Mit Schnitt von 1,4 in gutem Fahrwasser

Jörg Schneider. Mainz.
Mit dem Derbysieg gegen Eintracht Frankfurt hat sich der FSV Mainz 05 auf Platz neun der Tabelle geschoben. 20 Punkte aus 14 Spielen ergeben einen Schnitt von 1,4 Zähler pro Spiel. „Das ist top für uns“, sagt Martin Schmidt. „Damit sind wir in einem guten Fahrwasser, um eine erfolgreiche Saison spielen zu können.“ Als nächstes haben sich die 05er eine weitere Verbesserung ihrer guten Ausgangslage vorgenommen. „Deshalb ist es jetzt ganz klar, dass wir nach Hamburg gehen, um auch dort Punkte zu holen.“

Natürlich haben sich Mannschaft und Trainer in der Analyse noch einmal eingehend mit dem Derby befasst. Der 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt in der Coface Arena hatte seine starken Seiten mit dominantem und kontrollierten Spiel, mit einer Menge an schnellen Umschalt-Gelegenheiten und einer Vielzahl von klaren Chancen auf ein höheres Resultat. Aber auch mit Phasen, in denen sich der FSV Mainz 05 schwer tat. Vor allem damit, bei eigener Führung mit dem Überzahlspiel gegen einen Gegner, der nichts mehr zu verlieren hatte, umzugehen. „Wenn wir es irgendwann hinkriegen, dass wir solche Phasen nicht mehr haben, dann sind wir weit vorne“, sagt Martin Schmidt.

Mit einem Durchschnittslater von 24,4 Jahren brachte Martin Schmidt gegen die Eintracht das jüngste aller Bundesligateams auf den Platz. Yunus Malli ist mit seinen 23 Jahren inzwischen ein gestandener Profi. Foto: ImagoFür den 05-Trainer zählt das Ergebnis und die Tatsache, dass es seiner Mannschaft gelungen war, sich in dieser Partie immer wieder aus den Schwierigkeiten zu befreien und dabei sowohl vor der Pause, als auch in der Schlussphase gute Chancen kreierte, um letztlich doch ungefährdet den Heimsieg einzufahren. „Wir hatten die Frankfurter doch bis zum Gegentor im Würgegriff. Ich würde sagen, wir haben insgesamt ein gutes Spiel gemacht, sind 2:0 in Führung gegangen und mussten den Sack längst zugemacht haben“, sagt der 48-Jährige. „Dann haben wir ein doofes Gegentor bekommen, haben uns etwas verunsichern lassen. Trotzdem hatte die Eintracht keine Riesenchancen mehr. Wir sind auf einem guten Weg. Wir lernen, wir sind uns am Entwickeln.“

Man dürfe bei allem nicht vergessen, welche Art 05-Mannschaft da auf dem Platz gestanden habe. „Wir waren am Wochenende das jüngste Team der Bundesliga mit einem Schnitt von 24,3 Jahren“, betont Schmidt. „Julian Baumgartlinger war unser ältester Spieler. Wir haben gespielt mit mehreren Profis, die aus der zweiten Liga gekommen sind, mit einem U23-Spieler, mit Neuzugängen, die sich nach wie vor in der Entwicklungsphase befinden. Das sind Fakten“, erklärt der Coach. „Das ist Mainz 05. Deshalb haben wir nicht immer in der Saison solche Phasen wie jetzt im November, sondern auch solche wie vorher, als es schwer lief bei uns.“

Die junge Mannschaft sei nach wie vor in einem Lern- und Findungsprozess. „Wir haben aus dem Pokal gelernt, aus dem wir rausgeflogen sind. Seitdem haben wir kein Spiel mehr verloren. Wir haben gegen Wolfsburg und Frankfurt gelernt, was uns in Überzahl nicht passieren darf. Was wir jetzt lernen, werden wir mit in die Rückrunde nehmen.“

Mit dem Derbysieg haben sich die 05er auf Platz neun der Tabelle geschoben. Einen Zähler hinter dem kommenden Gegner Hamburger SV. Einen Punkt hinter dem letzten Europaliga-Platz, drei Punkte hinter den Champions-Legaue-Plätzen. Zehn Punkte vor dem Relegationsplatz. „20 Punkte aus 14 Spielen ist eine Bilanz, die man auch in den letzten Jahren erst suchen muss“, sagt Schmidt. „Das war, glaube ich, nur einmal seit dem Wiederaufstieg der Fall. Das ist eine gute Phase und eine Bestätigung, dass der Fußball, den wir spielen, erfolgreich sein kann.“ Das sei ein Schnitt von 1,4 Punkten pro Spiel. „Und das ist top für uns. Damit sind wir in einem guten Fahrwasser, um eine erfolgreiche Saison spielen zu können“, sagt der Schweizer. „Ein Schnitt von 1,4 gibt hinten raus immer so um die 45 Punkte. Diesen Schnitt zu halten, muss unser Ziel sein. Uns auf einem einstelligen Tabellenplatz festkrallen und die Distanz nach hinten aufbauen, dann können wir das Team geruhsam weiterentwickeln und im Frühling die ganze Breite und Kampfkraft sehen.“

Die 20 Punkte seien Ansporn und eine gute Basis. „Aber mit 20 Punkten steigst du ab. Es gab Klubs, die sind mit 23 Punkten in der Winterpause nachher abgestiegen. Jeder bei uns weiß, dass dies nur ein Zwischenziel ist, das wir erreicht haben. Wir hatten uns vorgenommen, dass wir in der Hinrunde die 20 Punkte kappen können.“ Die bisherige Ausbeute gebe der Mannschaft eine gewisse Sicherheit und eine breitere Brust für die kommenden Aufgaben. „Unsere Antennen bleiben ausgefahren, wir bleiben wachsam“, sagt der 05-Trainer. „Es sind noch drei Spiele bis Weihnachten, in denen wir das Ganze ausbauen müssen. Deshalb ist es jetzt ganz klar, dass wir nach Hamburg gehen, um auch dort Punkte zu holen. Das ist unser Ansinnen.“

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