Malli steigt ein und soll bleiben

Jörg Schneider. Colorado Springs.
Am Sonntagmorgen ist die Maschine aus Denver, die das Team des FSV Mainz 05 aus dem Trainingslager in Colorado Springs nach Hause bringt, in Frankfurt gelandet. Nach dem anstrengenden, einwöchigen Trip in die USA kriegen die 05-Profis dann zwei komplette Tage frei. Ab Mittwoch steht ein Kurzurlaub an, in dem jeder Spieler ein umfangreiches Programm zu absolvieren hat. Und am kommenden Sonntag geht’s dann weiter mit dem zweiten Teil der langen Vorbereitungsphase. „Das Ganze ist gedacht als Entlastungswoche mit ausgedehntem Ausdauerreiz. Wir stellen den Spielern frei, ob die das zu Hause, in München, Hamburg oder auf Mallorca machen“, erklärte Martin Schmidt vor der Heimreise.

Behandlung statt Training: Leon Balogun unter den Händen von 05-Physio Christopher Rohrbeck. Foto: Jörg Schneider Das Trainingslager des FSV Mainz 05 in den Rocky Mountains ist zu Ende. Die Mannschaft des Bundesligisten hat am Samstagvormittag in der Gymnastikhalle des Teamhotels in Colorado Springs noch einmal ein, wie Martin Schmidt sagte, „knackiges Athletikprogramm“ absolviert. Nach Mittag ging’s dann mit dem Bus zum Flughafen ins rund 100 Kilometer entfernte Denver und von dort direkt nach Frankfurt. Wie geht’s nun weiter am Bruchweg mit der Vorbereitung auf die Saison? Zuerst einmal gar nicht, weil der 05-Trainer seinen Profis frei gegeben hat. „Mit dem Reisetag und dem Jetlag in den Knochen brauchen die Spieler direkt zwei komplett freie Tage am Montag und Dienstag“, sagte Schmidt vor der Abreise. Ab Mittwoch steht dann eine Pause mit täglichen Aufgaben an. Die 05-Spieler erhalten die Gelegenheit, noch einmal ein paar Tage Freizeit mit ihren Familien zu verbringen. „Aber alle kriegen ein Laufprogramm im Grundlagenbereich und Ausdauerbereich mit. Da werden auch schon intensivere Intervall-Läufe drin sein, plus Krafttraining“, erklärte der 05 Trainer. „Am Sonntag sind alle wieder da und dann beginnt die nächste Stufe unserer Vorbereitung. Das Ganze ist gedacht als Entlastungswoche  mit ausgedehntem Ausdauerreiz. Wir stellen den Spielern frei, ob die das zu Hause, in München, Hamburg oder auf Mallorca machen.“ Die Planung sei von Anfang an so gewesen, dass die neunwöchige Vorbereitung gesplittet werde. „Wir hatten uns vorgenommen, wenn wir die Gruppenphase der Europaliga erreichen, dass wir dann im Juli nochmal einen kurzen Break von einigen Tagen einlegen“, so Schmidt.

Ein paar angeschlagene Spieler gibt’s auch nach der harten und intensiven Woche auf dem Trainingsgelände der Air Force Academy. Pierre Bengtsson und Gaetan Bussmann, die in Colorado die meiste Zeit nur Individualtraining wegen muskulärer Schwierigkeiten absolvieren konnten, sind inzwischen am Freitag schon wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Dafür musste Leon Balogun wegen seinen Muskelbeschwerden im Oberschenkel pausieren, die sich der Innenverteidiger beim Sieg im Testspiel nach Elfmeterschießen gegen den mexikanischen Zweitligisten Leones Negros zugezogen hatte. Niko Bungert war bereits einen Tag zuvor, nach dem 6:0 gegen das örtliche Team der Switchbacks wegen einer solchen Muskelgeschichte ausgefallen. In der letzten Trainingseinheit in Colorado Springs musste dann Christian Clemens sicherheitshalber vom Platz. „Er hat aufgehört, weil er im Oberschenkel was gespürt hat“, sagte der Trainer. „Das sind dann Dinge, die in einer so vollgepackten Woche, vor allem bei schnellkräftigen Spielern wie Leon oder Christian, schon mal auftauchen. Aber es war eher präventiv, dass wir ihn rausgenommen haben. Wir wollten am letzten Tag kein Risiko mehr gehen.“

