Neunmal sieglos

Christian Karn. Mainz.
2014 – ein ereignisreiches und spannendes Jahr für den FSV Mainz 05 in der Bundesliga mit vielen Höhen und einigen Tiefen, aufregend und facettenreich. Mit Erfolgen und Niederlagen, alten und neuen Protagonisten. Die nullfünfMixedZone beleuchtet noch einmal die vergangenen zwölf Monate der Fußballer vom Bruchweg mit Geschichten, Bildern und Zahlen, mit Besonderheiten und Randerscheinungen. Heute im Rückblick: Die Misere des zweiten Saisonquartals.

Der Herbst 2014 war keine schöne Zeit für Mainz 05. Neun Spiele ohne Sieg - nichts, was nicht schon dagewesen ist, aber eine Serie, die an die Substanz geht. Immerhin: Auf einem Abstiegsplatz standen sie auch im ersten halben Jahr nach Tuchel nie. Die Gründe für die Misere sind vielfältig, weil auch die Punktverluste auf ganz unterschiedliche Weise entstanden. Zwei klare Aspekte: Die vielen Verletzten - Jonas Hofmann, Julian Baumgartlinger, Christoph Moritz, Niko Bungert, phasenweise die beiden Koreaner, am Ende auch wieder Nikolce Noveski und Stefan Bell. Allesamt Stammspieler. Und nach Hofmanns Ausfall eine dramatisch unterbesetzte Offensive, in der Shinji Okazaki oft auf sich alleine gestellt war. Defensiv waren die 05er nur selten überfordert, aber auch in guten Spielen kassierten sie die entscheidenden Gegentore. Gegen keinen Geringeren als Bayern München wäre ihnen fast das so wertvolle Erfolgserlebnis geglückt - aber auch das Spiel ging schief.

VfL Wolfsburg - FSV Mainz 05 3:0 (1:0)

26. Oktober 2014.

Kein Abseits, wenn's auch im Bildausschnitt so wirkt: Das 2:0 des VfL Wolfsburg. Foto: imagoAm neunten Spieltag war's so weit: Erste Saisonniederlage für Mainz 05 in der Bundesliga. Verdient. Auch in der Höhe. Der VfL Wolfsburg brauchte Standards für den 3:0-Heimsieg, erarbeitete sich diese aber mit großer Konsequenz gegen einen Gegner, der kurzfristig auf das halbe Mittelfeld verzichten musste: Jonas Hofmann hatte sich bereits in der Vorwoche verletzt, nun fehlten auch Julian Baumgartlinger und Christoph Moritz. Der Österreicher war in den beiden folgenden Spielen wieder dabei, ehe er sich beim Nationalmannschaftstermin die Blessur zuzog, die ihn in der restlichen Rückrunde außer Gefecht setzte. Und Moritz hat man seit dem Wolfsburg-Spiel nicht mehr auf dem Platz sehen können. In der zwölften Minute entschied Referee Guido Winkmann noch knapp zugunsten der Mainzer; in seinen Augen war Kevin de Bruynes Schuss nicht hinter der Linie. Eine Frage von Zentimetern. Drei Minuten später war's egal: Naldo donnerte nach einer Ecke einen Kopfball ins Tor. Die Mainzer blieben im Spiel, hatten nur keine Torchancen. Und gingen in der zweiten Hälfte unter. Der VfL tat viel in dieser Phase für den Heimsieg, spielte offensiv, zielstrebig. Aus dem Spiel heraus kam er zwar nicht an Karius vorbei, aber es gab weitere Eckbälle. Einen nutzte der VfL für das 2:0, die Entscheidung. Kasper Hjulmand wechselte zwar sofort drei Mann auf einmal aus, doch auch das brachte nicht viel. Das defensive Mittelfeld existierte im Grunde nicht mehr. Karius hielt alles, was zu halten war, hatte bisweilen Glück, dass sich zu viele freistehende Wolfsburger gegenseitig irritierten, kassierte aber schließlich das dritte Gegentor, das auch die letzten Träumereien von einer Wende, die es in Wolfsburg ja schon öfter mal gegeben hat, beendete.

