Mit Frei und Ramalho im Zentrum?

Jörg Schneider. Mainz.
Die Länderspielpause ist vorüber und hat dem Kader des FSV Mainz 05 gut getan. Seit Donnerstag hat Martin Schmidt wieder alle Nationalspieler zur Verfügung, um sich gezielt und intensiv auf das Heimspiel am Samstag in der Opel Arena gegen den SC Freiburg vorzubereiten. Da Jean-Philippe Gbamin im Anschluss an die harten Wochen im Klub noch zwei ausgedehnte Länderspiel-Einsätze draufpacken musste, spricht vieles dafür, dass der Trainer im Mittelfeld mit Fabian Frei und André Ramalho auf der Doppelsechs beginnt. „Wir können aus dem Vollen schöpfen“, sagt der Coach.

Wie sieht es personell aus im Kader des FSV Mainz 05 vor diesem elften Bundesliga-Spieltag und nach der zweiwöchigen Länderspielpause? José Rodriguez ist krank und steht im Heimspiel am Samstag in der Opel Arena (15.30 Uhr) genauso wenig zur Verfügung wie die Verletzten Suat Serdar und Emil Berggreen. Alle übrigen 05-Profis stehen mehr oder weniger fest auf dem Platz, wobei man nicht davon ausgehen sollte, dass Christian Clemens, Yoshinori Muto oder Danny Latza ein Thema sein könnten für diese Partie gegen den Aufsteiger. Das Trio absolviert sein Aufbautraining, nimmt auch an Teilen des Mannschafts-Programms teil, ist aber von einem Einsatz noch ein Stück weit entfernt.

Fabian Frei dürfte nach längerer Verletzungspause in die Startelf der 05er zurückkehren. Foto: Ekkie VeyhelmannDie Nationalspieler sind alle gesund zurück von ihren Verbandsauswahl-Einsätzen. „Jetzt haben wir alle zusammen, um die letzten Vorbereitungen auf diese Partie anzugehen“, sagte Martin Schmidt am Donnerstag in der Spieltags-Pressekonferenz. „Alle sind auf einem guten Level. Wir können aus dem Vollen schöpfen, das sind beste Vorzeichen für ein erfolgreiches Spiel.“

Für Schmidt eine positive Situation. Der Trainer hat vor allen Dingen im Mittelfeldzentrum wieder neue Optionen, auch wenn Rodriguez und Serdar ausfallen, Latza, wenn alles optimal laufe, so der Coach, im Dezember in die Nähe eines Einsatzes komme. „Aber ich glaube nicht, dass wir vor Weihnachten Latza schon in der Form sehen, die wir von ihm kennen.“ Dafür stehen jedoch mit André Ramalho und Fabian Frei zwei fitte Kandidaten zur Verfügung. „Ramalho hatte in der Pause noch einen Leistungstest, war auf dem Prüfstand. Da haben wir gesehen, dass seine Werte top sind und auf dem Niveau der Anderen. Was ihm noch fehlt, ist die Spielpraxis, aber er ist austrainiert und bereit. Er wird eng dran sein, ganz klar.“ Frei habe die kompletten zwei Wochen intensiv trainiert und sei auf dem Sprung. „Er ist austrainiert und frisch. Fabian wird ein Thema sein für dieses Spiel.“

Differenziert müsse man die Sache bei den Nationalspielern betrachten. Einige, wie Leon Balogun und Yunus Malli, waren bereits am vergangenen Samstag aktiv und sind seit Anfang der Woche wieder zurück am Bruchweg. „Yunus hat eine sehr positive Halbzeit mit der Türkei gespielt. Er kam rein, hat geholfen das Spiel zu entscheiden. So, wie man das auch hier bei uns von ihm kennt. Ball in die Box geschleppt, letzter Pass, Tor. Er kommt sicherlich mit einem guten Gefühl zurück. Der ist im Rhythmus geblieben. Das Ganze hat ihm nicht sonderlich zugesetzt.“ Außerdem habe Malli ein gutes Gespräch mit seinem Nationaltrainer gehabt und sende sehr gute Zeichen nach außen. Auch Onisiwo komme nach dessen zweiter Länderspielberufung in diesem Jahr mit einem guten Gefühl durch seinen fast 90-minütigen Einsatz zurück. Der Trainer muss jedoch besonders bei Jean-Philippe Gbamin draufgucken, wie es dem Franzosen geht. „Er hatte die vielen Spiele im Oktober, ging dann zur Nationalmannschaft und spielte erneut zweimal 90 Minuten. Der hat am Mittwoch etwas müde ausgesehen. Da müssen wir abwarten, wie frisch er ist. Er hat jetzt neun Spiele hintereinander, alle über fast 90 Minuten.“

Im Normalfall sei es jedoch so, dass die Spieler motiviert von ihren Länderspielreisen zurückkehrten. „Wenn sie gespielt haben ist das positiv. Negativ ist, wenn sie sich nur im Hotel bewegen und keine Rolle spielen. Da kommen sie manchmal demotiviert zurück. Das ist aber im Moment nicht der Fall. Sie kommen alle mit Eindrücken, Ideen zurück, sie haben was zu erzählen. Den Kopf gelüftet, mal weg von hier, die Gedanken in eine andere Richtung. Das ist gut.“

Jhon Cordoba habe man in den vergangenen zwei Wochen teilbelastet, damit der Stürmer die nötige Frische zurückerlange. „Wir haben ihn im letzten Training so stark gesehen, dass wir ihn am liebsten in Watte packen und ihn dann so für Samstag dahin stellen würden. Ihm sieht man ganz schnell an, wenn er bereit ist. Und Jhon ist wieder voll bereit“, sagt Schmidt. „Wichtig ist nun für alle eine gute und gezielte Belastungssteuerung in den kommenden Wochen, im Gedanken daran, dass es nun der dritte Block ist für diese Saison, vor dem wir stehen.“

Und auch diese letzte Phase des Fußball-Jahres hat es in sich. Am Samstag gegen Freiburg, nächsten Donnerstag bei AS Saint-Etienne, kommenden Sonntag bei Hertha BSC Berlin, danach das letzte Gruppenspiel zu Hause gegen Qäbälä FK. Anschließend kommt Bayern München. Da wäre es angesagt, wenn die 05er wie zuletzt ihr Heimspiel gewinnen würden. „Man weiß, dass in der Saison immer eine Phase kommt, in der man von den Ergebnissen her nicht erfolgreich handwerkt. Wir sind gut reingekommen, jetzt waren wir ein bisschen in der Baisse drin. Wir wissen, dass wir da rauskommen, aber wir schauen nicht voraus und rechnen, wo wir noch Punkte gewinnen oder verlieren könnten“, sagt Schmidt. „Wir gehen ein Spiel nach dem anderen an. Jetzt kommt Freiburg. Es stehen noch sechs Spiele in der Bundesliga an und zwei Finalspiele in der Europaliga. Darauf freuen wir uns und wollen unsere Quote in der Bundesliga verbessern, eine solide Vorrunde gut abschließen. Wir wollen uns auch in der Euro League behaupten. Das ist das Nahziel. Wir malen uns nichts Negatives aus, sondern gehen immer vom Positiven aus. Das nächste Spiel gewinnen, das ist die beste Medizin.“

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