Keine Experimente

Christian Karn. Mainz.
Durchaus mit Erfolg hat der FSV Mainz 05 die erste Hälfte der Saison 2015/16 abgeschlossen. Zwar verfehlten die 05er mit dem Fiasko von Berlin das zweitbeste Hinrundenresultat ihrer Bundesligazeit, dennoch sind sie als Tabellenachter mal wieder gut im Geschäft. Das liegt auch daran, dass sie die Abgänge von Schlüsselspielern bemerkenswert problemlos wegstecken konnten. Wie das gelungen ist, zeigen wir in Kooperation mit www.fsv05.de in einer Infografik, die die verschiedenen Aufstellungen der vergangenen 17 Spieltage in einer zusammenstellt. In dieser können Sie den Weg jedes einzelnen Spielers durch die Hinrunde verfolgen.

Viel Geld hat der FSV Mainz 05 im Sommer eingenommen durch die Verkäufe von Schlüsselspielern. Johannes Geis ging nach Schalke und ist dort Stammkraft, Shinji Okazaki wechselte nach Leicester, kommt häufig nur von der Bank, war aber lange Tabellenführer der Premier League. Joo-Ho Park ergänzt die linke Abwehrseite seines Ex-Trainers Thomas Tuchel in Dortmund und wenn er auch in Mainz nie die erhoffte Rolle gespielt hat, war auch Ja-Cheol Koo, der sich wieder dem FC Augsburg anschloss, oft eine wertvolle und torgefährliche Option im Mittelfeld. Rund 30 Millionen Euro sollen den neuen Klubs allein diese vier Spieler wert gewesen sein, Löcher in den Kader haben sie freilich gerissen.

Viel Geld ausgegeben haben die 05er nicht. Die Hälfte der Neuzugänge kostete gar keine Ablöse, auch der Teuerste weit unter fünf Millionen. Durchgesetzt hat sich in der Hinrunde kaum einer. Yoshinori Muto ist Stammspieler als Nachfolger von Shinji Okazaki, Fabian Frei verletzte sich früh schwer und wurde im defensiven Mittelfeld sofort auf ordentlichem Niveau ersetzt durch den Bundesliga-Rückkehrer Danny Latza. Leon Balogun war ein ernstzunehmender Konkurrent für Rechtsverteidiger Daniel Brosinski, bis er sich ebenfalls verletzte.

Trotzdem sind die 05er Achter der Bundesliga. Das zeigt die Qualität derer, die aus dem letztjährigen Kader geblieben sind, das zeigt aber auch, wie wichtig es war, dass die 05er bis auf Frei und Balogun kaum eine längere Verletzung zu beklagen hatten. Martin Schmidt verzichtete weitgehend auf Experimente, baute in der Regel auf eine feste Stammelf, in die es, wenn nicht durch kurze Ausfälle weitere Umbauten nötig waren, nur drei Mann hin und wieder ihren Weg gefunden haben: Christoph Moritz hatte anfangs Chancen gegen Latza, Balogun wie erwähnt gegen Brosinski, und für die zwei offensiven Flügelpositionen gab es mit Pablo de Blasis, Christian Clemens und Jairo Samperio drei Kandidaten. Florian Niederlechner (ein Spiel in der Startelf), Gonzalo Jara (vier), Alexander Hack (zwei) kamen dagegen nur ins Team, wenn sich ungeplante Lücken auftaten, ab dem Ende der Transferperiode kam Schmidt mit gerade mal 16 Startspielern aus; das erkennt man in der Infografik, in der wir zusammengestellt haben, wer wann auf welcher Position gespielt hat. 

26 Spieler standen in den zurückliegenden 17 Partien im Spieltagskader. Darunter drei, die keine Minute gespielt haben, und einer, der immer in der Startelf stand. Wir haben diese Spieler wie bereits in der vergangenen Saison in fünf Gruppen aufgeteilt: Torhüter, Verteidiger, Stürmer - und zwei Mittelfeldgruppen, nämlich Aufbauspieler wie Baumgartlinger oder Latza sowie Offensivspieler wie Malli, aber auch die Außenstürmer Jairo und de Blasis. Wir haben zusammengestellt, wer an welchem Spieltag von Anfang an spielte, eingewechselt wurde, Ersatzspieler oder verletzt war - wer ausgewechselt wurde, spielte für uns dabei keine Rolle.

In den Spalten sehen Sie die 17 Spiele. Zeilenweise haben wir die Positionen aufgeführt, wobei jede Linie - durchgezogen, geteilt oder gepunktet - einem Spieler entspricht. So können Sie den Weg aller 26 Mann, die es in den Kader geschafft haben, durch die Hinrunde und mitunter von Position zu Position genau verfolgen. 

Öffnen Sie mit einem Klick auf die Grafik eine größere Darstellung.

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