Muto gegen den FCA schon auf der Bank?

Jörg Schneider. Mainz.
Nach der Länderspielpause ist wieder Bundesliga-Alltag angesagt. Der FSV Mainz 05 bereitet sich auf das Spiel gegen den FC Augsburg vor, das die finale Saisonphase mit sieben Begegnungen in sieben Wochen einleitet. Julian Baumgartlinger, der sich wegen einer Erkältung vorzeitig von seinem Nationalteam verabschiedet hatte, steht fürs Heimspiel ebenso zur Verfügung wie Leon Balogun. Möglicherweise gibt auch der wieder komplett fitte Yoshinori Muto ein Kurz-Comeback in der Coface Arena.

Die letzte Länderspielpause dieser Saison ist vorüber. Die Nationalspieler des FSV Mainz 05 sind inzwischen allesamt wieder in Mainz. Nun beginnt am Bruchweg erneut der Bundesliga-Alltag. Die Mannschaft von Martin Schmidt steht vor dem finalen Block dieser Runde. Sieben Spiele in den kommenden sieben Wochen bis zum 14. Mai, in denen die 05er mit ihren Ergebnissen entscheiden, wo sie sich am Ende einordnen - im gesicherten Mittelfeld, auf einem einstelligen Tabellenplatzt oder auf einem der Ränge, die ein internationales Startrecht ermöglichen. Den nächsten Schritt in diese Richtung kann das Team des Tabellensiebten am Samstag im Heimspiel (15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg tätigen.

Yoshinori Muto ist nach überstandener Verletzung für das Auswärtsspiel in Wolfsburg eingeplant. Der Japaner ist fit und könnte sogar schon am Samstag gegen den FC Augsburg auf der Bank sitzen. Eine Partie, in der die Mannschaft auf den gelbgesperrten Jairo sowie noch einmal auf Giulio Donati verzichten muss, der sein drittes und letztes Spiel der Rot-Sperre absitzt. Ansonsten aber kann der 05-Trainer personell aus einem prallen Kader schöpfen und vielleicht sogar schon einen Nationalspieler, der in den vergangenen Tagen nicht für Länderspiele abgestellt war, wieder mit auf die Bank nehmen. Yoshinori Muto hat nach überstandener Verletzung intensiv an seinem Comeback gerabietet. Der Japaner ist wieder komplett im Mannschaftstraining. Das verletzte Knie bereitet dem Stürmer keinerlei Probleme mehr. Spätestens in einer Woche in Wolfsburg soll Muto spielen. Eventuell kriegt er aber schon einen Kurzeinsatz gegen die Augsburger.

Yunus Malli ist von seiner Länderspieltour gesund und fit nach zwei kürzeren Einsätzen aus der Türkei zurückgekehrt. Julian Baumgartlinger, der wegen einer Erkältung vorzeitig in Österreich abgereist war, wurde am Mittwoch im Training noch geschont, wird aber am Samstag wie üblich in der Startelf stehen. Auch Leon Balogun, der wegen muskulären Problemen nicht zum Nationalteam Nigerias gereist war, sich aber in Mainz ebenfalls eine Erkältung zugezogen hatte, steigt am Donnerstag ins Training ein und steht im Heimspiel zur Verfügung. Auch Suat Serdar soll am Donnerstag wieder mit dem Team trainieren. Der 19-Jährige musste das Training der U19-Nationalmannschaft wegen einer Muskelverhärtung abbrechen, konnte die beiden Länderspiele gegen Südkorea nicht bestreiten, soll aber die Vorbereitung aufs Heimspiel absolvieren können. Bei Emil Berggreen, der nach seiner Knie-Operation eigentlich für diese Länderspielpause im Mannschaftstraining avisiert war, verschiebt sich der Wiedereinstieg noch ein wenig. Der dänische Stürmer absolviert immer noch ein Aufbautraining, soll aber nun innerhalb der nächsten 14 Tage die Arbeit mit dem Team aufnehmen.

Schmidt lobt Klement in den höchsten Tönen

Vor allem für die 05-Profis, die nach überstandener Verletzung um den Anschluss ans Team kämpfen, war diese Länderspielpause, besonders das Testspiel gegen den Zweitligisten Karlsruher SC, eine wichtige Phase. Niko Bungert hat sich beim 2:2 gegen den KSC am Bruchweg zurückgemeldet. „Wir haben ihn wieder gut aufgebaut“, sagt der 05-Trainer. „Für Niko ist es jetzt wichtig fit zu bleiben, damit er für den Rest der Saison eine Option ist. Wegen seiner Routine und seiner gesamten Art.“  Bei Pierre Bengtsson habe man gesehen, dass dem Schweden nach der recht langen Pause noch die Spielzeit gefehlt habe, der Rhythmus, das Timing. „Es war aber ein guter Test für ihn auf dem Weg zurück“, sagt Schmidt. Das gelte ebenso für Karim Onisiwo, noch nicht ganz da sei, wo man den Österreicher haben wolle, aber in dieser Länderspielpause einen guten Schritt nach vorne getan habe.

Wie schon häufig in Testspielen und auch bei seinen Bundesliga-Einsätzen in der Vorrunde hat sich Philipp Klement nachdrücklich dem 05-Trainer aufgedrängt. Der Mittelfeldspieler, der lange wegen Verletzung gefehlt hatte, überzeugte in der Partie gegen den Zweitligisten in der letzten halben Stunde als Spielmacher und Torvorbereiter zum 2:2, das Aaron Seydel erzielte. Sein Trainer war sehr angetan von dieser Vorstellung. „Philipp dreht mit der ersten Aktion direkt auf und findet Lösungen. Er ist unheimlich kreativ und effizient. Er sieht immer die Tiefe, die Torgefahr. Er macht immer irgendwo etwas Gefährliches. Das macht ihn aus“, sagt der 48-Jährige. Klement sei als Zehner von der Spielweise her vergleichbar mit Leuten wie Max Kruse oder Kevin de Bruyne. „Einer, der am Ball alles gut kann und den Blick für die gefährliche Aktion hat. Das war schon im vergangenen Herbst so“, betont Schmidt.

Für den 05-Coach ist die Rolle des 24-Jährigen im Team nicht vergleichbar mit der von Malli. „Philipp ist eher ein Spielgestalter kein Umschaltzehner. Er wird nie das Tempo haben von Malli oder vom Anlaufverhalten her das so hinkriegen. Doch er gibt uns zusätzlich eine andere Qualität, weil er sich die Räume sucht und was draus macht.“ Klement werde da seinen eigenen Weg gehen und finden. Schmidt plant mit Klement künftig stärker in Spielen, in denen der eigene Ballbesitz im Vordergrund steht, wenn der Gegner sich zurückzieht. „Oder wenn wir zurückliegen. Dann brauchen wir so jemanden, der den Ball schleppt und abliefert, in Ballbesitz viele neue Lösungen findet durch seine engen Drehungen.“ Klement sei nach der langen Pause schon wieder sehr weit. „Er ist ja kein Spieler, von dem wir sagen, er muss jetzt in den letzten sieben Spielen fünfmal 90 Minuten ran, sondern er braucht Frische, Dynamik und Agilität, dann kann er über Kurzeinsätze oder in Spielen, die zerfahren sind, einer sein, den wir als Dosenöffner brauchen“, betont der 05-Trainer. Vorstellbar sei dann auch ein Einsatz in einem möglichen 4-3-3 oder sogar auf der Doppelsechs. „Weil er sehr gerne Bälle holt und aus der Tiefe schleppt.“

► Alle Artikel zum Trainingsbetrieb

► Zur Startseite