"Nach 35 Minuten hätte man abpfeifen können"

Christian Karn. Mainz.
Christoph Moritz spielt wieder Fußball: Beim 3:3 der mit ein paar Profis verstärkten U23 des FSV Mainz 05 gegen den Zweitliga-Dritten SV Darmstadt 98 gab der lange verletzte Mittelfeldspieler der 05er ein 45-Minuten-Comeback. Die Mainzer Tore schossen am frühen Donnerstagabend in Ginsheim Elkin Soto, Kai Pröger und Jan-Lucas Dorow.

FSV Mainz 05 II - SV Darmstadt 98 3:3 (1:0)

FSV Mainz 05 II: Huth (46. Hendl) - Moos, Ihrig, Hack, Kalig (46. Weil) - Moritz (46. Gärtner), Soto (61. Wähling) - Franzin (61. Pröger), Dorow, Wachs - Allagui (61. Klement).

SV Darmstadt 98: Platins - Sirigu, Behrens, Gorka, Stegmayer - Stark, Firat - Kempe, Exslager, Sailer - König.

Tore: 1:0 Soto (43.), 1:1 Sailer (50.), 1:2 König (63.), 2:2 Pröger (60.), 2:3 Kempe (75.), 3:3 Dorow (76.).

Anstrengend sei's gewesen, gab Christoph Moritz im Ginsheimer Landregen zu. Aber Spaß habe es gemacht. 159 Tage, das sind gut fünf Monate, nach seinem letzten Einsatz, den 82 Minuten beim Bundesliga-Heimsieg gegen den FC Augsburg im Oktober, gab der Mittelfeldspieler des FSV Mainz 05 sein Comeback. Im Testspiel der Mainzer U23 gegen die Überraschungsmannschaft der 2. Bundesliga, den Aufsteiger SV Darmstadt 98, der sich anschickt, gleich in die erste Liga weiterzuziehen, stand Moritz ebenso wie die Profikollegen Elkin Soto und Sami Allagui in der Startelf.

Christoph Moritz verfolgt beim Comeback Marco Sailer Beim Frontalzusammenstoß war der Mainzer der Sieger, im Spiel trennten sich die 05er von den 98ern 3:3. Foto: Schmidt/Mainz 05"Anfangs war's schwer", sagte der Achter, der unter seinem Namen diesmal die ungewohnte Rückennummer 38 trug. "In der Mitte ging's gut, dann war's wieder schwer. Am Ende hat die Lampe schon gebrannt." Am Ende der ersten Hälfte, wohlgemerkt: Nach der langen Verletzung ist Moritz noch nicht wieder fit genug für lange Einsätze. "Man hätte schon nach 35 Minuten abpfeifen können", sagte der Mittelfeldspieler, "aber das ändern wir nicht mehr, dass zweimal 45 Minuten gespielt werden."

Über das eine oder andere Drittligaspiel will Moritz in den kommenden Wochen den Rückweg in die Bundesliga schaffen. Die nötige Zeit will sich der Profi dafür nehmen: "Man kann ja schlecht jemanden aufstellen, der nach 45 Minuten raus muss. Die Länderspielperiode, die auch den Spielbetrieb der 3. Liga unterbricht, kommt also zur rechten Zeit.

"Es hat Spaß gemacht", sagte Moritz jedenfalls. "Wir haben ordentlich gespielt. Das tut gut." Und in Bezug auf einen Knie-gegen-Knie-Zusammenprall mit dem Darmstädter Linksaußen Marco Sailer: "Meins war spitzer."

Sailer glich das Spiel in der 50. Minute zum 1:1 aus; kurz vor der Halbzeit hatte Elkin Soto einen Freistoß über die Mauer ins linke Eck geschnickt - nicht gegen seinen ehemaligen 05-Kollegen Christian Mathenia, sondern gegen den Darmstädter Ersatztorwart Patrick Platins. Der lange Mittelstürmer Ronny König brachte die Lilien begünstigt durch eine gewisse Passivität in der Mainzer Abwehr freistehend mit dem Kopf in Führung (63.), Kai Pröger traf drei Minuten später mit einem Distanzschuss von Rechtsaußen zum 2:2. Einer von mehreren Fehlern des zur Halbzeit eingewechselten 05-Torwarts Bernhard Hendl ermöglichte Tobias Kempe in der 75. Minute das 3:2 für den Zweitligisten. Für den erneuten Ausgleich und den Endstand brauchten die 05er diesmal nur eine Minute: Jan-Lucas Dorow traf nach einem Solo des U19-Rechtsverteidigers Malte Moos.

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