Im DFB-Pokal zum Lüneburger SK

Jörg Schneider. Mainz.
Lüneburger SK Hansa heißt der Gegner des FSV Mainz 05 in der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal. Die Auslosung am Sonntag bescherte dem Bundesligisten den Regionalligisten aus dem Norden, der aktuell keinen Trainer hat und auch kein eigenes Stadion. „Wir wissen aus eigener Erfahrung um die speziellen Gesetze der Pokalspiele und werden uns in der Spielvorbereitung mit allem Respekt und aller Konzentration diesem Gegner widmen, um unserer Favoritenrolle gerecht zu werden“, sagt Sportdirektor Rouven Schröder, der im Moment auf der Suche nach Kader-Verstärkungen ist und von intensiven, aber schwierigen Gesprächen spricht.

Dank an den Torhüter: Jonas Lössl sicherte den 05ern vor einem Jahr im Elfmeterschießen das Weiterkommen beim Regionalligisten in Unterhaching. Jetzt nehmen die Mainzer einen neuen Anlauf im Pokal - beim Regionalligisten Lüneburger SK. Foto: ImagoEs hätte schlimmer kommen können, aber was heißt  das schon im DFB-Pokal. Vor allem wenn es um die Profis des FSV Mainz 05 geht, die sich in der Vergangenheit gerne schon mal am Rande einer Blamage und manchmal auch darüber bewegten in dieser ersten Runde bei unterklassigen Gegnern. Im vergangenen Jahr gelang der Mannschaft beim Regionalligisten SpVgg Unterhaching erst im Elfmeterschießen das Weiterkommen. In der zweiten Runde war dann aber schon Schluss bei der SpVgg Greuther Fürth. Nun nimmt der Bundesligist den nächsten Anlauf im Pokal-Wettbewerb. Und wieder geht es zu einem Regionalligaverein. Ex-Profi Sebastian Kehl hat den 05ern am Sonntag im Dortmunder Fußballmuseum den Lüneburger SK Hansa zugelost. Ein Klub, gegen den noch nie ein 05-Team gespielt hat, der in der abgelaufenen Saison Platz 13 in der Regionalliga Nord belegte und sich als Teilnehmer des Niedersachsen-Pokalfinales trotz einer 0:1-Niederlöage gegen den VfL Osnabrück für die erste Hauptrunde qualifizierte. Und ein Klub, der auf Trainersuche ist, denn der aktuelle Coach Elard Ostermann hat nach fünfjähriger Arbeit beim LSK seinen Vertrag nicht verlängert.

Gespielt wird am zweiten August-Wochenende (11. bis 14. 8.). Die zeitgenaue Ansetzung der Spiele erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Offen ist allerdings, wo die Partie angepfiffen wird. Der LSK hat kein eigenes Stadion, trägt seine Meisterschaftsspiele im Nachbarort Bardowick aus und muss möglicherweise in ein anderes Stadion ausweichen. „Für Mainz 05 ist dies der erste Kontakt mit dem Lüneburger SK. Wir wissen aus eigener Erfahrung um die speziellen Gesetze der Pokalspiele und werden uns in der Spielvorbereitung mit allem Respekt und aller Konzentration diesem Gegner widmen, um unserer Favoritenrolle gerecht zu werden. Für unsere Fans ist es zwar ein weit entferntes, aber dennoch attraktives Reiseziel“, lautete der erste Kommentar von Rouven Schröder.

Der Sportdirektor ist ansonsten derzeit fast ständig unterwegs in Sachen Kaderplanung. „Im Moment ist es sehr intensiv“, sagt der 41-Jährige, „wir bemühen uns, wir sichten, bewerten, sprechen viel und gehen allen Dingen nach.“ Viel mehr möchte Schröder im Augenblick nicht sagen zum Stand der Planungen für die neue Spielzeit. „Unser aktueller Kader ist gut und konkurrenzfähig, trotzdem sind wir dabei Verstärkungen zu finden, aber wir müssen sehr sorgfältig hingucken.“ Denn die potenziellen Neuzugänge, um die sich Schröder bemüht, sind auch auf dem Zettel anderer Bundesligaklubs. „Mainz 05 hat sich entwickelt. Wir suchen heute Spieler, die eine Etage höher angesiedelt sind und haben da viel Konkurrenz. Trotzdem sind wir in der Budget-Tabelle weit unten angesiedelt. Es ist schwierig, denn drei, vier Spieler, die uns interessieren, sind auch bei anderen  Vereinen im Gespräch“, sagt der Sportdirektor. „Die bearbeiten wir aber trotzdem.“

Schröder steht im ständigen Kontakt mit Sandro Schwarz. Der neue Trainer hätte natürlich gerne zum Trainingsauftakt am Montag, 3. Juli seinen Kader komplett. „Aber das gelingt in den seltensten Fällen“, sagt Schröder. Die Transferperiode läuft bis Ende August. Da kann sich noch vieles ergeben. So bleibt es derzeit bei diversen Gerüchten, die der Sportdirektor allerdings nicht kommentiert.  Auch in Sachen möglicher Abgänge hält sich Schröder zurück. Jhon Cordoba soll dem Vernehmen nach lukrative Angebote haben. Jairo Samperio werden Abwanderungsgedanken nachgesagt. Mit dem Spanier und mit Leon Balogun hat Schröder Gespräche angekündigt in dieser Sommerpause. Beide haben noch Vertrag bis 2018. Da heißt es wohl verlängern oder, wenn keine Einigung erfolgen sollte, verkaufen, um noch eine Ablösesumme zu kriegen.

Klar positioniert hat sich der Sportdirektor im Falle von Gerrit Holtmann, der in der abgelaufenen Bundesliga-Saison kaum Einsätze hatte. „Gerrit wird definitiv bleiben. Wir glauben an sein Potenzial und dass er in der neuen Saison den nächsten Schritt macht. Er hat jetzt ein Jahr lang den Staun-Effekt und die Eingewöhnung gehabt. Er hat immer Gas gegeben und die Tiefen mental überwunden. In Köln hat Gerrit gezeigt, dass er konkurrenzfähig ist. Darauf setzen wir“, sagt der 41-Jährige. Ob das auch für José Rodriguez gilt, der nach seiner Leihe aus Málaga zurückkehrt, ist dagegen fraglich. Der Spanier hat sich auch in Andalusien nicht durchsetzen können. Für Rodriguez gebe es einen Markt, so Schröder. Da deutet sich wohl eine Trennung oder eine weitere Ausleihe an.

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