Nedelew bleibt: Ansonsten alles offen

Jörg Schneider. Mainz.
Todor Nedelew wird aller Voraussicht nach beim FSV Mainz 05 bleiben. Christian Heidel erklärte im Rahmen der Spieltags-Pressekonferenz vor der Partie gegen Hannover 96, dass sich eine Ausleihe des Bulgaren nicht abzeichne. Wieweit die Suche nach einem neuen Mittelstürmer gediehen ist und ob der Bundesligist einen Transfer von Joo-Ho Park zu Borussia Dortmund vorbereitet, darüber schweigt der 05-Manager eisern. Klar ist nur, dass der Klub am Samstag keinen neuen Angreifer in der Coface Arena präsentieren wird. Es bleibt also spannend bis zum Ende der Transferperiode am Montag.

Im Moment gibt nur eines, das der FSV Mainz 05 definitiv bestätigt: Dass nämlich der Klub am Samstag im Heimspiel gegen Hannover 96 in der Coface Arena keinen neuen Mittelstürmer präsentieren wird. „Dass da einer auf dem Platz steht, den ihr zum ersten Mal seht, das kann ich ausschließen“, sagt Martin Schmidt. Das sei auch theoretisch nicht möglich, einen Angreifer irgendwo zu pflücken und sofort einzusetzen, ohne dass der Mann die Mannschaft,  geschweige denn deren Abläufe kenne.

Ein Verbleib Todor Nedelews am Bruchweg zeichnet sich ab. Der Bulgare muss sich mit guter Arbeit an die Konkurrenz im Kader heranarbeiten und auf seine Chance lauern. Ansonsten herrscht derzeit das große Schweigen rund um den Bruchweg. Christian Heidel war auch im Rahmen der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag nicht bereit, Kommentare abzugeben hinsichtlich der Fortschritte in Sachen Verpflichtung oder Abgabe von Spielern. „Die Leute, die mich schon länger kennen, wissen, wie ich mich in den letzten Wochen und Tagen vor dem Ende der Transferperiode verhalte“, sagt der Manager: „Ich sage gar nichts.“ Er habe sich angewöhnt, in dieser Phase einfach nicht mit den Medien zu sprechen, „weil ich sonst von morgens bis abends irgendetwas dementieren müsste.“

Ein bisschen was hat Heidel aber doch gesagt. Mainz 05 sei weit entfernt davon sagen zu können, dass keiner seiner Spieler unverkäuflich sei. Das ist auf das Interesse von Borussia Dortmund an Joo-Ho Park gemünzt. Doch ob der Koreaner der nächste Millionen-Deal für die 05er sein wird und ob für den Fall der Fälle noch ein adäquater Ersatz für den Linksverteidiger verpflichtet werde, dazu gibt es keine Aussagen des Managers. Genauso wenig darüber, ob und wann der gesuchte Mittelstürmer in Mainz aufschlägt. Heidel verweist stereotyp darauf, dass ein solcher Transfer sportlich wie wirtschaftlich passen müsse. Abwarten und spekulieren also. „Am Montag ist Dienstende in der Transferperiode.“ Dann werde man klarer sehen.

Außerdem hat sich Heidel zu Todor Nedelew geäußert. „Bei Todor zeichnet sich ab, dass er bei uns bleibt“, verrät der 05-Manager. Für den Bulgaren, der eine starke Vorbereitung spielte und sich nahe an den Kader herangearbeitet hat, sei es besser aufgrund der Wärme und der Sicherheit, die der talentierte Profi derzeit in Mainz verspüre, hier zu bleiben. Anstatt in die zweite Liga ausgeliehen zu werden, wo sich der sensible 23-Jährige wieder neu integrieren müsste. „Alternativ steht für ihn ja auch die Möglichkeit zur Verfügung, in unserer zweiten Mannschaft eingesetzt zu werden. Da sind wir ja auch auf einem guten professionellen Niveau“, sagt Heidel. Die U23 der 05er, das Team von Sandro Schwarz, steht nach dem Auswärtssieg bei Preußen Münster auf Platz vier der Dritten Liga.

„Todor ist physisch auf einem sehr guten Weg“, ergänzt Martin Schmidt. „Er ist auf einem starken Niveau und sehr nahe dran.“ Das Problem für den Bulgaren sei einzig die Konkurrenz auf dieser Position. „Er hat da mit Yunus Malli und Ja-Cheol Koo zwei Hochkaräter vor sich, an denen er sich erst vorbeispielen muss“, sagt der Trainer. „Er muss sich aus dieser Herausforder-Position heraus an diese zwei heranarbeiten und auf seine Chance lauern.“

Eine Chance, die es für Niki Zimling und Gonzalo Jara derzeit so nicht gibt. „Dass beide bislang nur auf der Tribüne saßen, ist sicherlich ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass es für sie nicht ausgereicht hat“, sagt Heidel. Die sportliche Perspektive für dieses Duo im Bundesliga-Kader habe sich in den vergangen Wochen nicht verändert. „Ich würde es bewusst so formuliert haben wollen, dass wir ihnen keine Steine in den Weg legen würden, wenn sie sich verändern möchten“, erklärt der Manager. Wenn das nicht geschehe, gehörten beide auch in Zukunft dazu. Ob die zwei Profis jedoch mit solchen Veränderungswünschen an den Manager herangetreten seien, das wiederum verrät Heidel nicht.

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