Mit Schwellköpp und Fastnachtstrikots

Jörg Schneider. Mainz.
In der Vorrunde gelangen den Profis des FSV Mainz 05 zwei Auswärtssiege hintereinander in Augsburg und Bremen. Mit dem 2:0-Erfolg vor einer Woche gegen den FCA hat die Mannschaft von Martin Schmidt eine erste Rückrunden-Parallele gezogen. Am Samstag folgt nun das Heimspiel gegen den SV Werder (15.30 Uhr) in der Opel Arena. Die Chance, den Abstand auf die gefährliche Tabellenregion zu vergrößern. Der Druck auf dem Kessel sei jedoch weiterhin groß, betont der 05-Coach. „Da hat sich nichts geändert. Wir wollen ein Spiel liefern wie gegen Augsburg. Die drei Punkte müssen hier bleiben.“

Beim Unentschieden gegen den BVB hatte Jean-Philippe Gbamin einige Probleme, beim 2:0 gegen die Augsburger war der Franzose einer besten 05er. Am Samstag dürfte Gbamin gesetzt sein auf der Doppelsechs. Foto: Ekkie VeyhelmannDie Situation ist vergleichbar mit der in der Vorrunde. Im vergangenen September waren es die beiden aufeinanderfolgenden Begegnungen mit dem FC Augsburg und dem SV Werder Bremen, die dem FSV Mainz 05 einen vernünftigen Weg in diese Saison ebneten, nachdem das Team zuvor mit einer Niederlage in Dortmund und einem Unentschieden zu Hause gegen Hoffenheim mit nur einem Punkt gestartet war. Die 05er gewannen beide Auswärtsspiele und verhinderten damit einen möglichen Fehlstart. Zum Rückrundenauftakt gab’s nun den Punktgewinn gegen den BVB, die Niederlage in Hoffenheim und den 2:0-Erfolg gegen die Augsburger im ersten der beiden hintereinander anstehenden Heimspiele, mit denen die Mannschaft von Martin Schmidt die eigene Tabellensituation entschärfte. Sollte die Parallele gelingen und die 05er am Samstag (15.30 Uhr) in der Opel Arena auch die Bremer schlagen, wäre dies ein wichtiger Schritt in dieser augenblicklich so engen Tabellenkonstellation. Mit drei Zählern gegen den derzeit Drittletzten der Bundesliga würden sich die Mainzer ein Polster von zwölf Punkten Abstand auf die Gefahrenzone schaffen.

Und genau das ist der Plan. „Im vergangenen Herbst hat uns diese Doublette mit den beiden Auswärtssiegen sehr gut getan. Der zweite Heimsieg hintereinander würde uns auch jetzt guttun, um aus einer guten, sicheren Position heraus weiter Fußball spielen zu können“, sagt der Trainer. „Das werden wir anstreben. Die drei Punkte müssen hier bleiben. Dann können wir etwas unbeschwerter in die nächsten Spiele gehen. Aber selbst wenn uns das gelingt, gibt es keinen Anlass, sich zufrieden zurückzulehnen oder durchzuatmen, weil auch mit 28 Punkten hat man absolut noch nichts erreicht.“

Nun gehört jedoch Werder Bremen nicht gerade zu den Lieblingsgegnern der 05er im eigenen Stadion. In den beiden zurückliegenden Spielzeiten kassierten die Mainzer jeweils eine Niederlage in der Arena. Insgesamt handelten sich die Mainzer in den bisherigen zehn Bundesliga-Duellen zu Hause gegen Werder sechs Niederlagen und zwei Unentschieden ein, bei lediglich zwei eigenen Erfolgen. Diese Serie wird Alexander Nouri, der aufgrund der sportlichen Talfahrt derzeit heftig umstrittene Trainer des Gegners, seinen Profis zur mentalen Stärkung ebenfalls vorlegen. Nouri ist mit seinem Team, das in diesem Jahr noch keinen Punktgewinn geschafft hat, bereits am Donnerstag angereist, hat in Wiesbaden ein Kurz-Trainingslager bezogen, um sich intensiv auf diese Partie vorzubereiten, mit der Absicht, die eigene gute Mainz-Bilanz weiter auszubauen. Dass er es mit einem gefährlichen, tief im knallharten Abstiegskampf steckenden  Gegner zu tun kriegt, der in den vergangenen Wochen besser spielte als es der Tabellenstand und die Ergebnisse ausdrückten, ist Schmidt klar.

Weniger gekriegt als verdient

Zweimal hat der 49-Jährige zuletzt den Gegner beobachtet. „Bremen stellt uns sportlich und spielerisch vor eine schwere Aufgabe. Die haben eine unheimlich gute Offensive mit viel Qualität. Ihre Offensive macht sie im Moment auch aus“, berichtet der Schweizer. Sein Trainerkollege habe es geschafft, dem Team eine klare Spielphilosophie zu geben, das eigene Spiel zu kultivieren. „Sie wurden in den letzten Spielen immer unter Wert geschlagen. Sie haben immer weniger gekriegt, als sie eigentlich verdient gehabt hätten.“ Doch die Bremer Spielweise biete natürlich auch Möglichkeiten für seine eigene Mannschaft. „Wo wir einen Ansatz finden, ist, dass sie uns im Umschaltspiel nach Balleroberungen Räume anbieten, die wir nutzen wollen“, sagt Schmidt. „Wir müssen uns aber grundsätzlich weniger darum kümmern, in welcher Situation die Bremer stecken, sondern darum, um was es bei uns geht. Bermen wird mit Sicherheit voll gespannt und kampfbereit sein aufgrund der Situation. Aber auch wir sind in einer solchen Kampf-Situation. Wir haben es gesehen gegen Augsburg, wie hoch die Spannung sein kann, wenn plötzlich Druck auf dem Kessel ist. Das ist so geblieben. Da hat sich nichts geändert“, betont der 05-Coach. „In der Mitte der Tabelle haben zuletzt alle gewonnen, das bringt auch für uns Brisanz rein. Wir wollen ein Spiel liefern wie gegen Augsburg, von Anfang an kernig und präsent das Spiel bestimmen. Das ist für uns Herausforderung genug.“

Beim 2:0-Sieg vor einer Woche war es den 05ern gelungen, mit ihrer Vorstellung das Publikum hinter sich zu bringen, eine perfekte Fußballstimmung zu entfachen, obwohl die Arena mit rund 23.000 Zuschauern nur schwach besetzt war. Diesmal hat der Klub bisher etwa 25.000 Tickets abgesetzt. Und die Mainzer setzen zur atmosphärischen Untermalung im Vorfeld der Partie der Jahreszeit entsprechend ganz auf die närrische Grundstimmung in der Fastnachtskampagne. Diverse Originale der Meenzer Fassenacht sollen die Zuschauer vor dem Anpfiff auf Betriebstemperatur bringen. Begleitet von der Meenzer Guggemusik „Die Nodequetscher“ marschieren die Schwellköpp in die Arena ein. Das Mainzer Hofballett (MCV) und Sänger Pit Rösch vom Kostheimer Carneval Verein (KCV) gestalten das Rahmenprogramm. Passend dazu laufen die 05-Profis in den seinerzeit eigens entworfenen 111-Jahre-Jubiläumstrikots auf. Für Kurzentschlossene gibt’s im Übrigen noch Eintrittskarten in allen Kategorien an den üblichen Vorverkaufsstellen.

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