse-Leistung in Mönchengladbach unterstrich, nun kurzfristig ziehen lässt.

Das werden in jedem Fall noch ein paar spannende Tage bis zum Ende der Transfer-Periode. Auch was die Verpflichtung des gesuchten zusätzlichen Mittelstürmers angeht. Hartnäckig hält sich der Name Ola Toivonen in der Gerüchteküche. Doch ob der Schwede von Stade Rennes, der zuletzt keine beeindruckende Quote als Torjäger aufwies, der gesuchte Mann am Bruchweg ist, wird von den 05ern ebenfalls nicht kommentiert. Es gibt weitere Namen. „Ich habe da plötzlich gehört, wir wären an einem Bastia-Stürmer dran. Da musste ich erst nachgucken, ob der überhaupt ein Spieler ist. Ich möchte solche Gerüchte nicht kommentieren“, sagte der 05-Trainer.

Immer wieder wird auch Adam Szalai gehandelt als möglicher Rückkehrer. Die 05er haben sich mit ihren Ex-Stürmer beschäftigt und werden das möglichweise immer noch tun, denn bei Szalai würde man wissen, was man bekommt. Doch das Paket, das Heidel schnüren müsste, ist groß. Der Ungar ist für rund sechs Millionen Euro von Schalke nach Hoffenheim gewechselt und soll bei der TSG, die den Stürmer loswerden will, angeblich an die vier Millionen Euro im Jahr verdienen. Szalai hat keine gute letzte Saison gespielt und wird sicherlich künftig Abstriche machen müssen in seinen finanziellen Vorstellungen. Doch das Päckchen wäre für Mainzer Verhältnisse immer noch recht schwer. Möglicherweise zu schwer im Verhältnis zur aktuellen Leistungsstärke des Mittelstürmers. Spätestens am Montag sind wir schlauer.

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