Maximilian Beister kommt ablösefrei

Jörg Schneider. Mainz.
Der FSV Mainz 05 gibt mächtig Gas auf dem Transfermarkt und legt ein atemberaubendes Tempo vor: Nach den Mega-Verkäufen von Johannes Geis und Shinji Okazaki sowie der Verpflichtung von Fabian Frei präsentierte der Bundesligist am Samstag schon seinen sechsten Neuzugang. Maximilian Beister kommt ablösefrei vom Hamburger SV. Der 24-Jährige erhält am Bruchweg einen Dreijahresvertrag. Christian Heidel betonte jedoch, dass der Außenstürmer nicht als Nachfolger für den Torjäger aus Japan kommt: „Wir haben ihn nicht als Ersatz für Shinji geholt.“

Maximilian Beister verlor im vergangenen Jahr viel Zeit durch Verletzung. Die 05er haben ihren Neuzugang einem Intensiv-Medizincheck unterzogen. Das Ergebnis: der 24-Jährige ist fit, physisch in einer Top-Verfassung und extrem motiviert. Foto: ImagoDas Tempo, mit der FSV Mainz 05 seine Personalentscheidungen erledigt, ist atemberaubend: Johannes Geis nach Gelsenkirchen verkauft, Shinji Okazaki in die englischen Midlands nach Leicester. Mal eben mehr als 20 Millionen Euro Ablöse eingestrichen und dabei gleich für qualitative, verhältnismäßig preiswerte Nachfolge-Lösungen gesorgt. Mittelfeldmann Fabian Frei kommt für eine Ablöse von 3,6 Millionen Euro aus Basel. Und nun Maximilian Beister. Der 24-Jährige wechselt sogar ablösefrei an den Bruchweg. Was für eine Woche.

Der Stürmer, der die meisten Nachwuchs-Nationalmannschaften des DFB durchlaufen hat, kommt vom Hamburger SV und passt sowohl vom Alter als auch von seinem Profil her sehr gut zu den 05ern. Die Bürde, in die Fußstapfen eines Okazaki treten zu müssen, will der Bundesligist seiner jüngsten Neu-Erwerbung allerdings nicht auferlegen. Trotz der zeitlichen Nähe zum Transfer des Japaners sei diese Verpflichtung unabhängig vom Verkauf des Torjägers gewesen, betont der 05-Manager. „Wir haben ihn nicht als Ersatz für Shinji geholt. Maximilian Beister spielt bereits seit einigen Jahren in den höchsten deutschen Ligen, wir kennen ihn und seine Qualitäten schon lange.“

Der HSV-Stürmer sei einer der Spieler gewesen, die beim Manager und dessen Trainer vor dem Urlaub schon auf dem Zettel gestanden hatten. „Wenn man sich auf Spieler festlegt, muss man aber immer noch abwarten, wann der richtige Zeitpunkt ist, um es festzumachen“, sagt Heidel. „Beister wusste schon länger, dass wir eventuell ein Interesse hätten, das wir aber vorher nie konkretisiert haben.“ Zumal der Stürmer bis vor wenigen Tagen noch einen Vertrag hatte beim HSV. „Es ist für uns schon ein Unterschied in der Budgetplanung, ob wir Ablöse zahlen müssen oder nicht“, sagt Heidel. Der 05-Manager fragte diese Woche beim Profi noch einmal nach, wie dessen Interessenslage sei. Dann ging es schnell. Beister löste den Vertrag auf, einen Tag später unterschrieb er in Mainz.

„Wir hätten Beister auch verpflichtet, wenn Shinji geblieben wäre“

Das hat sicherlich damit zu tun, dass der HSV nicht sonderlich willens war, den Spieler zu behalten, weil der 24-Jährige  nicht in die Planungen des HSV-Trainers passt. Bruno Labbadia war es auch, der in seiner ersten Amtsperiode als Trainer Beister nicht wollte und ihn nach Düsseldorf wegschickte. „Wir wiederum hätten Beister auch verpflichtet, wenn Shinji geblieben wäre“, betont der 05-Manager. „Wir wollten alle drei Offensivpositionen qualitativ ausgeglichen besetzen. Das war der Wunsch von Martin Schmidt.“

Der 05-Coach will in der kommenden Saison einen kraftaufwendigen Umschalt-Fußball spielen, dafür sei es nötig, öfter zu rotieren. Der jetzige Kader biete möglicherweise auch mehrere Optionen im Angriffsbereich. Unter anderem die Variante eines 4-4-2 mit Raute.

Beister, der seinen Vertrag beim HSV am Freitag auflöste, ist in Hamburg seit der C-Jugend ausgebildet worden. Für den Fast-Absteiger hat der 1,80 Meter große Angreifer 46 Bundesligaspiele (acht Tore, sechs Assists) absolviert. Zwischen 2010 und 2012 war Beister an den Zweitligisten Zweitligisten Fortuna Düsseldorf ausgeliehen. Seine Bilanz:  59 Einsätze, 18 Treffer. In Mainz erhält der Profi nun einen Dreijahresvertrag. „Maximilian ist ein schneller, trickreicher Außenspieler mit großer Dynamik und starkem Zug zum Tor“, erklärt 05-Coach Martin Schmidt. „Das sind alles Attribute, mit denen er hervorragend in unser Anforderungsprofil passt.“ Der bisherige HSV-Spieler hatte auch deshalb in Hamburg wenig Spielpraxis, weil die Gesundheit nicht mitmachte. Ein Kreuzbandriss und ein Meniskusschaden kosteten ihn insgesamt fast ein ganzes Jahr. „Wir haben ihn einem Intensiv-Medizincheck unterzogen“, sagt Heidel. „Den hat er problemlos bestanden. Der Junge ist fit, physisch in einer Top-Verfassung und extrem motiviert.“

 „Ich freue mich über die Chance, mich in Mainz beweisen zu können. Mit den Verantwortlichen hier hatte ich sehr gute Gespräche und bin vom Weg, den der Klub geht, absolut überzeugt. Nun will ich versuchen, mit guten Leistungen dazu beizutragen, dass der Verein diesen Weg erfolgreich w

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