Lotto-Loge: Häppchen und ein weiter Blick

Irmela Heß. Mainz.
Verlockende Häppchen und Happen, Getränke in freier Auswahl, ein grandioser Blick übers Spielfeld – und alles kostenlos: An jedem Heimspieltag kann das eine andere Gruppe genießen. In der Lotto-Loge der Coface-Arena, dritter Stock, hoch oben unterm Dach, sind dann Menschen zu Gast, die – beruflich oder in ihrer Freizeit – anderen Menschen Gutes tun, oder denen zwei, drei entspannte Stunden in besonderer Atmosphäre gut tun.

Geschäftsführer Jürgen Häfner, Prokurist Dirk Martin und Magnus Schneider, der Vorstands-Vorsitzende der Lotto-Stiftung (von links) begrüßen die Gäste in der Lotto-Loge und moderieren in lockerer Atmosphäre. Foto: Irmela Heß. Lotto Rheinland-Pfalz  ist dem Sport verbunden. Denn das Glücksspiel-Unternehmen wurde 1948 von den drei Sportbünden Rheinland, Pfalz und Rheinhessen gegründet, um, so ist es auf der Homepage zu lesen, „dem rheinland-pfälzischen Sport nach Kriegsende wieder auf die Beine zu helfen“. Heute ist  das Land mit 52 Prozent Hauptgesellschafter, die Sportverbände teilen sich die restlichen 48 Prozent.

Die Lotto-Loge in der Coface-Arena ist die größte Loge im Stadion. Rund 85 Menschen genießen von hier oben Heimspieltag für Heimspieltag den Blick auf das Geschehen auf dem Spielfeld. „Etwa die Hälfte kommen aus caritativen Einrichtungen oder gehören zu sozialen Gruppen, die sich uns Gemeinwohl verdient gemacht haben, die anderen Gäste sind Vertreter der Sportverbände“, erklärt Geschäftsführer Jürgen Häfner. „Entweder wir suchen uns eine Gruppe oder einen Verein aus, oder wir bekommen einen Hinweis, dass diese oder jene Organisation einmal eine Anerkennung verdient hat. Manchmal verlosen wir auch Karten.“

Gegen 14 Uhr geht es los. Dann gibt es warme und kalte, kleine und große Speisen. Vorne am großen Tisch sitzen die „Ehrengäste“ und genießen unter anderem auch Brezel und Spundekäs‘. Manchmal schaut 05-Präsident Harald Strutz oder Stadionsprecher Klaus Hafner vorbei, in jedem Fall kommt aber in der Halbzeitpause ein Spieler zu Besuch. Wenn dann unten die Mannschaften einlaufen, wird es leer in dem Raum, die Gäste nehmen ihre Plätze auf den bequemen Sitzen ein, zum Aufwärmen gibt’s eine rote 05-Decke auf die Oberschenkel. Wem dann immer noch kalt ist, kann sich zwischendurch einen warmen Tee oder Kaffee holen – oder greift zu, wenn eine der zahlreichen Servicekräfte Becher mit Glühwein anbieten. Wie bei den Essens- und Getränkeständen im ganzen Stadion ist auch in der Lotto-Loge Gauls Catering für die Verpflegung zuständig.   

Drei Fragen an Jürgen Häfner

  1. Warum gibt es die Lotto-Loge in der Coface-Arena?

Häfner: Wir haben seit über 20 Jahren einen guten Draht zur Führung von Mainz 05. Und wir sind mit dem Verein durch einen Sponsoringvertrag verbunden. Das ist ein ganzes Paket aus Leistungen und Gegenleistungen, zu dem die Tribünenwerbung und auch die Loge samt Bewirtung gehören. Wir haben übrigens auch eine Loge auf dem Betzenberg in Kaiserslautern.

  1. Und Sie sind selber an jedem Heimspieltag hier?  

Häfner: Ja, ich begrüße gerne gemeinsam mit Prokurist Dirk Martin und Magnus Schneider, Vorstandsvorsitzender der Lotto-Stiftung, die Gäste. Und ich bin Fan von Mainz 05 wie von allen anderen von uns geförderten rheinland-pfälzischen Sportvereinen und genieße es, von hier oben das Spiel zu schauen. Außerdem nutze ich den Termin zur Kontaktpflege.  

  1. Was gefällt Ihnen besonders?

Häfner: Es ist ein tolles Gefühl, wenn ich zum Beispiel erlebe, wie krebskranke Kinder hier gemeinsam mit ihren Eltern und Ärzten zwei bis drei glückliche Stunden genießen. Und es gefällt mir, mit den Menschen in Kontakt zu kommen, auch mit unserem Ehrengast, der regelmäßig zum Spiel gegen Bayern München kommt: Kardinal Karl Lehmann. Was wir hier machen, ist einfach eine schöne Sache.

Lotto Rheinland-Pfalz will durch verschiedene Tipp-Angebote wie „6 aus 49“, „Toto-Wetten“ oder „Glücksspirale“ nicht nur Geld einnehmen, sondern das Glücksspiel in geordnete Bahnen lenken. Das Unternehmen mit Sitz in Koblenz, das rund 6000 Arbeitsplätze sichert, ist laut Satzung verpflichtet, sich kulturell, im Sport und sozial zu engagieren. Von dem Jahresumsatz in Höhe von rund 370 Millionen Euro wird rund die Hälfte wieder als Gewinne an die Spieler ausgeschüttet, von der anderen Hälfte gehen Steuern und Abgaben ans Land, werden Personal- und Sachkosten sowie die rund 1000 Annahmestellen im Land bezahlt.

 Laut Homepage werden „hohe Anteile von fast bis zu 40 Prozent für wichtige gesellschaftliche Anliegen eingesetzt, die allen Bürgern vom Rheinland-Pfalz zugute kommen“. Dazu gehört auch die Sportförderung durch 60 Sponsoringverträge mit Fußballmannschaften verschiedener Klassen und 40 Sponsoring-Verträge mit Sportlern oder Mannschaften olympischer Sportarten. Unterstützt werden unter anderem auch Projekte der Denkmalpflege, die Wohlfahrtspflege, die Stiftung Natur und Umwelt, der Landessportbund und die Sporthilfe.

Seit 2007 gibt es zusätzlich die Lotto-Stiftung, die ebenfalls Projekte unterstützt (dieses ohne Gegenleistung). Sie erhält rund 1,4 Millionen Euro von Lotto Rheinland-Pfalz und sammelt zusätzlich Spenden, in diesem Jahr werden davon (in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe) behinderte Kinder in Rheinland-Pfalz unterstützt. Das Ergebnis Ende November: rund 170.000 Euro.  

Ist das Spiel vorbei, leeren sich die zwei Sitzreihen vor der Loge, und auch innen wird schon langsam aufgeräumt. Manch ein Besucher trinkt noch einen Schluck (Sekt oder Selters, Cola oder Kaffee je nach Spielausgang und Temperatur) und greift sich noch ein süßes Stückchen oder eine übrig gebliebene Brezel. Dann nimmt er den Aufzug ins Erdgeschoss und denkt gern an den Nachmittag zurück.

 

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