Kein Lössl, kein Muto, wenig Malli

Christian Karn. Mainz.
Weitgehend ohne Mainzer begann die erste Länderspielpause der jungen Saison. Dänemark schlug Liechtenstein ohne Jonas Lössl 5:0, Japan unterlag den Vereinigten Arabischen Emiraten ohne Yoshinori Muto 1:2. Lediglich Yunus Malli kam beim 0:0 der Türkei gegen Russland zu einem halbstündigen Einsatz. Weiter geht's morgen mit den Qualifikationsspielen zur U21-EM. Drei Mainzer stehen in den Aufgeboten Deutschlands und Frankreichs, vier weitere im Kader der U19 beim Freundschaftsspiel gegen Russland.

Alle Termine

Mi., 31.8.
20.00: DEN - LIE 5:0
20.15: TUR - RUS 0:0

Do., 1.9.
12.35: JPN - UAE 1:2
16.30: 05 - SVS

Fr., 2.9.
18.00: U19 - RUS
18.15: U21 - SVK
21.00: UKR - FRA U21

Sa., 3.9.
18.00: NGR - TAN

So., 4.9.
18.00: DEN - ARM

Mo., 5.9.
18.00: GEO - AUT
20.45: CRO  - TUR
20.45: FIN - KOS

Di., 6.9.
14.15: THA - JPN
18.00: FIN - U21
18.00: U19 - NED
18.45: FRA U21 - ISL
20.45: SUI - POR

Fr., 9.9.
19.00: U17 - NED

So., 11.9.
16.00: U17 - ITA

Di., 13.9.
11.00: U17 - ISR

Für Yoshinori Muto begann am Donnerstag die dritte Phase der asiatischen WM-Qualifikation unbefriedigend. Der Offensivspieler des FSV Mainz 05 stand zwar im Kader der japanischen Nationalmannschaft fürs Spiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, wurde aber nicht eingesetzt. Schlimmer noch: Die Japaner ließen sich überrumpeln, verloren zum Auftakt 1:2. Viel schlimmer noch: Ein reguläres Tor - es wäre das 2:2 gewesen - fand dabei keine Anerkennung.

Offenbar werden die Emirate ein Angstgegner der nominell besten asiatischen Mannschaft. Bereits vor eineinhalb Jahren bei der Asienmeisterschaft schied der hohe Favorit im Viertelfinale gegen den gleichen Gegner aus, trotz hoher Überlegenheit und 32:3 Torschüssen in 93 Minuten hatte es nur für ein 1:1 nach Verlängerung gereicht und im Elfmeterschießen vergaben die Topstars Keisuke Honda und Shinji Kagawa ihre Versuche.

Diesmal lief es für die Japaner zunächst besser. In der elften Minute brachte der AC-Milan-Stürmer Honda die Ostasiaten in Führung; sein Kopfball-Aufsetzer nach einer Freistoßflanke vom Hiroshi Kiyotake (Sevilla FC) kam fein aufs kurze Eck und der Torwart war nicht rechtzeitig zurück, um den Ball um den Pfosten zu lenken. Shinji Okazaki, der Ex-Mainzer, hatte zwei kleinere Möglichkeiten zum 2:0, dann fiel schon der Ausgleich: Wieder war's ein Freistoß, diesmal direkt geschossen vom Mittelstürmer Ahmed Khalil (Al-Ahli Dubai), nicht platziert genug, um unhaltbar zu sein; trotzdem flutschte der Ball über die Hand des Torwarts ins Netz (20.).

Und man erkannte es schon wieder, das leidliche alte Problem Japans unter Trainer Vahid Halilhodzic. Schematisch sah es gut aus, aber gegen das Vorhandensein einer Abwehr fanden die Japaner keine wirksamen Mittel. Sie vom Strafraum fernzuhalten, war schwierig. Ihnen im und am Strafraum im Weg zu stehen, das ist seit Monaten auch für nominell unterlegene Mannschaften sehr leicht. Und hinten ist Japan immer mal anfällig. Der Torjäger Ali Ahmed Mabkhout Mohsen Omaran Alhajeri, bei der Asien-Meisterschaft schon einer der auffälligsten Spieler des Turniers, hatte die eine oder andere Torchance. Zur Halbzeit hätten die Araber führen können.

Die zweite Hälfte begann mit einer druckvollen Offensive der Japaner, mit Chancen für den Debütanten Ryota Oshima (Kawasaki Frontale), der eine aus dem Strafraum geköpfte Flanke volley auf den rechten oberen Winkel knallte - Torwart Khalid Eisa (Al-Ain FC) flog und parierte (50.). Für den Innenverteidiger Masato Morishige vom FC Tokyo, der frei vor dem Tor stand, aber ungünstig zum Ball, die Kopfballverlängerung nur über die Hacke streifen lassen konnte (51.) und gleich darauf mit der gleichen Körperhaltung vor dem eigenen Tor klärte.