FSV Mainz 05: Karius - Bell, Bungert, Jara - Brosinski (62. Jairo), Geis, Soto (62. Koo), Diaz - Djuricic (62. Malli) - Okazaki, Allagui.
Tore: 1:0 Naldo (15., Schäfer), 2:0 Perisic (59., Naldo), 3:0 Caligiuri (87., Malanda).

FSV Mainz 05 - Werder Bremen 1:2 (1:1)

1. November 2014.

Eine Woche nach der ersten Saisonniederlage verloren die 05er auch im eigenen Stadion zum ersten Mal. Nun haben Heimniederlagen gegen einen Tabellenletzten wie in diesem Spiel Werder Bremen eine gewisse Tradition bei Mainz 05; so unsinnig wie bei diesem 1:2 haben die 05er jedoch noch nicht oft verloren. Werder wirkte in den ersten Minuten völlig verunsichert. Spielte unbedrängt Bälle ins Aus, bekam keinen Raum zu und kassierte nach zweieinhalb Minuten das 0:1 durch Shinji Okazaki. Der Überfall ging weiter: Kopfball von Okazaki (5.). Yunus Malli und Junior Diaz standen sich bei einem Steilpass im Weg (6.). Malli, Jairo und Okazaki landeten bei einem kunstvollen Angriff im Abseits (12.). Die Mainzer machten gewaltiges Tempo. Die Bremer kamen nicht mit. Aber wachten im Laufe der ersten Hälfte etwas auf. Nahmen Zweikämpfe an. Gewannen sie. Mainzer Chancen gab es aber weiterhin: Mallis (22.), Koo (23.). Die 05er blieben total flexibel, machten aber das 2:0 nicht. Sondern kassierten einen sehr umstrittenen Elfmeter: Bei Bartels Lauf quer durch den Strafraum zog Karius die Arme zu spät ein, der Stürmer fiel, Franco di Santo schoss, Karius hielt, aber der Mittelstürmer bekam den abgeprallten Ball auf den Kopf und glich im zweiten Versuch doch noch aus (44.). Und vier Minuten nach der Halbzeit hatten die 05er so richtig den Salat. Zwei Versuche, den Bremer Angriff frühzeitig zu unterbinden, gingen schief, die Abseitsfalle schnappte nicht zu, Felix Kroos spielte auf di Santo, gegen dessen Lupfer Karius keine Chance hatte. Der Rest des Spiels: ein einziges Mainzer Powerplay. Die Außenverteidiger waren kaum noch in der eigenen Hälfte, an den Eckfahnen immer anspielbar, aber brachten den Ball ebenso wenig gefährlich in den Strafraum wie ihre Kollegen. Mit einer undurchdringlichen Mauer und großem Zeitspiel brachte Werder den ersten Saisonsieg über die Nachspielzeit.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Bungert, Diaz - Geis, Baumgartlinger (84. Sliskovic) - Jairo, Malli (77. Allagui), Koo (67. Djuricic) - Okazaki.
Tore: 1:0 Okazaki (3., Koo), 1:1 di Santo (Nachschuss nach gehaltenem Foulelfmeter, Karius an Bartels), 1:2 di Santo (49., Kroos).

