Muto: Schlüsselspieler für sämtliche Varianten

Jörg Schneider. Mainz.
Mit einem Neuzugang für die Position des nach Wolfsburg gewechselten Yunus Malli braucht keiner der 29.000 Zuschauer zu rechnen, die bislang eine Eintrittskarte für das erste Bundesliga-Spiel des neuen Jahres in der Opel Arena erworben haben. Die zwei großen Fragen vor dem letzten Spiel der Vorrunde am Sonntag (17.30 Uhr) gegen den 1. FC Köln lauten also: Wer aus dem Kader des FSV Mainz 05 gibt den Umschaltzehner? Und wer ersetzt den gesperrten Mittelstürmer Jhon Cordoba? Yoshinori Muto spielt bei allen Überlegungen eine Rolle. Doch zumindest nach außen hin will sich Martin Schmidt nicht festlegen lassen. „Ich bin davon überzeugt, dass wir das mit den variablen Spielern, die wir da vorne haben, aufwiegen können und gegen Köln eine Top-Mannschaft stellen, bei der man unsere Stärken ganz klar sieht“, sagte der Trainer in der Pressekonferenz am Freitag.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der FSV Mainz 05 im ersten Bundesligaspiel des neuen Jahres am Sonntag mit einem Neuzugang auf der Position des Umschaltzehners aufläuft, tendiert gegen Null. Rouven Schröder betonte im Rahmen der Pressekonferenz vor der letzten Begegnung der Vorrunde am Sonntag 17.30 Uhr in der Opel Arena, dass es keine ganz kurzfristige Lösung geben werde.

Yoshinori Muto hat sich in den Testspielen wie gegen ADO Den Haag Fitness und Kraft für sein Bundesliga-Comeback geholt. Gegen den 1. FC Köln dürfte der Japaner in der 05-Startelf stehen. Mit welcher Aufgabe auch immer. Foto: Daniel BongartzDer 05-Sportdirektor begegnet den Fragen nach einem möglichen Transfer gewohnt zurückhaltend, ruhig und gelassen. Der 41-Jährige vermittelt den Eindruck, dass er in der Suche nach dem Nachfolger für Yunus Malli, der in der Winterpause bekanntlich für 12,5 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg gewechselt ist, nichts übers Knie brechen will. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, den Yunus abzugeben. Es geschah aus Überzeugung, es war kein Kurzschluss und im Gesamtpaket sicherlich auch die richtige Entscheidung“, sagt Schröder. „Sportlich ist das ein Verlust, ganz klar. Wir müssen jetzt die richtige Entscheidung treffen. Egal, wann das passiert. Ob es nun Ende des Monats ist, nächste Woche oder auch gar nicht geschieht. Wir müssen überzeugt sein davon, was wir tun. Wir machen uns unsere Gedanken, weil es eine zentrale Position ist in unserer Offensive. Es geht darum, bringt uns ein Spieler, der da kommen soll, wirklich weiter? Es nützt nichts, wenn du den Kader nur ergänzt. Wir sind da nach bestem Wissen und Gewissen unterwegs und schauen mal, was da kommt.“

So steht der 05-Trainer im Heimspiel gegen die Kölner vor einer besonderen Aufgabe. Martin Schmidt muss eine Lösung finden auf der Malli-Position und zudem den gesperrten Jhon Cordoba als Mittelstürmer ersetzen. Der 49-Jährige ist überzeugt davon, dass dies gelingt. „Es ist ja nicht das erste Spiel, das wir ohne Jhon spielen“, erklärt der 05-Trainer. „Wir haben in den vergangenen Wochen darauf hingearbeitet und sind überzeugt, dass wir das aufwiegen können. Es gibt halt ein bisschen ein anderes Spiel. Den Jhon spielt man anders an als Yoshinori Muto zum Beispiel, aber Yoshi hat wieder andere Dinge drin, die ihn stark machen. Das müssen wir einfach etwas anpassen. Ich bin davon überzeugt, dass wir das mit den variablen Spielern, die wir da vorne haben, aufwiegen können und gegen Köln eine Top-Mannschaft auf den Platz stellen, bei der man unsere Stärken ganz klar sieht.“ Schmidt legt seine Karten nicht auf den Tisch vor dieser Partie, will den starken Kölnern einiges zum Überlegen geben. Im Prinzip könnte es auf eine von mehreren Varianten hinauslaufen. Mit Muto als Schlüsselspieler bei allen Überlegungen. Der Japaner war nach seinem Comeback nach langer Verletzung zwar in den Testspielen nicht wesentlich an Toren beteiligt, bediente lediglich Cordoba mit einer Kopfballverlängerung zum Führungstor gegen ADO Den Haag, ist aber nach drei 45-Minuten-Einsätzen und einer Generalprobe über 62 Minuten körperlich wieder hergestellt, sollte einen Großteil eines Bundesligaspiels bestreiten können. Muto könnte grundsätzlich Mittelstürmer vor Fabian Frei sein. Der Schweizer spielte in den Testspielen als Zehner jeweils eine Halbzeit hinter Cordoba und hinter Aaron Seydel.

