Malli: 05er haben nun den Daumen drauf

Jörg Schneider. Saint-Vincent.
Im Moment sieht alles danach aus, als sollte ein Transfer von Yunus Malli auch in diesem Sommer kein Thema sein. Am Sonntagabend ist die Frist abgelaufen, die es dem 24-Jährigen ermöglicht hätte, vorzeitig für eine festgeschriebene Ablösesumme - die Rede war von rund zehn Millionen Euro - den FSV Mainz 05 zu verlassen. Das bestätigte Rouven Schröder im Trainingslager des Bundesligisten in Saint-Vincent. „Im Endeffekt ist es schön, dass wir wie bei allen jetzt auch in diesem Fall wieder den Hebel in der Hand halten“, sagt der 05-Sportdirektor. Trainer Martin Schmidt geht ohnehin nach wie vor fest davon aus, dass Malli ein Teil des Teams bleibt.

Die Frist, in der die Ausstiegsklausel gegriffen hätte, hat Yunus Malli verstreichen lassen. Im Moment sieht alles danach aus, als sollte der Zehner bei den 05ern bleiben. Foto: ImagoEin wichtiger Termin im Trainingslager des FSV Mainz 05 in Saint-Vincent ist verstrichen, ohne dass etwas passiert wäre: Ab sofort hat der Bundesligist wieder den Daumen drauf und alles selbst in der Hand in Sachen eines möglichen Veränderungswunsches von Yunus Malli. Am Sonntagabend ist die Frist abgelaufen, innerhalb der die Ausstiegsklausel gegriffen hätte. Wie Rouven Schröder im Aostatal bestätigte, ist damit die Zeit abgelaufen, in der türkische Nationalspieler für eine festgeschriebene Summe vorzeitig aus seinem bis 2018 laufenden Vertrag am Bruchweg herausgekommen wäre. Die Rede war immer von rund zehn Millionen Euro, die Malli dem Verein gebracht hätte, wenn er die 05er vor dem 1. August verlassen hätte.

„Im Endeffekt ist es schön, dass wir wie bei allen jetzt auch in diesem Fall wieder den Hebel in der Hand halten“, sagt der 05-Sportdirektor. „Man muss jetzt einfach sehen, wie sich die nächsten Wochen entwickeln. Bisher war da nicht viel. Da wurde vieles heiß gekocht, was nicht heiß gekocht werden musste“, so der 40-Jährige. Im Grunde genommen muss ein Interesse an dem Mainzer Zehner aus England kommen, wenn noch ein Transfer über die Bühne gehen soll. „Ein unmoralisches Angebot“, wie Martin Schmidt es einmal ausgedrückt hat. „Ich sehe da aber noch nichts. Wenn man sich die Transfers so anschaut, dann sind die alle in der ganz obersten Kategorie“, erklärt Schröder. Wenn in der letzten August-Woche, als knapp vor Toresschluss der Transferperiode, doch noch eine Anfrage für den 24-Jährigen kommen sollte, „dann ist es schön, wenn du einfach die Hand  drauf hast und entscheiden kannst, ob du es machst.“

Im Prinzip könnte ein Angebot für Malli jetzt wohl auch nur dann kommen, wenn irgendwo bei einem Klub ein Engpass auftreten, dieser Verein dringend genau dieses Profil für eine Position benötigen würde. Denn warum sollte sonst ein Profi-Manager irgendwo die Frist verstreichen lassen, in der er den Spieler für eine festgesetzte Summe kriegen kann, um danach die Ablösesumme mit den 05ern frei und dann sicherlich teurer verhandeln zu müssen. „Vielleicht gab und gibt es ja auch Möglichkeiten, die den Spieler selbst nicht reizen und er lieber hier bleibt, wo er seinen Stellenwert hat. Wir wissen jedenfalls erst einmal, dass Yunus zu uns gehört“, betont der 05-Sportdirektor.

Sollte kurzfristig dennoch eine Nachfrage nach dem Zehner aufkommen, möglicherweise kurz vor dem Saisonstart, dann hängt die Entscheidung darüber, ob man den Spieler wirklich ziehen lässt, vor allem davon ab, welchen Ersatz man auf die Schnelle für welches Geld kriegt. Denn ein Profi, der wie Malli immer in einem einzigen Augenblick eine Aktion haben kann, um ein Spiel zu entscheiden mit dem genau getimten Pass in die Spitze oder durch einen eigenen Antritt mit dem entsprechenden Abschluss, der wird von vielen gesucht und kostet eine Menge Geld. „Yunus hat diese Genialität. Er kann mit einer Aktion alles entscheiden. Das musst du auch als Verantwortlicher bei uns immer im Auge haben. Das sind die Momente, wenn da der richtige Scout im Stadion sitzt, das sieht und denkt, wenn er diesen Ball bei uns spielen würde, dann geht ein Transfer über die Bühne.“

Schmidt hat das Thema ohnehin nicht belastet. Die Arbeit des 05-Trainers mit Malli, die Belastungssteuerung des Profis, der nach der EM später eingestiegen ist, läuft genauso ab, wie mit dem jedem anderen Kadermitglied. „Ich wusste bis vor ein paar Tagen nicht einmal, dass am Sonntag diese Frist endet“, sagt der 49-Jährige. „Ich wusste aber, dass kein Angebot und keine Anfrage für Yunus da ist. Der Markt ist momentan so ruhig. Wenn da was wäre, wüssten wir das sicher schon länger. Das Thema ist einfach keines. Da bin ich beruhigt.“ Er habe keinerlei Angst, sagt Schmidt, dass Malli gehe. Er rechne vielmehr fest mit dem Leistungsträger und baue auf den 24-Jährigen.    

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