Optionen für die Zweitbesetzung

Jörg Schneider. Mainz.
Wenn schon so viele Spieler da sind, wird sich Kasper Hjulmand am Dienstagmorgen gedacht haben, dann können sie auch richtig was tun. Nach zweiwöchiger Arbeit mit einem Rumpfkader gibt’s beim FSV Mainz 05 jetzt wieder das voll Trainingsprogramm. Mit Ausnahme der drei aktuell verletzten Spieler starteten die 05-Profis am Bruchweg in die Arbeitswoche, die mit dem Auswärtsspiel am Sonntag beim VfL Wolfsburg endet. Und der Trainer präsentierte seinem Kader sofort eine knackige Trainingseinheit zum Auftakt.

Ein knackiges Pensum hatte Kasper Hjulmand mit seinen Co-Trainern Keld Bordinggaard und Flemming Pedersen (von links) für die 05-Profis vorbereitet. Foto: Jörg SchneiderEin halbstündiges Aufwärmprogramm zum Reinkommen mit Übungen und Mobilisation in der Halle, anschließend 90 Minuten Intensivprogramm auf dem Rasen. Kasper Hjulmand hat seinem Kader zum Auftakt der Trainingswoche eine knackige, schweißtreibende erste Einheit präsentiert. Bis auf drei verletzte Spieler stand dem Trainer nach dem reduzierten Programm der Länderspielpause nun wieder der komplette Restkader zur Verfügung, um Stück für Stück in die Vorbereitungen auf das Auswärtsspiel am Sonntag beim VfL Wolfsburg einzusteigen. Um die speziellen Anforderungen, die diese Partie an den Tabellendritten der Bundesliga stellt, ging es beim Wochenstart des FSV Mainz 05 allerdings noch nicht. Der Themenschwerpunkt lag auf den Prinzipien des eigenen Aufbauspiels. „Es ist gut, wenn man dafür so viele Spieler zur Verfügung hat“, sagt Hjulmand.

Park: Zehn Tage bis zum Trainingseinstieg

Auf dem Nebenplatz drehte Joo-Ho Park einige Laufrunden. Der Koreaner macht nach seinem Bänderanriss im Sprunggelenk schon wieder einen recht flotten Eindruck. „Er steigt wahrscheinlich in zehn Tagen wieder ins Mannschaftstraining ein“, sagt der 05-Trainer. „Ob es bis zum Spiel gegen Werder Bremen klappt, wissen wir noch nicht. Da müssen wir auch noch abwarten, wie Joo-Ho auf das Training reagiert.“ Gefehlt haben am Dienstag die beiden Profis, die den 05ern ab sofort länger fehlen werden. Jonas Hofmann ist am Morgen in Regensburg am verletzten Knie operiert worden. Torhüter Robin Zentner hatte sich bereits am Vortag einer Meniskusoperation unterziehen müssen.

Sami Allagui ist ein heißer Anwärter auf die Position des verletzten Jonas Hofmann. Foto: Jörg SchneiderEine der Fragen, die sich Hjulmand in dieser Woche stellen muss, ist die, wer in Wolfsburg die Rolle von Hofmann übernimmt. Der Außenstürmer war bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden in absoluter Top-Form und eine der herausragenden Säulen dieser Mannschaft. Als druckvoller Angreifer und im laufintensiven Angriffspressing. Als Torschütze. Ja-Cheol Koo hat in den ersten Bundesligaspielen diese Positionen übernommen. Der Koreaner ist wieder fit, absolviert das komplette Pensum im Training und wäre eine Option. Doch Hjulmand sieht den Techniker eigentlich nicht so gerne auf dem Flügel. „Vielleicht brauchen wir ihn auf links, aber Ja-Cheol ist kein Flügelspieler. Er könnte eventuell, ähnlich wie Hofmann das auch gespielt hat, aus einer zentraleren Rolle über Außen gehen“, sagt der Däne. „Doch wir trainieren weiter mit Koo im Zentrum. So, wie heute auch.“

Alternativen für den Angriff

Alternativen sind vorhanden. Sami Allagui kann, wie schon ab der 60. Minute im Spiel gegen die Augsburger, Hofmanns Rolle übernehmen. Pablo de Blasis bietet sich an. Möglicherweise gibt Hjulmand aber auch seiner Offensive eine ganz neue Struktur. Filip Djuricic und Yunus Malli geben dem Coach mit ihrer flexiblen Spielweise weitere Optionen. Im Hinterkopf hat der 05-Trainer dazu auch noch Petar Sliskovic. Den klassischen Mittelstürmer, der mit dem Rücken zum Tor vorne angespielt werden kann und der Mannschaft mit Ballbehauptung in der Spitze, die Möglichkeit gibt nachzurücken. Ähnlich wie der Jetzt-Hoffenheimer Adam Szalai diese Position im 05-Spiel einst interpretierte.

„Petar ist jung, dynamisch, arbeitet hart und hat großes Potenzial. Diese Art zu spielen haben wir sonst nicht“, sagt Hjulmand. „Es kann gut sein, dass wir das brauchen. Wir arbeiten im Training mit allen diesen Optionen, wir entwickeln alle Möglichkeiten, um in der Lage zu sein, unsere Offensive im Spiel je nach Bedarf zu verändern.“ Außerdem muss sich der Coach darauf einstellen, dass Shinji Okazaki demnächst wegen Gelbsperre pausieren muss. Der Japaner ist mit vier Gelben Karten belastet und steht bei den Schiedsrichtern nicht sonderlich hoch im Kurs. Die Gelbgefahr spielt bei Okazaki immer mit.

So bitter der Ausfall von Hofmann ist, die Kaderzusammenstellung ermöglicht dem 05-Trainer jedoch, darauf zu reagieren. „Verletzungen sind immer möglich“, sagt der 05-Manager. Die Idee bei der Kaderplanung sei auch gewesen, auf solche Dinge ein Stück weit vorbereitet zu sein. „Jetzt muss der Kader seine Qualität unter Beweis stellen“, sagt Christan Heidel. „Jetzt sind halt andere Spieler gefordert.“

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