Yunus Malli hat seinen Urlaub beendet, steigt am Sonntag in die 05-Vorbereitung ein und soll bleiben. Foto:ImagoFabian Frei darf nach der Rückkehr aus den USA noch einmal in Urlaub fahren. Der Schweizer Nationalspieler hatte nach dem EM-Ausscheiden seiner Nationalmannschaft seine Ferien unterbrochen. Der Mittelfeldspieler, so Schmidt, habe unbedingt mit gewollt nach Amerika, anstatt die drei Wochen am Stück zu nehmen. Yunus Malli dagegen hat die andere Variante gewählt. „Yunus wollte die drei Wochen am Stück und beginnt nun am heutigen Sonntag in Mainz mit seiner Vorbereitung.“ Malli wird zusammen mit den jetzt angeschlagenen Kollegen eine Athletikgruppe am Bruchweg bilden. Möglich auch, dass diese Profis Einheiten mit der U23 bestreiten. Martin Schmidt betonte in Colorado noch einmal, dass er fest davon ausgehe, dass der türkische Nationalspieler auch in der neuen Saison bei seinem Team in Mainz bleibe. Im Moment gebe es noch nicht einmal gerüchteweise Wechsel-Unternehmungen beim 24-Jährigen.

Der noch jugendliche Jason Breitenbach, der mit den Profis in die USA gereist war und einen guten Eindruck hinterlassen hat, wird ab Mittwoch ins Training der U19 zurückkehren und mit der A-Jugend in deren Trainingslager fahren. „Wir hatten Jason als Backup mitgenommen. Wir haben’s richtig vorausgesehen. Wir hatten für beide Spiele Bussmann und  Bengtsson nicht einsatzbereit. Wir haben Jason gebraucht. Der junge Linksverteidiger gab bei seinen beiden Einsätzen eine gute Rolle ab. „Leider hat es bei Aaron Seydel wegen dessen Rückenproblemen nicht so geklappt als Backup. „Deshalb können wir ihn auch nicht so einschätzen“, erklärte der 05-Trainer. Seydel geht ab Sonntag jedenfalls ebenso wie Daniel Bohl und Charmaine Häusl zurück zum Kader der U23, um sich mit dem Team von Sandro Schwarz auf die in zwei Wochen beginnende Saison vorzubereiten.

„Daniel Bohl ist der Stützspieler der U23, den können wir da nicht rausreißen“, sagte Schmidt. „Der hat sich jetzt zweieinhalb Wochen hier bei uns zeigen können, dass er auch dabei ist, dass er auch weitergekommen ist. Daniel muss jetzt ein klarer Führungsspieler im Drittligateam werden. Wenn er diese Rolle ausfüllt, wird er mit der Zeit auch bei den Profis nicht auf verschlossene Türen stoßen.“ Bohls Entwicklung, auch die des Abwehrspielers Häusl sei vergleichbar mit der von Alexander Hack und Philipp Klement in der vergangenen Saison. Beide hatten sich über gute und konstante Leistungen in der Dritten Liga an den Bundesligakader herangearbeitet und diverse Einsätze in Meisterschaftsspielen erhalten. Jetzt komme dieser Block auf Bohl und Häusl zu. „Sie müssen in ihrer Heimmannschaft die Hausaufgaben machen. Das ist der nächste Schritt. Hack und Klement haben den Schritt gemacht. Häusl und Bohl müssen sich genauso über Leistung  heranarbeiten und anbieten“, sagte der 05-Trainer, der sich selbst ebenfalls für ein paar Tage in seine Schweizer Heimat absetzt.

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