Malli: Keine Freigabe vor dem Auftakt

Jörg Schneider. Mainz.
Dass Yunus Malli noch in dieser Winter-Transferperiode zu Borussia Dortmund wechselt, ist nach wie vor ein Thema. Allerdings nicht vor dem Rückrunden-Auftakt. „Fakt ist“, sagte Christian Heidel vor dem Bundesligaspiel des FSV Mainz 05 am Samstag (15.30 Uhr) beim FC Ingolstadt, „es gibt keine Freigabe für ihn.“ Der 23-Jährige werde zum Klub von Thomas Tuchel wechseln, falls sich alle Beteiligten darüber einigen könnten. Wenn nicht, dann bleibe Malli. Das habe nichts mit der Suche nach einem Ersatz zu tun, sagte der 05-Manager. „Wir können ihn nicht ersetzen.“

Das Thema Yunus Malli und dessen eventueller Wechsel zu Borussia Dortmund ist auch zwei Tage vor dem Rückrundenstart des FSV Mainz 05 akut – ohne allerdings, dass es neue Entwicklungen geben würde. Zumindest keine, die der Bundesligist öffentlich diskutiert. „Fakt ist“, sagte Christian Heidel in der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Auftaktspiel am Samstag (15.30 Uhr) beim FC Ingolstadt, „es gibt keine Freigabe für ihn. Yunus wird ganz normal am Samstag im Kader sein und spielen, falls der Trainer ihn aufstellt.“ Über den Stand der Verhandlungen mit dem BVB öffentlich zu sprechen, „das mache ich nicht“, sagte der 05-Manager.

Demnächst Teamkollegen? Yunus Malli und der Dortmunder Matthias Ginter. Noch aber hat der 05-Zehner keine Freigabe für einen Wechsel und wird am Samstag in Ingolstadt im Kader von Martin Schmidt stehen. Im Raum steht nach wie vor ein Wechsel des türkischen Nationalspielers zum Klub seines Ex-Trainers in dieser Winter-Transferperiode. Malli hat in seinem 05-Vertrag eine Ausstiegsklausel für den kommenden Sommer, die den 05ern eine Summe von rund 9,5 Millionen Euro garantieren würde. Der BVB soll dem Vernehmen nach bereit sein, den Mainzern den vorzeitigen Wechsel mit etwa 13 Millionen Euro an Ablöse schmackhaft zu machen. Der Mittelfeldspieler soll Gerüchten zu Folge mit den Dortmundern einig sein und einen unterschriftsreifen Viereinhalb-Jahres-Vertrag im Ruhrpott vorliegen haben.

„Dass dieses Interesse aus Dortmund da ist, ist klar“, sagte Heidel, „Quatsch ist aber, wer dabei alles noch im Kofferraum sitzen soll. Es gab darüber keine Gespräche.“ Ein Tausch mit Adrián Ramos oder ähnliche Koppelgeschäfte verwies der 52-Jährige in den Bereich der Fabel. „Die Transferfrist läuft ja noch einige Zeit. Warten wir‘s ab.“ Es gebe derzeit etliche Kriterien, die es zu überdenken gebe bei Mainz 05 und sicher auch bei Malli selbst. Die sportliche Planung des Klubs, das Geld, der Zeitpunkt und die Auswirkungen eines solchen Transfers für Mainz 05. „Wir müssen alles abwägen und entscheiden. Es spielt alles eine Rolle, und wir werden uns darüber Gedanken machen. Wenn alle drei, also wir, Malli und der BVB es wollen, wechselt er. Wenn eine der drei Parteien nein sagt, wechselt er nicht“, erklärte Heidel. Es sei aus Mainzer Sicht auch schwierig zu sagen, man gebe Malli ab, wenn man einen Ersatz für den torgefährlichen Zehner finde. „Wir können ihn nicht ersetzen. Wenn man liest, welche Summen geboten werden, so tief können wir nicht in die Tasche greifen. Zu glauben, wir geben Yunus ab und holen einen Top-Spieler, einen neuen Yunus, das wird nicht funktionieren. Das hat noch nie funktioniert.“

Heidel: Modell noch nicht entdeckt

Vor allem nicht im Winter, wenn die entsprechenden Kandidaten unter Vertrag stehen. „Wir möchten natürlich einen Spieler holen, der sofort wettkampffähig wäre in der Bundesliga, aber das ist nicht so einfach“, betonte Heidel, der deshalb auch nicht ausschließen will, dass es einen zweiten fall Shinji Okazaki geben könnte. Der japanische Stürmer war im vergangenen Winter von Leicester City umworben, musste aber aus sportlichen Gründen bleiben, um den Erfolg der Mannschaft nicht zu gefährden und wechselte dann im Sommer zum englischen Premiere-League-Klub.

Sehr gute Spieler in Mainz zu halten, sei schon auf lange Sicht ein Wunschgedanke, betonte der Manager. „Wenn mir einer das Modell erklärt, wie es geht, habe ich offene Ohren. Ich habe es aber noch nicht entdeckt. Alle Leistungsträger behalten, die alle auch irgendwie bezahlen zu können und unter den ersten acht zu spielen, wäre sicherlich eine Idee, die wir gerne umsetzen würden. Das ist in der Realität aber ganz schwierig. Ich muss alle enttäuschen, die glauben, dass sich die Philosophie des Vereins in den nächsten Jahren großartig verändern wird. Das wird nicht der Fall sein.“ Mainz 05 lebe davon, Spieler besser zu machen und sie dann mit einem erheblichen Mehrwehrwert zu verkaufen, um den Kader dann in der Breite wieder zu verstärken. „Das hat uns über Jahre dahin gebracht, wo wir jetzt stehen. Wir stehen da, obwohl die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Klubs nicht vergleichbar sind mit anderen Vereinen, die hinter uns stehen in der Tabelle. Die Umsetzung unserer Philosophie hat ja nicht so schlecht funktioniert. Da wird kurzfristig keine Änderung möglich sein“, so Heidel.

Man müsse sich vor Augen halten, wie viele Leistungsträger in den vergangenen Jahren ihre Verträge verlängerten. „Das sind doch ganz, ganz wenige. Nicht, weil wir nicht wollen, sondern weil wir nicht können. Leistungsträger bei Mainz 05, wenn man in diesen Tabellenregionen spielt, sind für andere Klubs interessant, und die können einfach besser bezahlen.“ Es gehe darum, das Gesamtgefüge dieses Kaders qualitativ zu verbessern. „Das geht aber nur, wenn man die eine oder andere Spitze abgibt. Das wird vermutlich noch eine Weile so bleiben. Irgendwann ist das Stadion bezahlt, dann bleiben mehr Einnahmen beim Klub. Die Idee ist, Schritt für Schritt auch das Gehaltsvolumen steigern zu können, um bessere Spieler nach Mainz zu bekommen und sie zu halten. Das ist aber nichts, was wir sofort ändern können, auch wenn hohe Transfererträge beim Verein ankommen“, erklärte der 05-Manager.    

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