Bayer Leverkusen - FSV Mainz 05 0:0

8. November 2014.

Fußball kann so ungerecht sein. Aber es sind nicht immer nur die Anderen, die davon profitieren. Bayer Leverkusen schoss gegen Mainz 05 24 Mal aufs Tor. Aber 0 Mal ins Tor. So kamen die deutlich unterlegenen 05er mit einem kleinen Erfolgserlebnis nach Mainz zurück. Offensiv gelang ihnen nicht viel, aber dank einer konzentrierten, gelassenen und disziplinierten Abwehrleistung gewannen sie beim 0:0 den Punkt beim Favoriten nicht nur per Zufall.. Weil Bayer 04 nicht nur aus fast allen Lagen am Tor vorbei schoss, sondern selten in die gefährlichen Lagen kam. In den wenigen Notfällen war Loris Karius zur Stelle. Ärgerlich für die 05er: Schiedsrichter Markus Schmitt übersah das Foul an Okazaki im Strafraum (19.). Ein Elfmeter hätte das Spiel sehr interessant gemacht. Noch ärgerlicher: Der Ball kam in dieser Szene trotzdem bei Malli an, der unbedrängt einige Meter vorbei schoss. Offensiv war's das weitgehend. Die 05er bemühten sich, aber kamen fast nie in den Strafraum. Jairo war auffällig, als einziger Mainzer Angreifer. Malli hatte wenige Szenen, Koo weniger. Und Okazaki war ständig in Unterzahl. Aber mit etwas Glück brachten die Mainzer die Partie über die Zeit.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski (79. Wollscheid), Bell, Bungert, Diaz (46. Jara) - Geis, Baumgartlinger - Jairo (62. Allagui), Malli, Koo - Okazaki.
Tore: keine

FSV Mainz 05 - SC Freiburg 2:2 (1:1)

22. November 2014.

Die Rettung kurz vor Feierabend: Stefan Bells erstes Tor im Profifußball. Foto: imagoAm Ende half die Brechstange. Nikolce Noveski stand auf einmal an der Seitenlinie. Der Vierte Offizielle hielt auf seiner Tafel eine rote 20 und eine grüne 4 in die Höhe. Es kam aber keiner auf Noveski zu. Die 20, Junior Diaz, wechselte sich kurzerhand an der Gegengeraden aus. Das ging schneller. "Komm, komm!", bedeutete Daniel Brosinski dem Mazedonier, der sich sofort ins Sturmzentrum begab. 1:2 stand es zwischen dem FSV Mainz 05 und dem SC Freiburg und es war die 86. Minute. Mit dem Ausgleich hatte Noveski nicht viel zu tun. Jedenfalls nicht physisch. Aber er war der entscheidende Impuls: All in. Das 2:2 erzwingen. Das merkte auch das längst etwas träge gewordene Pubikum. Zwei Minuten nach dem Wechsel gab es Eckball. Der war schlecht. Aber Freiburg bekam den Ball nicht weg. Shinji Okazaki dribbelte auf der Grundlinie, brachte nicht weit vom ersten Pfosten entfernt den Ball in die Mitte. Einfach ins Gewühl. Über den Torwart. Gegen die Latte. Nach unten. Und da war Tiefflieger Stefan Bell schon unterwegs. Und grätschte die Kugel über die Linie zum Ausgleich, zur Rettung des einen Punkts, zum zweiten Tor eines Mainzer Verteidigers an diesem Nachmittag. Junior Diaz hatte das 1:0 geschossen, sofort zweimal fast einen weiteren Treffer nachgelegt. Statt dessen glichen die Freiburger prompt aus. Und nutzten eine der wenigen Chancen in der zweiten Hälfte, einen Eckball, zur Auswärtsführung. In der Folge zeigten die 05er wieder die gewisse Hilflosigkeit, die auch nach den Rückständen in Wolfsburg und gegen Bremen zu sehen war: Sie kamen einfach nicht mehr durch. Der Gegner klebte hinten einfach alles zu. Die 05er waren fleißig, probierten, liefen, schafften, aber selten gelang ihnen etwas. Bis sich Kasper Hjulmand für die Brechstange entschied. Und den Punkt doch noch bekam.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Bungert, Diaz (86. Noveski) - Geis, Park - Jairo (60. Allagui), Malli (72. Djuricic), Koo - Okazaki.
Tore: 1:0 Diaz (28., Geis), 1:1 Schmidt (30., Mehmedi), 1:2 Mehmedi (58., Schmidt), 2:2 Bell (88., Okazaki).