Auch Suat Serdar wäre eine Option für die Zehner-Position. Der 19-Jährige hat allerdings wegen einer Muskelverletzung in der Vorbereitung kaum Praxis sammeln können. Auch José Rodriguez könnte aufgrund seiner spielerischen Qualitäten erstmals diese Rolle übernehmen. Eine weitere Variante würde so aussehen, dass sich Muto und Seydel die beiden zentralen offensiven Positionen teilen. Dann würde das gewohnte 4-2-3-1 der 05er in ein 4-4-2 übergehen. Gegen Den Haag und Thun war der Japaner sogar eher der höher aufgestellte Stürmer, im Kurzspiel gegen Borussia Mönchengladbach war der 23-Jährige mit Seydel klarer auf einer Höhe. In einer dritten Variante würde es einfach gar keinen Mittelstürmer geben, sondern beispielsweise Muto und Pablo de Blasis als zwei flexible Offensivflitzer vor der Doppelsechs und zwischen den Flügelspielern. Möglich wäre allerdings auch, dass Schmidt mit Danny Latza, Jean-Pierre Gbamin und Frei drei Sechser aufbietet, von denen einer als Achter in die offensive Rolle bei eigenem Ballbesitz wechselt. Klar scheint jedenfalls nur zu sein, dass Muto sein Bundesliga-Comeback geben wird, auch wenn Schmidt sich nach außen hin nicht darauf festlegen lassen will. „Man kann das so ableiten, aber es kann jeder da spielen von den Angreifern. Wer die Spiele gesehen hat in der Vorbereitung hat gesehen, dass es schwierig ist an dem einen oder anderen vorbeizukommen“, sagt der Coach kryptisch. Weil Karim Onisiwo, der vor dem Winter so etwas wie eine Stammplatzgarantie im Mainzer Angriff hatte, wegen einer Fußprellung ebenfalls ausfällt, hat Schmidt die Wahl zwischen Muto, De Blasis, Seydel, Levin Öztunali, Jairo Samperio und Gerrit Holtmann, um die Angriffspositionen zu besetzen.

Wie sieht es hinten aus? Jonas Lössl bleibt die Nummer eins im Tor. In der Viererkette wird der Trainer wohl auf Leon Balogun verzichten müssen. Der Verteidiger, der sich in der Vorbereitung rechts hinten mit Leistung empfahl, hat sich eine Fußverletzung zugezogen und war auch beim Nachmittagstraining am Freitag nicht auf dem Platz. Giulio Donati dürfte also gesetzt sein. Auf der linken Abwehrseite streiten sich Daniel Brosinski und Gaetan Bussmann um den Startplatz. Im zentralen Abwehrbereich hat sich Niko Bungert nach einigen Rückschlägen wieder herangekämpft und kämpft mit Alexander Hack um den Platz neben Stefan Bell. Es sei denn, Schmidt entscheidet sich wie im Trainingslager getestet für die Variante mit André Ramalho als Innenverteidiger. Der Brasilianer war angeschlagen, legte zum Wochenbeginn eine kleine Schonungs-Pause ein, hat jedoch seit Mittwoch wieder trainiert und könnte eine Option sein.

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