Nicht mehr akzeptabel

Jörg Schneider. Darmstadt.
Der FSV Mainz 05 wird sich mal wieder auf eine saftige Geldstrafe einstellen müssen. Die jüngste Feuerwerk-Show im Gästeblock vor und während der 1:2-Niederlage beim SV Darmstadt 98 wird von Rouven Schröder scharf verurteilt. „Das Ganze hat eine Tragweite bekommen, die rein sachlich und ohne Emotionen betrachtet, nicht mehr zu akzeptieren ist“, sagt der Sportdirektor. Mit den Vorfällen am Böllenfalltor beschäftigt sich heute Abend der 05-Vorstand. 47.000 Euro Strafe haben die 05er in dieser Saison schon für die Pyro-Begeisterung einiger weniger bezahlen müssen.

Feuer und Rauch im Mainzer Block beim Auswärtsspiel in Darmstadt: Den 05ern, die dafür die Strafe zahlen müssen, gefällt's nicht. Foto: ImagoDer Vorstand des FSV Mainz 05 wird sich heute Abend in seiner wöchentlichen Zusammenkunft intensiv mit den Vorfällen im Fan-Block vor und während des Nachbarschaftsduells beim SV Darmstadt 98 beschäftigen. Denn die neuerlichen Zündeleien im Mainzer Block in Darmstadt haben einen Umfang und eine Qualität erreicht, die über das bisher Dagewesene hinaus geht und von den Verantwortlichen des Klubs nicht toleriert werden kann. Es war nicht nur die übliche Pyrotechnik, die eine Gruppe von 05-Fans oder Menschen, die sich als solche ausgeben, im Gästeblock zündeten und die das Stadion in eine übel riechende Rauchwolke hüllte. Diesmal starteten zudem auch Feuerwerkskörper aus dem Block, die über den Nachbarblöcken explodierten und andere Zuschauer gefährdeten. Schiedsrichter Frank Willenborg musste den Anpfiff verschieben, weil auch Raketen Richtung Spielfeld starteten und verglühten. Während der Partie flogen weitere Raketen aus dem 05-Block heraus. „Das wird einen Vermerk im Bericht des Unparteiischen geben, der sicherlich nicht strafmildernd sein wird“, sagte Rouven Schröder am Tag nach der 1:2-Niederlage der 05er beim Tabellenletzten der Bundesliga.

„Das hat uns als Verein absolut nicht gefallen. Ich denke, das Ganze hat eine Tragweite bekommen, die rein sachlich und ohne Emotionen betrachtet, nicht mehr zu akzeptieren ist“, betonte der Sportdirektor. „Wir werden uns im Vorstand damit beschäftigen und werden intern eine klare Linie finden, wie wir damit umgehen und uns klar positionieren." Der Stadionsprecher am Böllenfalltor hatte mehrfach erklärt, die Polizei werde anhand von Video- und Foto-Material versuchen die Pyro-Zünder zu identifizieren und werde jeden Vorfall zur Anzeige bringen.

Der finanzielle Schaden, den die Feuerwerker ihrem Verein, den sie angeblich unterstützen,  zufügen, ist inzwischen massiv. 35.000 Euro Strafe gab’s für die Pyro-Einlagen bei den Gruppenspielen der Europaliga in Saint-Etienne und Anderlecht. 12.000 kostete eine ähnliche Aktion beim Auswärtsspiel diese Saison in Dortmund. Der jüngste Vorfall in Darmstadt dürfte aufgrund der Schwere der Aktion ebenfalls nicht gerade billig werden. 

 

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