FC Schalke 04 - FSV Mainz 05 4:1 (2:1)

29. November 2014.

Den Tiefpunkt der Hinrunde leisteten sich die 05er auf Schalke. Offensiv war ihr Auftritt zwar besser als in den letzten Spielen, aber mangelnde Aggressivität gegen den Ball und am Ende grobe individuelle Fehler sämtlicher Verteidiger bei allen Gegentoren machten das hinfällig: Schalke gewann wenige Tage nach dem 0:5 gegen Chelsea in der Champions League dank zweier überragender Stürmer 4:1, ohne dabei allzu viel für das Spiel getan zu haben. Ein Faktor mag der Ausfall von Niko Bungert gewesen sein. Ob der Ersatzkapitän die Niederlage hätte verhindern können, darf jedoch bezweifelt werden; zu oft patzten die Konkurrenten. Beim 0:1 ging Gonzalo Jara nicht ins Kopfballduell mit dem natürlich wesentlich größeren Maxim Choupo-Moting, Stefan Bell und Philipp Wollscheid hatten Klaas-Jan Huntelaar nicht im Griff. Beim 0:2 leistete sich Daniel Brosinski einen fürchterlichen Stellungsfehler - allerdings nahm Vorbereiter Max Meyer den Ball mit dem Arm mit. Und Brosinski bügelte seinen Fehler mit dem Torschuss aus, den Schalkes Torwart Ralf Fährmann nicht sauber parierte und Shinji Okazaki ins leere Tor bugsierte. Damit waren die Mainzer auf einmal wieder drin im Spiel. Drängten auf den Ausgleich. Schalke wirkte nicht unverwundbar in den ersten Minuten nach der Halbzeit. Egal, weil Wollscheid einen der vielen langen Bälle in die falsche Richtung abwehrte und seine Kollegen wiederum einen Torschützen nicht stellten. Eine verpatzte Abseitsfalle führte schnell zum 1:4. Die 05er versuchten noch, das Ergebnis etwas erträglicher zu gestalten, aber schafften auch das nicht mehr.

FSV Mainz 05: Karius - Bell, Wollscheid, Jara - Brosinski, Geis, Park (76. Soto), Diaz (63. Malli) - Koo - Allagui (60. Jairo), Okazaki.
Tore: 1:0 Huntelaar (9., Choupo-Moting), 2:0 Huntelaar (25., Meyer), 2:1 Okazaki (44., Brosinski), 3:1 Barnetta (54., Huntelaar), 4:1 Huntelaar (61., Choupo-Moting).

Hamburger SV - FSV Mainz 05 2:1 (1:0)