Aber die Herrlichkeit war schnell vorbei. Oshima leistete sich einen schlimmen Fehler am eigenen Strafraum, die Araber waren zwar nicht kaltblütig genug, zogen nicht direkt aufs Tor, bekamen aber trotzdem die größte Chance von allen: Die Japaner stellten zwar alles zu, schafften es aber nicht, ihre Gegner aus dem Strafraum zu drücken. Ismail Al Hammadi von Al-Ahli, der nicht nur Jhon Córdobas Rückennummer trug, sondern dem Mainzer Mittelstürmer auch bemerkenswert ähnlich sieht, nahm es mit drei Mann gleichzeitig auf, verlor den Ball, eroberte ihn zurück, wurde von Oshima gefoult und Khalil schnickte den Elfmeter halbhoch in die Mitte des Tors zur Führung (53.).

Und es ist nicht so, als wäre Japan daraufhin eingebrochen. Und es ist auch nicht so, als wären ihre Chancen ungefährlich gewesen. Kiyotake wollte sein Tor zu kunstvoll schießen und schoss es gar nicht (55.), Eisa lenkte Okazakis Kopfball an die Latte (59.), Okazaki hätte einen Elfmeter bekommen können (63.). Die Japaner zwangen die Araber in die Verteidigung, aber zu oft fehlte die Präzision, wenn es an den Strafraum ging. Bis dorthin war es ein schnelles, ordentliches Spiel von Mutos Kollegen, aber vorne kamen sie oft nicht an, verloren sie Bälle, spielten sie ins Leere.

Und hatten sie schließlich Pech mit dem bis dahin etwas hektischen, aber aufmerksamen Schiedsrichter. Im Rückwärtsfallen holte Eisa den Kopfball des neuen Stuttgarters Takuma Asano von der Linie (77.). Den Nachschuss von Kagawa - ohnehin aus Abseitsposition - blockte die Abwehr. Aber die Zeitlupe bestätigte den dringenden Verdacht: Der Ball war ganz schön weit über der Linie, der Torwart ganz schön weit dahinter, zu weit. Es war ein reguläres Tor, aber die Japaner bekamen es nicht, die Schiedsrichter hatten es nicht erkannt.

Und die Brechstange kam raus. Eisa machte einen Fehler gegen Honda und rettete selbst gegen den Star der Japaner (82.). Der Torwart war mutig, klebte nicht an seiner Linie fest, warf sich den Angreifern entgegen, stürzte sich in jedes Getümmel, stopfte die großen Löcher, die die Japaner mit ihren Flugbällen über die erstaunlich hoch stehende Abwehr rissen. Spielten sich die Favoriten vorne fest, verteidigten die Araber intelligent, sie schlugen nicht jeden Ball einfach weg, sie kombinierten sich aus ihrem Strafraum, verschwendeten so geschickt Zeit. Und brachten den Japanern so nicht nur die ersten beiden Gegentore im neunten Qualifikationsspiel bei, sondern auch die Auftaktniederlage in der dritten Qualifikationsphase.

Testspiele in Europa

Yunus Malli - hier beim EM-Spiel gegen Spanien - spielte gegen Russland ab der 62. Minute und hatte eine Torchance. Foto: imagoDänemark schlug bereits am Vorabend Liechtenstein durch Tore des ehemaligen Bundesligaspielers Nicolai Jörgensen (Feyenoord, zwei Treffer), Andreas Cornelius (FC Kopenhagen), Viktor Fischer (Middlesbrough FC) und Jens Stryger Larsen (Austria Wien) etwas höher als gewohnt, nicht 4:0 wie bei den vorherigen beiden Begegnungen vor knapp zehn Jahren, sondern 5:0. 05-Torwart Jonas Lössl hatte sich Hoffnungen auf einen Einsatz machen können, weil Stammkeeper Kasper Schmeichel (Leicester City) nach einer Leisten-OP fehlte, blieb aber auf der Bank. Statt dessen kam der junge Frederik Rönnow (Bröndby) zu seinem ersten Länderspiel. Schmeichel könnte bereits am Sonntag im Qualifikationsspiel gegen Armenien wieder dabei sein.

Weitgehend ereignislos war das 0:0 der Türkei im Testspiel gegen Russland. Die Türken hatten erhebliche Abwehrprobleme, aber mit Volkan Babacan (Istanbul Basaksehir) einen aufmerksamen, mitspielenden Torwart. Der 05er Yunus Malli kam in der 62. Minute für Cenk Tosun (Besiktas) ins Spiel, hatte eine frühe Torchance, das interessanteste am Spiel war aber noch, dass die Türken die "Hú"-Rufe kopierten, die die Isländer bei der Europameisterschaft so populär gemacht hatten.

Für die Mainzer Nationalspieler geht es morgen mit drei Nachwuchsspielen weiter: Um 18 Uhr spielt die U19 ein Testspiel gegen Russland, mit Torwart Finn Dahmen, Innenverteidiger Fabian Grau, Rechtsaußen Joel Richter und Allrounder Bote Baku stehen vier Mainzer im Kader. Um 18.15 Uhr spielt die U21 gegen die Slowakei, dabei dürfte der 05-Neuzugang Levin Öztunali bessere Einsatzchancen haben als der Ersatztorwart Jannik Huth. Um 21 Uhr schließlich beginnt das U21-Spiel zwischen Frankreich und der Ukraine, bei dem Jean-Philippe Gbamin mitspielen könnte.

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