Park leicht, Koo wohl schwerer verletzt

Christian Karn. Mainz.
Für beide Koreaner des FSV Mainz 05 könnte die Asienmeisterschaft vorbei sein. Im dritten Gruppenspiel gegen Australien mussten beim Stand von 1:0 für ihre Nationalmannschaft Joo-Ho Park und Ja-Cheol Koo ausgewechselt werden. Der Sechser Park könnte mit Glück im Viertelfinale wieder dabei sein. Bei Koo sieht es nicht so gut aus.

Ja-Cheol Koo (hier) gegen Hannovers Leonardo Bittencourt musste im Spiel gegen Australien wegen Verdacht auf Armbruch ausgewechselt werden.Die südkoreanische Nationalmannschaft wird ihre Personalprobleme nicht los. Im dritten Gruppenspiel der Asienmeisterschaft (1:0 gegen Australien) hat es nun auch die beiden Mainzer erwischt. Joo-Ho Park musste kurz vor der Halbzeit mit Brummschädel aufgeben. In der 29. Minute hatte der Sechser mit Wucht einen (angelegten) Unterarm ins Gesicht bekommen. Nach längerer Behandlung wurde Park vom Platz getragen, kam aber, nachdem er sich umgezogen hatte und die Nase nicht mehr blutete, für ein paar Minuten zurück. Das Viertelfinalspiel am Donnerstag gegen den Zweiten der Gruppe B, der am Sonntag ermittelt wird, könnte für Park zu früh kommen. Im Fall eines koreanischen Halbfinalspiels dürfte er wieder dabei sein.

Koo traf es kurz nach der Halbzeit schwerer. Der Offensivmann musste nach einer harten Attacke des Ex-Nürnbergers Matt Spiranovic Sekunden nach Wiederanpfiff mit Verdacht auf eine Ellenbogenverletzung vom Platz getragen werden, wie Park begleitet von exzessiven Buh-Rufen des australischen Publikums. Sollte die erste Vermutung sich bestätigen, wird Koo in diesem Turnier nicht mehr spielen und die erste Phase der Rückrunde verpassen.

Ohne die beiden Mainzer verteidigten die Koreaner das 1:0 aus der 32. Minute auch über die sehr lange Nachspielzeit. Mit drei glücklichen 1:0-Siegen gegen Oman, Kuwait und nun Australien ist die Mannschaft von Uli Stielike Gruppensieger.

Schon die Vorbereitung der Partie gegen Australien war nicht ohne Probleme. Ein gewaltiger Mottenschwarm hatte sich im Stadion niedergelassen. Lediglich die Ersatzbänke wurden mit Staubsaugern von Hunderten der Insekten befreit. Im restlichen Stadion mussten sich Fans, Spieler, Offizielle und vor allem die Unternehmen, die Bandenwerbung gebucht hatten, mit der Anwesenheit der Schmetterlinge arrangieren.

Nathan Burns, der für die neuseeländische Mannschaft Wellington Phoenix in der australischen A-League spielt, hatte in der zwölften Minute die erste interessante Strafraumszene. Der Innenverteidiger Young-Gwon Kim verschluderte im eigenen Strafraum ohne Not den Ball. Burns ging sofort dazwischen, musste quer spielen, hatte aber den Kopf nicht oben und ließ Kim selbst zur Ecke klären. Der koreanische Torwart Jin-Hyeon Kim sprang unter dieser durch, aber die Australier hatten den Raum in seinem Rücken nicht besetzt. Ein ähnlicher Fehler des australischen Torhüters Matt Ryan (FC Brügge) ermöglichte dem koreanischen Verteidiger Tae-Hwi Kwak in der 17. Minute eine Kopfballchance; der Ball flog nicht sehr weit am Tor vorbei.

Die Australier wurden gegen Mitte der ersten Hälfte stärker, kassierten aber just in den fünf Minuten, in denen Park nach der Kollision mit Burns an der koreanischen Ersatzbank behandelt werden musste, nach einem schweren Abwehrfehler das 0:1. Nach einem Einwurf stellten auf der rechten Abwehrseite drei Mann den Kapitän Sung-Yong Ki (Swansea City), hatten aber Keun-Ho Lee in ihrem Rücken nicht mehr auf der Rechung und ließen Ki einen Passweg auf Lee offen. Dessen Querpass fälschte Jung-Hyup Lee direkt vor dem Torwart ins lange Eck ab (32.).

Park kam zurück und verlor als erstes ein Laufduell gegen Massimo Luongo. Der schnelle Außenstürmer des englischen Drittligisten Swindon Town flankte und das ganze Stadion sah den Abschluss von James Troisi. Der Mittelfeldspieler des belgischen Klubs SV Zulte Waregem hatte allerdings nur das Außennetz getroffen (36.). Kurz darauf gab Park auf.

Mit Wiederanpfiff fiel zunächst Koo der schon bekannten Brutalität der australischen Nationalmannschaft zum Opfer. Matt Spiranovic sprang dem Mainzer in den Rücken. Bei der Landung verletzte sich Koo offenbar am Ellenbogen. Die Australier waren auch in der zweiten Hälfte die stärkere Mannschaft. Die größte Chance zum Ausgleich vergab der Leverkusener Robbie Kruse nach Doppelpass mit Tom Juric. Der koreanische Torhüter machte sich breit und lenkte Kruses Schuss über die Latte (89.). Eine ähnlich starke Parade zeigte Ryan in der Nachspielzeit gegen Hyung-Soo Jang.

Weil auch der koreanische Keeper nach einem Schlag von Tim Cahill mit ausgestrecktem Arm gegen den Hals länger behandelt werden musste, zog sich das Spiel bis fast zur 100. Minute. Die Koreaner spielten ihre Konter nicht klug, die Australier fanden keinen Ansatzpunkt für ihre Brechstange und laufen nun Gefahr, bereits im Halbfinale auf den Favoriten Japan zu stoßen.