Nur Balogun spielt über 90 Minuten

Christian Karn. Mainz.
Große Einsatzzeiten gab es in den letzten Tagen kaum für die A-Nationalspieler des FSV Mainz 05. Immerhin durfte Besar Halimi beim ersten offiziellen Länderspiel Kosovos ein paar Minuten mitkicken und sich über den ersten Qualifikationspunkt in der Historie seiner Nationalmannschaft freuen. Die einzige Ausnahme: Leon Balogun, der beim 1:0 gegen Tansania erstmals in der nigerianischen Innenverteidigung spielte und vom seinem deutschen Nationaltrainer explizit für einen herausragenden Auftritt gelobt wurde.

Alle Termine

Mi., 31.8.
20.00: DEN - LIE 5:0
20.15: TUR - RUS 0:0

Do., 1.9.
12.35: JPN - UAE 1:2
16.30: 05 - SVS 1:3

Fr., 2.9.
18.00: U19 - RUS 0:1
18.15: U21 - SVK 3:0
21.00: UKR - FRA U21 1:0

Sa., 3.9.
18.00: NGR - TAN 1:0

So., 4.9.
18.00: DEN - ARM 1:0

Mo., 5.9.
18.00: U19 - NED 1:2
20.45: CRO - TUR 1:1
20.45: FIN - KOS 1:1

Di., 6.9.
14.15: THA - JPN 0:2
18.00: FIN - U21
18.45: FRA U21 - ISL
20.45: SUI - POR

Fr., 9.9.
19.00: U17 - NED

So., 11.9.
16.00: U17 - ITA

Di., 13.9.
11.00: U17 - ISR

Fast nur Kurzeinsätze gab es in den vergangenen Tagen für die wenigen Nationalspieler des FSV Mainz 05, die überhaupt von ihren Trainern auf den Platz gelassen wurden. Jonas Lössl saß beim 1:0 Dänemarks gegen Armenien erneut nur auf der Bank und kommt ohne Einsatzminute und mit dem Wissen, hinter dem verletzten Kasper Schmeichel (Leicester City) und Lars Rönnow (Bröndby IF) nur die Nummer 3 Dänemarks zu sein, zurück nach Mainz. Yunus Malli hatte immerhin im ersten Spiel einen halbstündigen Einsatz, beim 1:1 in Kroatien blieb der Türke ebenfalls komplett draußen.

Dagegen durfte Besar Halimi in einer historischen Partie ein paar Minuten mitkicken. Der Mittelfeldspieler der 05er wurde beim WM-Qualifikationsspiel Kosovos in Finnland in der 81. Minute für Bernard Berisha (Anschi Machatschkala) eingewechselt. Zuvor hatte der ehemalige norwegische A-Nationalspieler Valon Berisha (RB Salzburg, nicht verwandt mit Bernard, aber der Bruder des Fürthers Veton Berisha) per Elfmeter zum 1:1-Endstand getroffen - im ersten offiziellen Länderspiel Kosovos bedeutete das auch den ersten Punkt für die junge Mannschaft, die erst seit Mai in die UEFA und FIFA aufgenommen wurde.

Yoshinori Muto spielte im zweiten Qualifikationsspiel Japans ebenfalls nur rund zehn Minuten. Der Mainzer hatte beim 1:2 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate das komplette Spiel von außen betrachten müssen. Gegen Thailand kam Muto in der 82. Minute für den Stuttgarter Takuma Asano aufs Feld. Der hatte sechs Minuten zuvor das Tor zum 2:0-Endergebnis geschossen. Wie gewohnt waren die Japaner deutlich überlegen, aber wie gewohnt machten sie viel zu wenig aus ihrer Dominanz. Um die 15. Minute herum gab es eine Reihe von Chancen für Gotoku Sakai (HSV), Maya Yoshida (Southampton FC) und schließlich das Führungstor durch einen perfekten Kopfball von Herthas Genki Haraguchi, meist lag das Angriffsspiel aber brach gegen den nicht nur nominell viel schwächeren Gegner.

In der zweiten Hälfte hätte allein Shinji Kagawa drei oder vier Tore schießen können, aber im Nationalteam wirkt der Dortmunder regelmäßig blockiert, gehemmt, seine Abschlüsse auch aus den schönsten Positionen waren einfach nicht gut. Mit dem besten Torjäger Shinji Okazaki (einst Mainz 05, jetzt Leicester City), dem 05er Muto, dem neuen Augsburger Takashi Usami saßen drei gefährliche Angreifer lange draußen, Muto und Usami kamen immerhin spät ins Spiel, das direkt vor dem 2:0 beinahe gekippt wäre: Nach einem wunderbaren Pass seines Vereinskollegen Chanathip Songkrasin hatte Teerasil Dangda vom Vizemeister Muangthong United bedrängt von Yoshida die dicke Chance zum Ausgleich; Torwart Shusaku Nishikawa (Urawa Red Diamonds) machte sich breit und blockte den Schuss.

Einen kuriosen Vorfall hatte es bereits in der 28. Minute gegeben: Der Innenverteidiger Masato Morishige (Tokyo FC) hatte lange gestikulieren müssen, um den iranischen Schiedsrichter Mohsen Torki auf den (seiner Meinung nach) kaputten Ball aufmerksam zu machen, bückte sich höflich, als Torki da war, um jenem den Ball zu überreichen - und sah Gelb wegen Handspiels.

Leon Balogun (im weißen Trikot am Ball) könnte sich in der Innenverteidigung Nigerias festgespielt haben. Foto: imagoEin 05er immerhin schaffte es bereits am Samstag in die Startelf seiner Nationalmannschaft: Leon Balogun spielte von An- bis Abpfiff des bedeutungslosen Qualifikationsspiels zwischen Nigeria und Tansania, gewann durch ein spätes Tor des 19-jährigen Toptalents Kelechi Iheanacho (Manchester City) 1:0, sah dabei in der Nachspielzeit die Gelbe Karte. Gernot Rohr, der neue Trainer Nigerias, lobte den Mainzer explizit für sein ausgezeichneten Auftritt in der Innenverteidigung; im Nationalteam war Balogun zuvor eher Außenverteidiger.

Unterdessen gab es für die neue Generation der U19-Nationalmannschaft im zweiten Spiel die zweite Niederlage. Drei der vier Mainzer waren dabei beim 1:2 gegen die Niederlande: Torwart Finn Dahmen spielte 90 Minuten, hielt gut, war chancenlos beim Siegtreffer der Niederländer, hatte aber beim 0:1 einen schwerwiegenden Fehler gemacht. Bote Baku spielte bis zur Halbzeit, Joel Richter wurde in der 58. Minute eingewechselt, Fabian Grau blieb erneut draußen.

Drei weitere Länderspiele stehen heute noch auf dem Programm: Die U21-Nationalmannschaft trifft mit Levin Öztunali und Jannik Huth im Kader auf Finnland (18 Uhr), die französische U21 mit Jean-Philippe Gbamin auf Island (18.45 Uhr) und Fabian Frei spielt mit der A-Nationalmannschaft der Schweiz um 20.45 Uhr gegen Europameister Portugal.

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