Muskelfaserriss: Serdar fehlt länger

Jörg Schneider. Leipzig.
Es war zu befürchten: Suat Serdar hat sich bei der 1:3-Niederlage des FSV Mainz 05 am Sonntag in Leipzig einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen und fällt mehrere Wochen aus. Doch die Länderspielpause beim Bundesligisten beginnt nach der schwarzen Englischen Woche auch mit guten Nachrichten. Yoshinori Muto, Fabian Frei und Christian Clemens steigen diese Woche ins Training ein. Danny Latza soll in zehn Tagen wieder auf dem Platz stehen. In den nächsten Tagen ist bei den 05-Profis, die nicht mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind, ansonsten in erster Linie Erholung angesagt.

Karim Onisiwo und Schiri Marco Fritz können nicht helfen: Suat Serdar hat sich in Leipzig einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen und fällt geraume Zeit aus. Foto: ImagoIn der Presse-Mitteilung, die der Klub am Montag verschickte, ist von einigen Wochen die Rede, die der FSV Mainz 05 auf Suat Serdar verzichten muss. Die Dauerbelastung im Kader des Bundesligisten hat einen weiteren Ausfall produziert. Der 19-Jährige verletzte sich bei der 1:3-Niederlage am Sonntag in Leipzig in der 30. Minute in einem Zweikampf mit Emil Forsberg. Serdar hielt sich sofort den Oberschenkel, konnte keinen geraden Schritt mehr machen. Der Trainer hatte gleich Gefühl, dass es sich um eine schwerwiegendere Verletzung handeln würde. Die Diagnose hat nun ergeben, dass sich Serdar einen Muskelfaserriss zugezogen hat. Wieder hat es einen Mittelfeldspieler erwischt, wieder einen Sechser.

So bitter die Verletzung für den Spieler ist, sie kommt zu einem Zeitpunkt, in dem sich die personelle Lage bei den 05ern gerade entspannt. Die Mainzer sind schon etwas auf dem Zahnfleisch aus diesem zweiten Intensiv-Block der Saison herausgekommen. Gerade die jüngste Niederlage in Leipzig hat gezeigt, dass die müde und vom 1:6-Tiefschlag in Anderlecht drei Tage zuvor mental beanspruchte Mannschaft zu schwer in diese Partie fand. Den Mainzern fehlte zu Beginn die Frische und die klare Konzentration, um gegen das Vollgas-Umschalt-Feuerwerk des Tabellenzweiten gedanklich und körperlich mithalten zu können. Erst nach 45 Minuten, dem klaren Rückstand sowie den nicht mehr ganz so feurigen Attacken der Sachsen, bekamen die 05er die Sache besser in den Griff.

Die jetzt beginnende Länderspielpause bringt die dringend benötigte Entlastung und vor allem im Kader Nachschub.  „Yoshinori Muto kommt diese Woche ins Training und wird wohl Ende November so weit sein, dass er wieder spielen kann nach jetzt sechswöchiger Pause. Fabian Frei und Christian Clemens kommen zurück ins Training. Da kommen Spieler zurück, die uns richtig gut tun, die wir brauchen. Danny Latza wird in zehn Tagen ins Training einsteigen und wieder auf dem Platz sein“, zählte Martin Schmidt in Leipzig auf. „Das wird uns im Verlauf der letzten Spiele bis zum Winter sehr gut tun.“ Der Wiedereinstig von Muto wird von Mannschaft und Trainer herbeigesehnt, weil der Japaner im Angriff sowohl als Ideengeber und Torschütze, als auch als notwendige Entlastung für den arg strapazierten und zuletzt doch sehr müde wirkenden Jhon Cordoba dringend benötigt wird. Frei mit seinen strategischen und inzwischen auch stark ausgeprägten kämpferischen Mitteln hätte besonders in den beiden letzten Spielen, in denen das extrem junge und unerfahrene Sechser-Duo Serdar und Jean-Philippe Gbamin an seine Grenzen stieß, dem 05-Spiel wahrscheinlich mehr geholfen. Clemens wird als weitere Option auf der Außenbahn gebraucht.

Der wahrscheinlich positivste Aspekt der Niederlage in Leipzig war das Debüt von André Ramalho, der mit einer starken Leistung nach der Verletzungspause Hoffnungen weckte. „Andrés Rückkehr ist sehr wichtig für uns“, sagte der 05-Trainer. „Man hat gesehen, wie er uns geholfen hat, ab dem Zeitpunkt, ab dem er auf dem Platz stand. Von da an hatte das Spiel einen anderen Charakter. Ab da hatten wir die Zweikämpfe im Zentrum. Er hatte gute Balleroberungen und gute Pässe in die Spitze. André hat sich richtig gut angemeldet.“

Insgesamt acht Profis muss der Klub in dieser Länderspielpause für die jeweiligen Verbandsauswahl-Mannschaften abstellen. Für den Rest des Kaders stehen die zwei Wochen bis zum Heimspiel gegen den SC Freiburg ganz im Zeichen von Erholung. „In der ersten Woche geht‘s nur darum, Kräfte zu sammeln“, sagte Schmidt. „Wir werden einige Spieler komplett aus der Belastung nehmen. Gbamin oder Giulio Donati, um nur zwei zu nennen. Sie müssen sich komplett erholen, den Kopf durchlüften. Das bräuchte auch Yunus Malli, aber der muss zur Nationalmannschaft.“ Der türkische Nationalspieler hat allerdings in der Verbandsauswahl bisher selten längere und anstrengendere Einsätze gehabt. Das dürfte jetzt ähnlich sein, so dass Malli wenigstens eine aktive Regeneration betreiben kann.

Die Pause soll am Bruchweg genutzt werden, um in allen Bereichen wieder zurück in die Spur zu finden. Körperlich genauso wie mental. Denn bei einigen der Profis hat unter den Umständen zuletzt die Form gelitten. Jairo ist ein Beispiel dafür. Der Spanier müsste nach der längeren Verletzungspause fit und frisch aufspielen, läuft jedoch seinen Möglichkeiten hinterher. In Leipzig ging für den Außenstürmer gar nichts. „Jairo war auf dem Platz als Umschalter. Als flinker Spieler, wo der Ball hinsollte und der dann reindribbelt. Wenn‘s kommt wie in diesem Spiel, wo es dann direkt auf die Ebene der Zweikämpfe geht, dann ist das nicht sein Spiel“, erklärte Schmidt, fügte jedoch gleich hinzu:  „Man hat gesehen, dass er noch Zeit braucht.“

Am Montag stand bei den 05ern nur Auslaufen, Spielentlastungs-Training und Analyse auf dem Programm. Nach dem freien Dienstag geht’s am Mittwochmorgen mit dem Training weiter. Am Donnerstag steht nur das Testspiel um 19 Uhr gegen den Südwest-Oberligisten FC Karbach in Emmelshausen auf dem Programm. Nach dem Training am Freitagmorgen gibt’s ein freies Wochenende für die 05-Profis.  

 

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