Malli: Noch längst nicht am Zenit

Jörg Schneider. Mainz.
Die Vertragsverlängerung von Yunus Malli bezeichnet der Manager des FSV Mainz 05 als einen wichtigen Schritt in Richtung Entwicklung. Damit ist eine zentrale Personalentscheidung in der Kaderplanung des Bundesligisten vom Tisch. Für die kommenden Tage hat Christian Heidel weitere angekündigt. Julian Baumgartlinger soll der nächste sein, der sich für seinen aktuellen Klub entscheidet. Und auch im Falle der Leihspieler soll es in dieser Woche Klarheit geben.

Yunus Malli (links) war der beste Torschütze der 05er bisher in der Rückrunde. Vor einem Jahr um diese Zeit standen beim FSV Mainz 05 alle Räder still im Bereich der Kaderplanung. Der Cheftrainer hatte den Klub vor vollendete Tatsachen gestellt und angekündigt, dass das letzte Spiel der Saison gleichzeitig sein letzter Arbeitstag sein werde. Die Vereins-Verantwortlichen machten diese Entscheidung nicht öffentlich, um den sportlichen Erfolg, die mögliche Europapokal-Qualifikation, nicht zu gefährden. Gleichzeitig musste der Manager hastig auf Trainersuche gehen. Eine Aufgabe, die Priorität hatte vor der Zusammenstellung des künftigen Kaders. Die neue Spielzeit hatte bereits wieder begonnen, bis alle Personalentscheidungen gefällt, die Gruppe komplett war. Das Ergebnis ist bekannt und bescherte dem Bundesligisten eine komplizierte Saison.

Zwei Spieltage vor dem Ende dieser Runde hat dieses Umbruchjahr ein glückliches Ende genommen und dem Manager die Gelegenheit verschafft, frühzeitig in die Planungsphase einzusteigen. Die 05er haben die seit dem Winter permanent drohende Abstiegsgefahr gebannt, stehen auch ohne die Aussichten, im internationalen Geschäft mitzumischen, vernünftig da, weil sie wichtige Personalentscheidungen schon vor dem Rundenende auf den Weg gebracht haben oder kurz davor sind. Martin Schmidt, im Februar als Nachfolger des Thomas-Tuchel-Nachfolgers Kasper Hjulmand installierter Cheftrainer, hat mit der Mannschaft den Weg für das siebte Bundesligajahr in Folge bereitet und seinen Vertrag um drei Jahre verlängert. Mit Danny Latza vom VfL Bochum ist der erste Neuzugang gefunden, Joo-Ho Park ist für weitere zwei Jahre gebunden, Yunus Malli hat sich fürs Bleiben entschieden. Eine Entscheidung bei Julian Baumgartlinger steht unmittelbar bevor. Medienberichten zufolge gibt es offenbar Indizien, dass der Österreicher ebenfalls bleibt. Und sollten sich die umworbenen Leistungsträger Johannes Geis und Shinji Okazaki tatsächlich neu orientieren, würde dies immerhin einen satten, zweistelligen Millionenbetrag in die Vereinskasse spülen.

"Ab dieser Woche werden nun die Weichen gestellt"

Der gesicherte Klassenverbleib am 32. Spieltag hat dem 05-Manager nun die die nötige Klarheit und Planungssicherheit gebracht. „Ich habe immer gesagt, der Verein steht über allem. Auch über den Spielern“, erklärt Christian Heidel. „Ab dieser Woche werden nun die Weichen gestellt.“ Schritt für Schritt will der 51-Jährige nun die Themen abarbeiten. Mallis Verbleiben in Mainz in Mainz ist für Heidel dabei ein erster Schritt und ein Signal.

Die Vereinsposition, das Angebote für Malli, sei bereits vor der Partie der 05er beim VfB Stuttgart fixiert gewesen. „Wir haben Yunus aber Zeit gegeben. Er sollte sich das Ganze in Ruhe überlegen. Weil wir einen Spieler haben wollten, der sich mit Haut und Haaren dieser Aufgabe hier verschriebt“, sagt Heidel. „Yunus hatte wirklich viele Möglichkeiten bei anderen Vereinen. Wir haben mehrere Gespräche geführt und dabei war Geld nicht das große Thema.“ Überzeugungsarbeit zu leisten, die Profis nicht unter Entscheidungsdruck zu setzen, glaubt Heidel, sei der richtige Weg gewesen. Das gelte auch für Baumgartlinger. „Für beide ist und war das eine wichtige Entscheidung, die Zeit brauchte.“ Ein Hinweis darauf, dass auch der Österreicher dieser Tage verlängert?

Die Vertragsverlängerung von Malli bezeichnet Heidel als eine „wichtige Verpflichtung in Richtung Entwicklung. Malli ist noch immer sehr jung, hat aber in dieser Saison einen Riesensprung nach vorne gemacht. Bei ihm ist sicherlich trotzdem noch viel Luft nach oben.“ Der Zehner, der sich mit seinem zweiten Vertrag am Bruchweg auch finanziell deutlich verbessert, war jedoch der erfolgreichste Torschütze in der Rückrunde, hat mit seinen sechs Treffern und seinen Torvorbereitungen großen Anteil am vorzeitigen Ligaverbleib der Mannschaft. Wenn Malli zwei solcher Halbserien spiele, sei er ein Top-Mann in der Bundesliga.  

Es wäre sicherlich schwer geworden und hätte viel Geld gekostet, einen Ersatz für den 23-Jährigen zu finden, der von vorneherein dasselbe Niveau garantiert hätte. „Und wir wissen, dass die Entwicklung von Yunus noch nicht am Ende ist“, sagt Heidel. „Seine Entwicklung zeigt deutlich nach oben. Er ist noch längst nicht an seinem Zenit angekommen. Da geht noch viel mehr.“  

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