Málaga für Jairo, Stracciatella für Curci

Jörg Schneider. Mainz.
Ungewöhnliche Methoden beim FSV Mainz 05: Die Verlierer des abschließenden Trainingsspiels der Vormittagseinheit mussten zur Strafe vom Platz aus in voller Trainingsmontur zum King-Park rüber marschieren und portionsweise Eis für das komplette Team kaufen. Entsprechend motiviert und kämpferisch waren die Mainzer Profis zuvor ihrer Arbeit nachgegangen. Die Möglichkeit in Abwesenheit der Nationalspieler ihre Optionen im Kader zu verbessern, treibt die 05er aber vor allem an in dieser Länderspielpause.

Die einen hatten ihren Spaß und feixten lautstark, die anderen traten merklich angefressen ihre verdiente Strafe an. Niko Bungert führte das Trüppchen schlecht gelaunter Fußballer in voller Trainingsmontur und mit den Fußballschuhen noch an den Füßen direkt vom Rasenplatz am Bruchweg durchs Seitentor des Stadions, rüber über die Straße zum King-Park. Die Verlierer des abschließenden, heiß umkämpften Trainingsspiels fügten sich in ihr Schicksal und machten sich relativ missmutig auf den Weg, um für das komplette Team des FSV Mainz 05, inklusive Trainerstab und Funktionspersonal, als Strafe für die Niederlage Eisportionen einzukaufen. Pressesprecher Tobias Sparwasser streckte großzügig das Geld vor.

Maximilian Beister (am Ball) ist wieder topfit und bereit für einen Bundesliga-Einsatz. Foto: Jörg SchneiderMartin Schmidt hat sich etwas einfallen lassen, um seinen Kader bei Laune zu halten beziehungsweise zu besonderen Leistungen zu animieren. Der 05-Trainer hat am Mittwoch mit seiner Trainingsgruppe eine auch für die wenigen Beobachter am Bruchweg eine höchst interessante, fast zweistündige Einheit auf den Platz gebracht, mit Spielformen auf hohem technischen und kämpferischen Niveau. Dass da ein reduzierter Bundesligakader mit einer Menge Talenten aus der eigenen U23 auf dem Rasen arbeitete, tat der Qualität des Ganzen keinen Abbruch. Da stellte sich eine motivierte und konzentrierte Gruppe den Aufgaben mit viel Spaß und großem Einsatz. Die Möglichkeit in Abwesenheit der Nationalspieler seine Optionen im Kader zu verbessern, treibt die 05-Profis offenbar an in dieser Länderspielpause. Nicht nur wegen der Portion Eis als Belohnung.

Yunus Malli war nicht im Teamtraining. Der Torjäger spulte ein Extra-Programm mit ein paar Laufeinheiten ab. Auch Jhon Cordoba fehlt noch immer. Der Neuzugang, der aufgrund muskulärer Probleme bisher wenig Trainingszeit mit seiner neuen Mannschaft hatte, soll Ende der Woche einsteigen, ist aber für das Testspiel am Freitag (15 Uhr) gegen den Zweitligisten FSV Frankfurt noch kein Thema. „Jhon trainiert am Laufband und mit dem Reha-Coach. Er kriegt einen grundsoliden Aufbau“, sagt der 05-Trainer. „Bei ihm handelt es nicht um eine normale muskuläre Verletzung. Das sind zwei, drei alte Verletzungen und Vernarbungen im Muskel, die jede Belastung bremsen. Der Muskel ist an diesem Ort nicht dehnbar. Das muss gelöst und erst geschmeidig werden. Wenn nicht der ganze Strang belastbar ist, dann wird’s am engsten Teil ziehen und reißen. Er muss deshalb ganz in Ruhe auf unsere Voraussetzungen aufgebaut werden“, erklärt Schmidt.

Auch Innenverteidiger-Zugang Henrique Sereno ist noch nicht wieder auf den Trainingsplatz zurückgekehrt. Der Portugiese, so Schmidt, habe keine Vorbereitung gehabt und zuvor wenig gespielt. „Er macht seit zwei Wochen das, was man sonst im Sommer macht. Er wird in zwei, drei Wochen soweit sein.“ Vollkommen wiederhergestellt und bereit für die Bundesliga ist Maximilian Beister. Das unterstrich der Außenstürmer auch wieder im Vormittagstraining. „Seit letzten Dienstag ist bei ihm etwas passiert“, hat Schmidt bemerkt. „Maxi hat keine Angst mehr, geht in die Zweikämpfe richtig rein, hat wieder Tempo und ist im Moment auf einem sehr guten Weg, unsere Optionen auf der Außenbahn zu vergrößern.“

Er habe von Anfang an davon geträumt, auf den Außenbahnen personell doppelt besetzt zu sein, betont der Schweizer. „Jetzt geht’s langsam auch bei Beister in die richtige Richtung. Das Testspiel gegen den FSV wird ein wichtiger Gradmesser für ihn sein.“ Viel Geduld braucht dagegen Fabian Frei, der sich vor Wochen mit einem Sehnenteilriss im rechten Oberschenkel aus dem Bundesliga-Geschehen verabschieden musste. Der Schweizer Nationalspieler ist längst noch nicht wieder in Reichweite des Mannschaftstrainings. „Alles geht so, wie angedacht. Doch es ist eine schwierige Verletzung“, weiß Schmidt. „Die Sehne hält, die Belastung muss aber ganz allmählich und vorsichtig gesteigert werden. Wenn du einen Schritt zu viel machst, können  die letzten  Wochen für die Katz gewesen sein.“ Bei Frei müsse genau darauf geachtet werden, dass er keinen Tag zu früh beginne, sonst sei die Gefahr eines Rückschlages groß. Er ist jetzt sechs Wochen raus. Ich denke, es wird noch einmal sechs Wochen dauern, bis er wieder spielen kann.“

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