7. Dezember 2014.

Die zweite Niederlage in Folge im sechsten sieglosen Spiel nacheinander - das ist nichts, was es für Mainz 05 noch nie gab, aber die Art und Weise stimmte bedenklich. Die Frage will im Raum stehen, ob es überhaupt möglich ist, mit dem derzeit vorhandenen Kader in der derzeit vorhandenen Verfassung Spiele zu gewinnen und die Antwort lautet: Prinzipiell ja, aber es ist sehr, sehr schwierig. Einzig durch Engagement gewann der spielerisch auch eher enttäuschende HSV 2:1, aber so knapp wie das Ergebnis und so knapp wie in den letzten Minuten des Spiels, in denen mit etwas mehr Glück für die Mainzer der Ausgleich durchaus hätte kommen können, war die Partie nicht. Die 05er schienen in der Defensive weitgehend einigermaßen stabil, was aber auch an der Harmlosigkeit der Hamburger gelegen haben dürfte. Und in Schlüsselmomenten passierten die entscheidenden Fehler - ein Querschläger und ein Elfer brachten die 2:0-Führung. Offensiv wiederum stellten die Mainzer dem Gegner fast 90 Minuten lang keine ernsthaften Herausforderungen. Shinji Okazakis sehr später Anschlusstreffer gab der Partie und ihrer für deutsche Verhältnisse sehr lange Nachspielzeit eine nicht mehr erwartete Spannung, ließ sie aber nicht mehr kippen. Nach dem Fiasko auf Schalke war erstmals seit dem ersten Spieltag Nikolce Noveski in der Startelf. Der machte die entscheidenden Fehler zu beiden Gegentoren. Beim Versuch, eine Flanke wegzuköpfen, tunnelte sich der Kapitän irgendwie selbst, stocherte nach, bekam den Ball aber nicht mehr unter Kontrolle. 1:0 für den HSV. Und 2:0 durch einen Handelfmeter. Klare Sache: Das wollte Noveski nicht. Der 05-Kapitän wollte mit dem Kopf an den Ball, erreichte ihn aber nicht und bekam die Flanke an den Arm. "Schuldlos schuldig" heißt das in der griechischen Tragödie - in der mazedonischen in dem Fall auch - wenn der Held, der Noveski für das Mainzer Publikum ohne Zweifel ist, dem Schicksal anheim fällt, das er eigentlich zu verhindern sucht. 2:0 hieß das für Rafael van der Vaart. Und in Nuancen wirkte es in den folgenden Minuten fast so, als würden erste Spieler kapitulieren. In der letzten halben Stunde kam es endlich zu gelegentlichen Abschlüssen. Und in der 89. Minute fiel das Tor: Kopfball von Okazaki. Verdient, erarbeitet. Aber: Dieser Treffer brauchte ein weiteres Tor, um etwas wert zu sein, stimmte ohne dieses nur ein bisschen versöhnlich und zeigte. Sie haben wirklich nicht kapituliert.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Noveski, Diaz (54. Soto) - Geis, Park - Allagui, Djuricic (66. Malli), Koo (66. Jairo) - Okazaki.
Tore: 1:0 Cleber (32., aus dem Gewühl), 2:0 van der Vaart (53., Handelfmeter, Noveski), 2:1 Okazaki (89., Malli).

FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart 1:1 (1:0)

13. Dezember 2014.

Der passt - aber der reicht nicht zum Sieg: Johannes Geis' Freistoß gegen den VfB Stuttgart. Foto: imago

Ein Schritt nach vorne, aber immer noch nicht der vierte Saisonsieg. Die 05er hatten schon gezeigt, dass sie schlecht spielen und verlieren können. Nun demonstrierten sie, auch den Umständen entsprechend gut spielen und trotzdem nicht gewinnen zu können. Dem VfB Stuttgart dürfte völlig unklar sein, wo dieser Punkt her kam, aber er hat ihn. Und die Mainzer als aktivere, zielstrebigere, in allen Daten bessere Mannschaft, die nur zu selten zum Abschluss gekommen war und hinten zwar wenig, aber nicht wenig genug zugelassen hatten, ärgerten sich über das siebte sieglose Spiel hintereinander. Die 05er hatten Zug im Spiel. Yunus Malli spielte körperlicher als zuletzt, Jairos Tempoläufe wirkten nicht so planlos wie zuvor. Und die Führung in der 36. Minute durch Johannes Geis' Freistoß war hochverdient. Auch nach der Halbzeit noch, in der zwar auch der VfB erste Chancen hatte, aber die Mainzer zeigten, das 2:0 zu wollen. Vielleicht machte Kasper Hjulmand jetzt den entscheidenden Fehler, als er den vorne ineffizienten, aber gegen den Ball und im Aufbauspiel wertvollen Sami Allagui durch Filip Djuricic ersetzte. Vier Minuten später stand es 1:1. Nicht allein Djuricics Schuld. Ein Zufallstor, eine Flanke von Filip Kostic, der zusammen mit seinem Landsmann eingewechselt worden war, bei der die Defensivspieler einander zu sehr vertrauten. Joo-Ho Park fälschte sie mit dem Kopf gerade genug ab, dass Nikolce Noveski ein Eigentor befürchtete und lieber weg blieb. Loris Karius verließ sich auf seine Vorderleute, am Ende war keiner dran und der Ball lag im langen Eck (73.). Die Führung war dahin, die 05er mussten wieder treffen. Djuricic war in dieser Phase keine große Hilfe und fiel an diesem Abend beim Trainer in Ungnade.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Noveski, Diaz - Geis, Park - Jairo (81. de Blasis), Malli (81. Soto), Allagui (69. Djuricic) - Okazaki.
Tore: 1:0 Geis (36., direkter Freistoß), 1:1 Kostic (73., Maxim).

1. FC Köln - FSV Mainz 05 0:0

16. Dezember 2014.

Eigentlich ist es Verschwendung, über dieses merkwürdige Spiel auch nur ein Wort zu verlieren. Wir tun es trotzdem und erinnern an ein 0:0 der unansehnlichen Sorte - immerhin mit drei Höhepunkten. Da war das Tor von Dominic Maroh in der achten Minute, bei dem der Schiedsrichter-Assistent Abseits anzeigte. Eine Sache von Zentimetern. Da war nach ganz großartigem Pass von Yunus Malli der Lattentreffer von Shinji Okazaki (76.). Und da war in der 83. Minute Matthias Lehmanns wuchtiger Schuss aus dem Hinterhalt. Loris Karius, der bis dahin keinen einzigen Ball halten musste, sich nur durch Flankenfangen und Anspielbarkeit auszeichnen konnte, hatte kaum Reaktionszeit, machte sich ganz, ganz lang und bekam den Ball mit den Fingerspitzen noch am Pfosten vorbei. Eine sehr starke Szene - von beiden Beteiligten. Die 05er, die nun kurzfristig auch auf Nikolce Noveski verzichten mussten, hielten mit einer weitgehend starken Defensivleistung hinten die Null, während eine mittlerweile fast gewohnt harmlose Offensive die andere Null so gut wie gar nicht gefährdeten. Weil beide Teams nahezu völlig auf Zweikämpfe verzichteten, wirkte die Partie phasenweise wie ein Freundschaftsspiel - mit gelegentlichen Gemeinheiten, wie die vielen Gelben Karten der zweiten Hälfte zeigten.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Jara, Diaz (77. Wollscheid) - Geis, Park - Jairo (69. de Blasis), Malli, Allagui (63. Koo) - Okazaki.
Tore: keine

FSV Mainz 05 - FC Bayern München 1:2 (1:1)

19. Dezember 2014

Partien gegen Bayern München sind in dieser Saison so etwas ähnliches wie die Bonuslevel in Videospielen. Mit viel Glück und Geschick kann man wunderbare Extrapunkte sammeln, von denen man lange lebt. Die aber für den langfristigen Erfolg nicht zwingend notwendig sind: Die Konkurrenz hat diese Punkte auch nicht. Das Geschick hatten die 05er gegen den kommenden Deutschen Meister, gegen den nicht jeder so mutig, so konstruktiv Fußball spielt. Trotz erheblicher Verletzungsprobleme - denn inzwischen fielen auch Nikolce Noveski und Stefan Bell aus - machten die 05er ihr bestes Spiel seit Monaten. Aber passend zu diesem verflixten Herbst fehlte das notwendige Glück: Das vermeintlichen Führungstor des Startelf-Debütanten Pablo de Blasis in der 4. Minute zählte wegen Abseits nicht. Das tatsächliche Führungstor von Elkin Soto hielt nur drei Minuten. Mit einem fragwürdigen und fragwürdig ausgeführten Freistoß - Gonzalo Jaras Behinderung von Thomas Müller war nicht schlimmer als die Behinderung Sotos in der Mauer durch Müller - glichen die Bayern prompt aus. Hinwiederum hätten die Bayern wohl in der 60. Minute einen Elfmeter bekommen müssen; das soll hier nicht verschwiegen werden. Der Mut der Mainzer wurde allerdings nicht belohnt. Ein Tor von Arjen Robben in der letzten Spielminute nahm ihnen den Bonuspunkt, den so weiterhin erst drei Mannschaften geholt haben.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Wollscheid, Jara, Park - Geis, Soto - de Blasis (80. Pflücke), Malli (86. Sliskovic), Koo (78. Diaz) - Okazaki.
Tore: 1:0 Soto (21., Okazaki), 1:1 (23., Freistoß), 1:2 Robben (90., Bernat).

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